Politik | 28.05.2015

Angeklagte wegen Untreue sowie Steuerhinterziehung vor Gericht

Mineralwasserhersteller aus Burgbrohl um rund 2,8 Mio Euro geschädigt

Burgbrohl/Berlin. Als Angeklagte vor dem Landgericht in Koblenz stehen ab dem 3. Juni ein 43 Jahre alter vietnamesischer Kaufmann, der u.a. Geschäftsführer einer Firma mit Sitz in Hongkong war, sowie ein 52 Jahre alter früherer Geschäftsführer der Verwaltungsgesellschaft eines Mineralwasserherstellers aus Burgbrohl sowie ein 56 Jahre alter ehemaliger Prokurist eines Verpackungs- und Dosenherstellers aus Berlin. Die Staatsanwaltschaft wirft den beiden älteren Angeklagten Untreue zulasten des Mineralwasserherstellers sowie Steuerhinterziehung in mehreren Fällen vor. Dem vietnamesischen Kaufmann wirft die Staatsanwaltschaft vor, Beihilfe zur Untreue geleistet zu haben. Der Mineralwasserhersteller soll mit dem Verpackungs- und Dosenhersteller in Geschäftsbeziehungen gestanden haben.

Im Zuge der Kündigung einer Einkaufskooperation sollen zu Beginn des Jahres 2007 der angeklagte Geschäftsführer und der angeklagte Prokurist Preisverhandlungen geführt haben. Dabei sollen sie ohne Billigung der Geschäftsführung des Verpackungs- und Dosenherstellers einen Preisnachlass für den Mineralwasserhersteller vereinbart und mithilfe des angeklagten vietnamesischen Kaufmanns fingierte Dienstleistungen über eine wirtschaftlich inaktive Firma für den Mineralwasserhersteller in Rechnung gestellt haben, um die ersparten Aufwendungen aus dem Preisnachlass unter den Angeklagten nach festen Quoten aufzuteilen.

Insgesamt sollen so rund 2 Mio. Euro an Provision über die Firma des vietnamesischen Kaufmanns gezahlt worden sein. Zudem soll der ehemalige Geschäftsführer den Verkauf von PET-Abfällen an eine Firma in Deutschland zum Schein über die wirtschaftlich nicht aktive Firma des Kaufmanns abgewickelt haben. Den durch die Aufpreisung erzielten Erlös sollen sich der angeklagte Geschäftsführer und der angeklagte Kaufmann geteilt haben.

Insgesamt soll dem Mineralwasserhersteller durch die Taten ein Schaden in Höhe von rund 2,8 Mio Euro entstanden sein.

Die beiden in Deutschland wohnhaften älteren Angeklagten sollen außerdem die hierdurch erzielten Einkünfte in ihren Einkommensteuererklärungen in den Jahren 2007-2010 nicht deklariert haben. Dadurch sollen der Geschäftsführer der Verwaltungsgesellschaft des Getränkeherstellers rund 347.000,00 Euro und der Prokurist rund 184.000,00 Euro Steuern hinterzogen haben.

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