Allgemeine Berichte | 30.06.2015

Eifelverein Bad Breisig wanderte durch die „Unkeler Schweiz“

Mittelalterliches Flair am Rhein

Auf der Erpeler Ley bot sich den Wanderern ein toller Rundum-Blick. privat

Unkel. Man muss nicht in die Schweiz fahren, um in die Berge zu wandern und um mit steilem Aufstieg und einem weiten Blick Berge zu genießen. Die „Unkeler Schweiz“ liegt vor der „Haustüre“, und zwar auf der rechten Seite des Rheins gegenüber von Bad Breisig. Man fährt mit der Fähre über den Rhein nach Erpel.

Die Sonntagswanderung des Eifelvereins Bad Breisig begann morgens um 9.30 Uhr am traditionellen Treffplatz, dem PKW-Parkplatz in Bad Breisig. Man fuhr gemeinsam in Fahrgemeinschaften mit dem PKW nach Remagen-Kripp und wanderte steil hoch hinauf auf Serpentinenwegen durch einen Buchenwald auf die Erpeler Ley: Sie ist ein Hochplateau von 191 Metern Höhe.

Bei herrlichem Sonnenschein wurden die Wanderer für die mühevolle Kraxelei mit einem fantastischen Rundum-Blick auf das Rheintal, das Siebengebirge, die Stadt Unkel, die Stadt Remagen, die Mündung der Ahr, die Stadt Linz, auf die Burg Olbrück und dazu noch auf die in der Ferne liegenden Eifelberge entschädigt. Der anstrengende Aufstieg hatte sich gelohnt. Auf der Erpeler Ley stehen interessante Gedenksteine. Der Zeppelin-Gedenkstein dokumentiert ein fast 100 Jahre zurückliegendes Ereignis: den ersten Flug und Absturz eines lenkbaren Zeppelins. Zudem steht dort der Gedenkstein an Hans Eich, ein ehemaliger Lehrer, der sich im Naturschutz auf der Erpeler Ley verdient gemacht hat. Ein Holzkreuz mit einem Gedenkstein mit den Namen der Soldaten, die im Zweiten Weltkrieges im Kampf um die Ludendorff-Brücke gefallen waren, ist auch auf der Erpeler Ley zu sehen. Danach führte der Wanderweg durch dichten Buchenwald an Bruchhausen vorbei, wo die wunderbare Wallfahrts-Kapelle St. Marien zu besichtigen wäre, aber links vorbei führte dann der Weg durch eine Klamm mit einem Wasserfall vom Stuxberg abwärts über ein Stück des Rheinsteiges an einem Bach entlang - dies wurde „Natur pur“ genannt. Weiter ging es durch die „Unkeler Schweiz“ - durch Orsberg nach Unkel, eine mittelalterliche Stadt mit einem interessanten Altstadtanteil und einem historischen Rathaus. In dem Rotweinstädtchen wohnten viele berühmte Menschen, zum Beispiel aus Politik - hier sei nur Willy Brandt genannt - und Literaten wie Stefan Andres und der Maler und Grafiker Josef Andres. Die Mittagseinkehr der Wanderer fand dann draußen unter einem dicht belaubten Dach von Rebstöcken in der Gaststätte „Lämmchen“ statt; dort stärkte sich die Wandergruppe in gemütlicher Runde.

Noch bei klaren Wetter und schönem Sonnenschein ging man runter zum Rhein, um mit der Personenfähre hinüberzusetzen. Auf der anderen Seite des Rheins angekommen, führte der Wanderweg über den Fußgänger- und Radweg, leider asphaltiert und für die Wanderfüße als nicht so gut geeignet empfunden, dazu kam plötzlich auch noch ein so starker Regen auf, dass alle Wanderer bis auf die Haut durchnässt waren. Regen macht den Aktiven sonst nichts aus, aber diesmal hatte der Himmel wirklich alle „Schleusen“ geöffnet und meinte es wohl besonders gut. Unverdrossen ging es aber weiter zum Parkplatz, auf dem das Auto wartete - die Wanderer waren froh, wieder im Trockenen zu sein, um nach Hause zu fahren. Insgesamt war es eine schöne Wanderung - nur der Abschluss war wetterbedingt nass und ungemütlich.

Sonntagswanderung führt zur Hemmesser Hütte

Die nächste Sonntagswanderung findet am 5.Juli statt. Bitte die geänderte Treffzeit um 11 Uhr am PKW-Parkplatz an der Tennishalle Bad Breisig beachten. Es geht zur Hemmesser Hütte, um an der 125-Jahr-Feier der Ortsgruppe Bad Neuenahr um 15 Uhr teilzunehmen - mit einer vorherigen Wanderung von circa zehn Kilometern Länge. Anmeldung bei Margarete Miebach, Tel. (0 26 33) 47 39 68 oder Tel. (0 26 33) 47 48 25 Nicht nur jeden Sonntag wandert der Eifelverein Bad Breisig, sondern auch jeden Mittwoch wird eine geführte Wanderung für Mitglieder, Gäste und Freunde von circa zwei bis drei Stunden angeboten. Treffpunkt ist immer am Miebachbrunnen in Bad Breisig um 14 Uhr. Von den Mittwochswanderern wurde der Wunsch geäußert, doch einmal zum Rolandsbogen zu wandern. Gesagt, getan: Also begann die wöchentliche Mittwochswanderung mit einer kleinen gemeinsamen Autofahrt auf die Höhe von Oberwinter und dann ging die Wanderung durch Wald und Wiesen auf einem Rundwanderweg erst einmal sechs Kilometer zum Rolandsbogen. Dort kehrte die Wandergruppe ein und saß bei Kaffee und Kuchen in gemütlicher Runde und genoss die schöne Aussicht. Danach ging es auf „Schusters Rappen“ bei sehr schönem sonnigen Wetter wieder zurück zum Auto, um heimzufahren. Insgesamt wurden zwölf Kilometer erwandert, „eine tolle Leistung“, so Wanderführer Hans Clemens, und es gefiel allen sehr gut. So wurde beschlossen, das Angebot der Mittwochswanderung zu erweitern, also die Ziele nicht wie immer in der Regel auf den Hausberg Mönchsheide, sondern auch einmal mit einigen interessanten neuen Wander-Angeboten zu bereichern, wie zum Beispiel den Laacher See-Rundweg. Nach vier Stunden war man dann gegen 18 Uhr wieder in Bad Breisig zurück. Der Abschluss-Treff der wöchentlichen Mittwochswanderung ist am Mittwoch, 29. Juli bei Kaffee und Kuchen in der Schule am Puppenmuseum Bad Breisig. Gäste und Freunde sind herzlich willkommen.

Auf der Erpeler Ley bot sich den Wanderern ein toller Rundum-Blick. Foto: privat

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