Politik | 06.08.2013, 10:30 Uhr

Förster aus Hümmel stößt auf harsche Kritik

„Kein ernst zu nehmender Gesprächspartner“

Jagdverband verwahrt sich gegen Aussagen zu Zeckenplage

Kreis Ahrweiler. Förster Peter Wohlleben aus Hümmel im Kreis Ahrweiler gibt Jägern eine Mitschuld an der Zeckenplage. Diese Ansicht verbreitete er über einen Radiosender.

Polemischer geht es nach Meinung des Landesjagdverbands Rheinland-Pfalz kaum. Förster Wohlleben wird im Radio mit der Aussage zitiert, dass Jäger für die Ausbreitung der mit Borreliose-Erregern infizierten Zecken mit verantwortlich sind. „Herr Wohlleben disqualifiziert sich mit dieser Aussage als ernst zu nehmender Gesprächspartner“, zeigte sich Erhard Bäder, Geschäftsführer des Landesjagdverbands Rheinland-Pfalz e.V. (LJV), irritiert. „Wohlleben ist eine Schande für den hoch angesehenen Berufsstand der Förster und gefährdet das gute Verhältnis zwischen Jägern und Forstleuten.“

Zudem diskreditiere Wohlleben unzählige Jäger pauschal, indem er behaupte, die Jägerschaft trage durch die Notzeitfütterung von Hirsch, Reh und Co. zur Verbreitung von Zecken bei.

Auch an den Biologiekenntnissen des Försters zweifelt der LJV-Geschäftsführer. „Mir war nicht bewusst, dass Hirsche Zecken freisetzen“, wundert sich Bäder. Zecken sind blutsaugende Parasiten. Sie lauern auf Grashalmen oder Büschen und warten, bis ein passendes Wirtstier - oder ein Mensch - die Pflanze streift, um sich an ihm festzukrallen. Dann klettern sie am neuen Wirt bis zu einer passenden Stelle, um mit ihrer „Blutmahlzeit“ zu beginnen. „Ich nehme an, dass viele Biologen nun nach Hirschen Ausschau halten werden, die Zecken aktiv freisetzen. Das wäre eine wissenschaftliche Sensation.“

Pressemitteilung des

LJV Rheinland-Pfalz

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