Politik | 28.02.2013, 16:00 Uhr

Arp Museum Bahnhof Rolandseck

Lichtgestöber ist Publikumsmagnet

Kulturstaatssekretär Walter Schumacher begrüßt den 40.000. Besucher

Museumsdirektor Oliver Kornhoff überreicht Blumenstrauß und Familienticket an Familie Vellrath.privat
151

Remagen. Wer hätte das gedacht: Ausgerechnet die kälteste Jahreszeit, der Winter, erwärmt in malerisch aufbereiteter Form das Herz der kunstsinnigen Besucher. Natürlich geht es nicht um irgendwelche winterlich angehauchten Werke, sondern um die faszinierende Impressionisten-Schau „Lichtgestöber. Der Winter im Impressionismus“, die im Arp Museum Bahnhof Rolandseck noch bis zum 14. April zu sehen ist.

Mit dieser hochkarätig bestückten Präsentation verzeichnete das Haus jetzt einen Besucherrekord. Nach knapp vier Monaten begrüßte der rheinland-pfälzische Kulturstaatssekretär Walter Schumacher den 40.000sten Besucher und überreichte mit Museumsdirektor Oliver Kornhoff einen Blumenstrauß, ein Gratis-Familienticket und den Katalog zur Ausstellung.

Nicht zum ersten Mal im Arp Museum

Der freudig überraschte Jubiläumsbesucher, Werner Vellrath und seine Frau Barbara waren aus Bonn-Beuel angereist. Ganz gezielt steuerten sie auf die Kunstausstellung in der Reihe „Kunstkammer Rau“ zu. „Wir sind hier, um die herrlichen Winterbilder zu genießen“, sagte Werner Vellrath und betonte, „wir sind nicht zum ersten Mal im Arp Museum. Wir kommen immer gerne wieder, um die neuen Ausstellungen zu sehen.“ An allein vier Besuche erinnert sich Ehefrau Barbara spontan. So hatte es ihr 2011 die „Hochwasser“-Ausstellung der Schweizer Künstler Gerda Steiner und Jörg Lenzlinger besonders angetan. „Das fand ich wahnsinnig interessant.“ Ohnehin ist für sie das Museum ein steter Anziehungspunkt, da sie die Kunst des Museumspatrons schätzt: „Ich liebe die Skulpturen von Hans Arp und auch seine geometrischen, Linien betonten Arbeiten auf Papier. Gerade den Kontrast empfinde ich als reizvoll.“

Auch das Gebäude selbst zieht sie in den Bann, nachdem sie sein Entstehen anfangs mit gewisser Skepsis verfolgt hat. „Eine Freundin von mir arbeitete auf Nonnenwerth. Als wir von der Insel zum Bahnhof schauten und den ‚Wurmfortsatz‘ dahinter wachsen sahen, habe ich mich erst gefragt, was hat der vor“. Was der amerikanische Architekt Richard Meier schließlich hinter dem historischen Bahnhof entstehen ließ, fegte dann alle Zweifel weg: „Ich war absolut begeistert, mein Mann auch und alle Freunde“. Da war es keine Frage, dass die Vellraths sich die Ausstellung „Richard Meier. Building as Art“, ausgerichtet anlässlich des fünfjährigen Museumsbestehens, ebenfalls nicht entgehen ließen. Und das, obwohl Barbara Vellrath „kein großer Architekturfan“ ist. Mit welchem Konzept und welcher Lichtregie der Amerikaner, der international in der ersten Architektenriege steht, seine Entwürfe plant, „das beeindruckt mich dann aber doch sehr“. Die Kulturfreunde aus Bonn-Beuel „sind immer wieder aufs Neue fasziniert von der Kunst und von den Räumlichkeiten des Neubaus, wo wir Licht und Schatten genießen“.

Erwartungen übertroffen

Als Vorsitzender der Landes-Stiftung Arp Museum Bahnhof Rolandseck und rheinland- pfälzischer Kulturstaatssekretär freute sich Walter Schumacher doppelt über den Erfolg: „Die strengen Winter zwischen 1870 und 1890, die die Impressionisten so fasziniert haben, werden nahezu spürbar. Auch dank der vielen interessanten Zusatzinformationen, mit denen die Ausstellung aufwartet. Dass sie weit über die Landesgrenzen hinaus ein so großes Interesse an den impressionistischen Winterbildern wecken konnte, hat unsere Erwartungen weit übertroffen. Hierfür möchte ich dem gesamten Museumsteam ein großes Lob aussprechen.“

