Konzert „Thirty Fingers“ in der ehemaligen Synagoge Niederzissen
Klassik und Jazz werden zu einem Klangerlebnis
Niederzissen. Das Trio „Thirty Fingers“ mit Petra Erdtmann (Flöte), Peter Götzmann (Schlagzeug) und Joe Völker (Klavier) werden am 22. November um 19 Uhr in der ehemaligen Synagoge auftreten. Ein Kostenbeitrag fällt an, Einlass ab 18:30 Uhr. Karten- und Platzreservierungen bei Kultur- und Heimatverein Niederzissen e.V. unter Tel. (0 26 36) 64 82 oder info@khv-niederzissen.de.
Die drei Vollblutmusiker aus dem südwestdeutschen Raum hatten sich zusammengetan, um „ernste“ Musik zu spielen - allerdings sehr unernst, in augenzwinkernden Spezialarrangements mit Jazz- und Rock-Elementen. Das Substrat des Klassik-Jazz-Crossover-Trios „Thirty Fingers“ liegt nun erstmals in Form der CD „Zeitlos“ vor. In der gesamten Musikgeschichte stilistisch zu Hause - von Frühbarock bis Modern Jazz - nehmen sie die Werke alter Meister fröhlich auseinander; so wie Kinder ein Spielzeug erkunden, um zu sehen, was noch alles darin steckt. Und wenn sie die Teile anschließend zu einem neuen Hörerlebnis zusammenfügen, geschieht das mit Respekt, sogar Liebe zum Original, aber ohne übertriebene Ehrfurcht.
Ebenfalls im Programm sind einige Klassiker des 20. Jahrhunderts aus Weltmusik und Jazz. So steht der große Mozart neben Pat Metheny. Bach neben Astor Piazzolla. Mussorgski und Schostakowitsch neben Händel und Beethoven. Und es tut sich kein epochaler Abgrund auf, im Gegenteil: Eine feine Melodie ist eben eine feine Melodie, gleich, aus welchem Jahrhundert sie stammt.
Alle Titel wurden von der Gruppe gemeinsam arrangiert. Ein swingendes Bachpräludium geht Richtung Fuge in eine treibende Samba über, der langsame Satz einer Brahms-Sinfonie wandelt sich in einen santana-esken Bossa Nova. Bei Beethovens „Wut über den verlorenen Groschen“ sieht man die Münzen förmlich davonspringen und swingen. Mussorgskis „vecchio castello“ spannt durch ein Tomtom-Ostinato eine ganz eigene Atmosphäre auf. Mozarts Türkischer Marsch beschließt den Silberling mit Funk, Blues und Gospel-Elementen. Die drei Musiker blicken auf jahrzehntelange Erfahrung quer durch alle Stilrichtungen. Engagements mit international bekannten Größen wie Angelo Branduardi, Karl Kardinal Lehmann, Tony Sheridan, Herman’s Hermits („No milk today“), Marla Glen oder am Broadway und im Vatikan schafften immer wieder Berührungspunkte zwischen den drei Musikern, die das Trio „Thirty Fingers“ 2006 gründeten.
