Versammlung des Orgel-Fördervereins der Pfarrei St. Maria Himmelfahrt
Joachim Kluthausen bleibt Vorsitzender
Bad Breisig. Der Orgel-Förderverein der Pfarrei St. Maria Himmelfahrt hat in den 20 Jahren seines Bestehens schon Großes geleistet: Die weitaus mehr als eine halbe Million Euro teure Barockorgel im norddeutschen Stil in der Marienkirche wurde neu gebaut und finanziert; sie schmückt die darin gefeierten Gottesdienste und die regelmäßig veranstalteten konzertanten Ereignisse. Die „Abendmusiken“ mit der von Rowan West geschaffenenen Barockorgel haben mittlerweile Kult-Status und haben schon lange die Aufmerksamkeit der Musikfreunde auf das Instrument und die damit veranstalteten Konzerte gerichtet. Der Förderverein wurde seinerzeit notwendig durch das Gutachten des Trierer Orgelsachverständigen Josef Still, der 1997 empfahl, statt unwirtschaftlicher Investitionen in das vorhandene veraltete Instrument auf einen Neubau hin zu arbeiten, ohne jedoch das dazu notwendige finanzielle Rezept gleichmitzuliefern. Die damals hier tätige Organistin Claudia Rohm formulierte die Forderung: „In ein barockes Gotteshaus, wie es die Marienkirche darstellt, gehört ein in nordischem Barock klingendes Instrument hinter einem barocken Prospekt.“ Sie war auch die treibende Kraft hinter der Gründung des Orgel-Fördervereins. Unter der dynamischen Führung des Vorsitzenden Dr. Franz H. Peters gelang tatsächlich die weitgehende Finanzierung einer norddeutschen Barock-Orgel, geplant und gebaut von Rowan West, ermöglicht vor allem durch die großzügige Spende von Maria Kerpen, Bad Breisig, und vielen weiteren kleinen und großen Spenden. Da der nach Dr. Peters tätige Vorsitzende Ulrich Liebsch verstarb, wurde vor zwei Jahren eine neue Formation des Vorstands notwendig. Seitdem liefen die Fäden der Fördervereins - Tätigkeit bei dem neuen Vorsitzenden Joachim Kluthausen zusammen. Unter seiner Führung wurde die Satzung des Fördervereins in wesentlichen Punkten ergänzt und berichtigt.
Diese Änderungen wurden bei der jetzt erfolgten satzungsgemäßen Versammlung in allen Punkten sanktioniert. Fest steht demnach: Der Förderverein arbeitet zwar zweckgebunden für nichts anderes als „die Unterstützung der Kirchengemeinde Sankt Maria Himmelfahrt bei allen Maßnahmen, die der Erhaltung und Nutzung der Rowan-West-Orgel gewidmet sind. Dazu gehören insbesondere Wartung, Reparatur und Reinigung sowie Maßnahmen zur klanglichen Verbesserung.“ Außerdem: „Der Verein kann auch Lehrveranstaltungen in Form von Vorträgen oder Konzerten durchführen, bzw. Informationsschriften verteilen, um Interessierte, vor allem die Jugend, über die Besonderheiten einer Orgel norddeutsch-barocker Bauart zu unterrichten.“ Bei alledem ist der Verein der Kirchengemeinde zwar verbunden, dennoch selbstständig in seinen Entschlüssen. Die Orgel ist Eigentum der Pfarrei, die für die Rest-Finanzierung des Neubaus grundsätzlich aufkommen muss. Der Förderverein trägt aber zur Rest-Finanzierung jetzt 27.000 Euro aus seinem derzeitigen Kassenbestand bei. Er ist bestrebt, weitere Spenden zu generieren, um der Kirchengemeinde bei deren Verpflichtungen partnerschaftlich zur Seite zu stehen. Dem Vorstand wurde dazu freie Hand eingeräumt. Bei der Neuwahl des Vorstands führte kein Weg an der Wiederwahl des Vorsitzenden Joachim Kluthausen vorbei. Zu seinem Stellvertreter wurde Andreas Windscheif gewählt, Schriftführerin ist Silvia Czech, Schatzmeister ist Markus Selbach, als Beisitzer fungieren Dr. Franz H. Peters, Walter Fabritius, Stephan Kindler. Alle Wahlen erfolgten einstimmig. Die Versammlung befasste sich in der Folge mit ungeklärten Zukunftsfragen, zum Beispiel mit der viel debattierten Absicht, aus Pfarreien herkömmlicher Art in Zukunft „Groß-Pfarreien“ zu bilden.
Der Förderverein muss den Dingen wachsam entgegensehen, denn wohin gehen in einem solchen Fall die Spendengelder, die ja an sich für die Orgel in Sankt Marien bestimmt sind? Die Zukunft - so wurde man sich klar, bringt Herausforderungen bisher ungeahnter Art. An eine Auflösung des Fördervereins ist vorerst kein Denken, denn die kostbare West-Orgel benötigt ständig kostenintensive Pflege - und dafür ist fortwährende Wachsamkeit notwendig.
-FA-
