-Anzeige- Gregor Schürer und Britta Bauer erzählten vom St. Martin in der Laacher Informationshalle
Musikalische Lesung
Neue Geschichten von der Gnade der Barmherzigkeit wurden erzählt
Maria Laach. Jahr für Jahr gedenken im Rheinland die Martinsumzüge des Sankt Martins, der seinen Mantel in der Gnade der Barmherzigkeit mit dem armen Bettler am Straßenrand teilte. Der spätere Bischof von Tours, der sich mit der Flucht in einen Gänsestall vergebens seiner Berufung zu höheren Aufgaben zu entziehen versuchte, ist noch immer ein beliebter Heiliger,
dem auch die Jugend ihren Tribut zollt. Am Samstag, 16. November, präsentierten der Schriftsteller Gregor Schürer aus Heimersheim und die Querflötistin Britta Bauer, gebürtige Neuenahrerin und derzeit am Mozarteum in Salzburg Österreich lehrende Dozentin, in der Laacher Informationshalle ihr Programm um Sankt Martin. Pater Johannes begrüßte die für einen guten Zweck auftretenden Wort- und Musikkünstler in der Besinnungsstunde mit nachdenklichen Geschichten und eindrucksvoller Musik.
Viele kleine Geschichten rund um die Barmherzigkeit
„Ein helles Licht im dunklen Keller“ erzählt die Geschichte vom Soldaten Martin, der nach seiner barmherzigen Tat drei Tage wegen Beschädigung staatlichen Eigentums in Kellerhaft verbringen musste. Seine Träume sagen, dass er mit Jesus seinen Mantel geteilt hatte. „Diese Geschichte soll eine Hoffnung für alle Menschen sein, die heute unschuldig in Haft einsitzen“, so Gregor Schürer. Mit einer Solo-Sonate in a-Moll von Carl Philipp Emanuel Bach glänzte Britta Bauer mit ihrer Querflöte. Mit „Lucky“ präsentierte Gregor Schürer die nach seiner Einschätzung traurigste Geschichte seiner Martinsgeschichten. Ein Familienvater namens Martin W. verstirbt auf der A61 bei dem Versuch, einem Unfallopfer zu helfen, durch einen LKW-Unfall. „Dies ist eine traurige, aber nachdenkliche Geschichte. Ein Denkmal für all die Menschen, die helfen“. In der Geschichte „Die blöde Gans“ fordert Schürer den Friedensnobelpreis für alle Eltern streitsüchtiger Kinder. Mit dem Werk „Tanz einer Ziege“ huldigte Britta Bauer dem Komponisten Arthur Honegger. Spannend die Geschichte „Wie Segel-Joe den Mantel teilte“. Johannes mit den Segelohren nutzt die große Chance, etwas Gutes zu tun, er segelte auf den Wogen des Beifalles. Mit „Justin und Rahim“ widmet sich Gregor Schürer der Integration ausländischer Kinder im Kindergarten. Rahim, „der Barmherzige“ in der Übersetzung, wird zum Helden. Mit dem Werk „Paraphrase sur Saint Martin“ von Delphine Casteiler überraschte Britta Bauer mit einem gewagten neutönischen Werk, das überzeugend neue Querflötentechniken aufzeigte. Mit dem sozial- und kirchenkritischen Werk „Die frei stehende Waschschüssel“ zog Gregor Schürer einen überraschenden und genialen Vergleich zwischen dem Prunkbischof von Limburg Franz-Peter Tebartz-van Elst und Sankt Martin mit einem Augenzwinkern und viel Schalk im Nacken. In Bescheidenheit und Demut zu leben involviert auch den Mut, dem Gedanken, alles haben zu wollen, zu widerstehen.
Mit Carl Philipp Emanuel Bach und der Solo-Sonate amoll, 2. Satz klang ein nachdenklicher Nachmittag aus. Die instrumentalen Fähigkeiten der exzellenten Musikerin Britta Bauer zu loben, hieße Mozartkugeln nach Salzburg ins Mozarteum zu tragen.
Viel Lob von den Zuhörern
Pater Johannes und die Zuhörer waren voll des Lobes über die nachdenkliche Besinnungsstunde über den Heiligen Martin, der uns, wie Gregor Schürer zeigte, in vielen Dingen ein Vorbild sein kann.