Noch sechs Wochen lang können Besucher die virtuosen Winterlandschaften der berühmten Künstler Claude Monet, Gustave Caillebotte und Alfred Sisley aus der „Sammlung Rau für UNICEF“ sehen sowie 57 hochkarätige Leihgaben aus internationalen Museen mit Werken von Courbet, van Gogh, Gauguin, Pissarro, Rohlfs, Liebermann, Slevogt und Corinth. Zum Ausstellungserfolg haben auch ergänzende Exponate beigetragen wie hinreißende frühe Fotografien, historische Presse-Illustrationen und eine 300 Jahre umfassende Klimakurve, die den Einfluss der strengen Winter zum Ende des 19. Jahrhunderts auf die Malerei verdeutlichen. Außerdem schlagen eine Wetterstation auf der Anhöhe des Museums und ein schmelzender Schneeblock, Symbol für die Gletscherschmelze, eine Brücke zu den Klimaveränderungen der Gegenwart.

Museumsdirektor Oliver Kornhoff überreicht Blumenstrauß und Familienticket an Familie Vellrath.Foto: privat

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis – inkl. E-Paper
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Anzeige Haushaltsauflösungen und Ankauf
Kreishandwerkerschaft
Dauerauftrag 2026
Schleuter Gebäudetechnik
Innovatives aus Weißenthurm
Zukunft trifft Tradition KW 42
Zukunft trifft Tradition KW 42
04-Marktbericht 2026
Empfohlene Artikel
IHK-Regionalgeschäftsführerin Andrea Stenz, SPD-Landtagsabgeordnete Susanne Müller und IHK-Hauptgeschäftsführer Arne Rössel setzten den politischen Dialog fort.
24

Ahrweiler. Nach der gemeinsamen Podiumsdiskussion der regionalen Wirtschaft mit den Landtagskandidatinnen und -kandidaten vor der Landtagswahl setzt die IHK Koblenz den wirtschaftspolitischen Dialog mit Vertreterinnen und Vertretern der Regierungsfraktionen fort. Im Rahmen eines Austauschs mit der SPD-Landtagsabgeordneten Susanne Müller standen aktuelle Herausforderungen und Zukunftsthemen für den Wirtschaftsstandort Landkreis Ahrweiler im Mittelpunkt.

Weiterlesen

Mechthild Heil MdB (CDU)
187

Kreis Ahrweiler. Mit Kritik reagiert die CDU-Bundestagsabgeordnete Mechthild Heil auf den erneuten Vorstoß von Landrätin Cornelia Weigand, Bundeskanzler Friedrich Merz mit einem offenen Brief zur alleinigen Finanzierung der geplanten Hochwasserrückhaltebecken im Ahrtal zu bewegen. „Der Hochwasserschutz im Ahrtal ist viel zu wichtig, um ihn für politische Alleingänge und öffentliche Inszenierungen zu missbrauchen.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Man traf sich vor der Kirche, um „unter Tage“ zu gehen.
375

Es ging ganz tief nach unten...

Kolping-Mitglieder wurden zu „Kellerkindern“

Lahnstein. Es ging dahin, wo die meisten noch nie waren: In die ehemalige kurfürstliche Salkellerei unter der Hochstraße in Oberlahnstein. Die Salkellerei unter der ehemaligen Druckerei Schickel gehört zu den ältesten Gebäuden der Stadt. Die Exkursion war fast geheim, grundsätzlich nur Kolping-Mitgliedern vorbehalten, „denn wir wollten nicht, dass halb Lahnstein im Untergrund verschwindet“, so Benedikt Hanke aus dem Kolping-Sprecherteam mit einem Schmunzeln auf den Lippen.

Von Thomas Schneider aus Lahnstein

Weiterlesen

An der Swisttalhütte Holzweiler
702

Eifelverein Remagen unterwegs

Grafschafter Wald und Dernauer Weinberge

Remagen/Marienthal. Bei herrlichem Wanderwetter startete die Wandergruppe in der Nähe des Marienthaler Klosters die 13 Kilometer Tour. Relikte des ehemaligen Regierungsbunkers und auch die Gedenkstätte Lager Rebstock informierten nachdenklich über Deutschlands jüngste Vergangenheit. Dem Kratzenbach folgend und dem anschließenden Tal erreichte man das sogenannte Holzweiler Kreuz. Nun von Waldwegen...

Von Eifelverein Remagen aus Grafschaft-Ringen

Weiterlesen