Die Sparfüchse vom Sanitärhandwerk helfen – 21 junge Anlagenmechaniker losgesprochen
Mit moderner Technik die Umwelt schonen
Kreis AW. Stolz war der Obermeister der Sanitärinnung (SHK) des Kreises Ahrweiler, Reiner Hilger, noch vor wenigen Tagen, 21 Anlagenmechaniker ins Jung-Gesellen-Leben entlassen zu können. Eindringlich hatte er den jungen Menschen die Verantwortung ans Herz gelegt, die sie in Zukunft für ihren Berufsstand und die Umwelt zu tragen hätten. Das Thema Umwelt wird bei den Innungsbetrieben des Sanitärhandwerks im Kreis Ahrweiler ganz groß geschrieben. „Wir vom Sanitärhandwerk sind aber nicht nur Umweltberater in Sachen Wasser und Energie, wir sind mit den technischen Möglichkeiten der Neuzeit auch wahre Sparfüchse“, schmunzelt der Sanitär- und Heizungsbau-Meister aus Glees. Immer mehr Privathaushalte, weiß der Obermeister, informieren sich beim Handwerk, auf welche Weise der Nutzer zu Hause Wasser und Energie einsparen kann. „Das hilft der Umwelt und dem Portemonnaie“, sagt Reiner Hilger. Durchschnittlich 130 Liter reines Trinkwasser verbraucht jeder Deutsche täglich, ermittelten Experten. Nur ein Bruchteil davon wird allerdings getrunken oder zum Kochen benutzt. Durchschnittlich 38 Liter entfallen auf die Toilettennutzung und 46 Liter auf Dusche oder Vollbad. Wasserspartipps wie „Duschen statt Baden“, oder gerade bei manchen Jugendlichen beliebt - nur einmal die Woche unters Wasser steigen - „sind zwar gut, aber letztlich nicht wirklich effektiv“, meint Hilger. Er rät dazu, die vorhandenen Installationen konsequent auf Wasser sparende Technik umzustellen. „Das kostet nicht viel, aber rechnet sich“, betont der Fachmann. Ideale Ansprechpartner seien dafür alle SHK-Fachbetriebe. „Die Fachkollegen beraten dazu gerne, verraten, hinter welcher Technik welches Einsparpotenzial steckt und kennen die Möglichkeiten, mit denen sich Wasser sparen lässt“, vertraut Hilger dem umweltbewussten Mitbürger an. Er verweist dabei schon einmal auf Durchflussbegrenzer an Waschtischarmaturen, auf Einhebelmischer oder Handbrausen, die bis zu sechs Liter Wasser pro Minute einsparen. Ebenfalls sinnvoll sei die Montage eines Urinals, das pro Spülvorgang deutlich weniger Wasser als ein normales WC verbrauche. Diese sollten natürlich mit einer Start-Stopp-Taste ausgestattet sein. Ein weitverbreitetes Übel, weiß Hilger aus der Praxis, seien undichte Spülkastendichtungen. Bis zu 20 Liter pro Stunde gingen dort verloren - aufs Jahr gerechnet verschwänden so 175.000 Liter wertvolles Trinkwasser in der Kanalisation. „Das freut vielleicht die Stadtwerke, aber sicher nicht den sparsamen Häuslebauer“, betont der Obermeister. Auf die Wichtigkeit des Wassers wird auch beim „Weltwassertag“ am 22. März hingewiesen. Er steht unter dem Motto „Wasser und Energie“. Mit diesen Schwerpunktblöcken werden wichtige Voraussetzungen für menschliches Leben in Verbindung zueinander gesetzt. Es wird erläutert, wie bei der Energieerzeugung und -übertragung, insbesondere für Wasserkraft, Kernkraft und thermische Energiequellen, die Nutzung von Wasserressourcen eine Rolle spielt. Wasser und Energie, so wird klar gemacht, sind die wertvollsten Faktoren für die Nahrungsmittelproduktion und die wirtschaftliche Entwicklung eines Landes. Dass alle Prognosen und Szenarien auf einen steigenden globalen Bedarf nach beiden Ressourcen hinweisen, deren Bereitstellung globale Auswirkungen auf die Umwelt hat, ist noch mehr ein Aufruf zum sparsamen Haushalten mit den Produkten Wasser und Energie.
Energieausweis ist Pflicht
Beim Thema „Energie“ weist Reiner Hilger auf die baldige „Vorzeigepflicht für einen Energieausweis“ hin. Dieser liefert wichtige Informationen für Mieter oder Hausbesitzer über die Fragen: Wie viel Energie verbraucht mein Haus? Wo verstecken sich Einsparpotenziale? Welche Modernisierungsmaßnahmen mache Sinn? Ohne den Energieausweis läuft eigentlich nichts mehr, kein Verkauf, keine Vermietung, keine Verpachtung. Der Energieausweis gehört ab sofort zur Immobilie wie das Versicherungsheft oder der Grundsteuerbescheid. „Mehr noch, bei einem Verkauf oder einer Neuvermietung ohne vollständigen, korrekten und zulässigen Nachweis drohen Bußgelder bis zu 14.000 Euro;“ weist der Obermeister auch auf die Internetseiten des Zentralverbandes SHK hin. Bei klugem Nutzen verwandelt er sich in bares Geld. Denn die darin enthaltenen Empfehlungen für sinnvolle und kostengünstige Modernisierungsmaßnahmen zahlen sich nicht nur durch Energieeinsparung, sondern auch durch den Erhalt und die Aufwertung der Immobilie aus, sagt der ZV. Und: Der Energieausweis lohnt sich auch für Nutzer eigener Wohnflächen. Denn ein geringerer Verbrauch von Strom und Brennstoffen, verbunden mit weniger Betriebskosten, ist in jedem Fall ein Gewinn. „Wenn es um den Energieausweis geht, sind die Fachbetriebe des SHK-Handwerks die richtigen Ansprechpartner. Erfahrene SHK-Profis prüfen zuverlässig den tatsächlichen Energieverbrauch des Hauses oder der Wohnung,“ rät Reiner Hilger zu einem Energie-Check in den eigenen vier Wänden.

