Kreisparteitag der FDP im Kreis Ahrweiler
Neue Rheinüberquerung gewünscht
Bundesvorsitzender Christian Lindner gratulierte dem Kreisvorsitzenden Ulrich van Bebber
Grafschaft. Die FDP fordert eine Rheinüberquerung zwischen dem Kreis Ahrweiler und dem Kreis Neuwied. Das beschloss der Kreisparteitag im Ringhotel Giffels Goldener Anker in Bad Neuenahr. Relativ egal ist es den Freidemokraten dabei, ob das Projekt mit einer Brücke oder mit einem Tunnel verwirklicht wird. Zur Begründung führte der Kreisvorsitzende Ulrich van Bebber an, eine gut ausgebaute Verkehrsinfrastruktur sei eine zentrale Voraussetzung für wirtschaftlichen Wohlstand. Insbesondere die touristisch und mittelständisch geprägte Wirtschaft im Kreis Ahrweiler und im benachbarten Kreis Neuwied sei auf schnelle und leistungsfähige Verkehrsverbindungen angewiesen. „Der Rhein ist hier nach wie vor ein stark trennendes Element, der das Zusammenwachsen der Regionen bremst“, wusste van Bebber. Die nächsten Rheinbrücken finde man erst wieder in Bonn oder in Neuwied. Im Kreis Ahrweiler gibt es keine einzige Rheinbrücke, und die Autofähren könnten diese trennende Wirkung nur begrenzt überbrücken.
Das Zusammenwachsen der Region fördern
Eine Rheinbrücke oder ein Tunnel als Verbindung zwischen der B 42 und der B 9 oder der B 266 fördere das Zusammenwachsen der Region und stärke insgesamt den Wirtschaftsraum, hoffen die Liberalen. In diesem Zusammenhang solle auch die Ortsumgehung von Lohrsdorf und der Ausbau der B 266 Richtung Rhein realisiert werden. „Dies dient nicht nur der wirtschaftlichen Entwicklung, sondern auch den Menschen, die zum Einkaufen oder Arbeiten auf die andere Rheinseite wollen oder müssen.“ Ebenso vergrößere sich das Schulangebot in den Rhein-Anliegerstädten erheblich. Auch für die Fachhochschule in Remagen ergebe sich ein deutlich vergrößertes Einzugsgebiet. „Schließlich wird durch die bessere Erreichbarkeit der Tourismus im Kreis Ahrweiler gefördert“, glaubt van Bebber. Alternativ soll auch geprüft werden, ob ein Tunnel möglich und ökonomisch sowie ökologisch vorteilhafter ist.
Wenig Veränderungen im Vorstand
Beim Kreisparteitag der FDP wurde auch der Vorstand neu gewählt, wobei es nur wenige Veränderungen gab. Vorsitzender bleibt Ulrich van Bebber, seine Stellvertreter sind weiterhin Christina Steinheuer und Hellmut Meinhof, wiedergewählt wurden auch Schriftführer David Jacobs und Schatzmeister Ralf Kössendrup. Zu Beisitzern wurden gewählt Annemarie Müller-Feldmann, Bernd Schäfer, Brigitte Schmickler, Jasmin Wexeler und Rudolf Josten. Doch der Kreisparteitag wartete auch mit einer Überraschung auf, denn schließlich ist Ulrich van Bebber bereits seit 20 Jahren Vorsitzender des FDP-Kreisverbandes Ahrweiler. Kein Geringerer als der FDP-Bundesvorsitzende Christian Lindner gratulierte dazu in einer Videobotschaft und lobte die vorbildliche Arbeit des ganzen Kreisverbandes.
Glückwünsche von Graf Lambsdorff 2014 war für die FDP nicht erfreulich
Glückwünsche gab es auch vom Vizepräsidenten des Europäischen Parlamentes, Alexander Graf Lambsdorff, der zugab, van Bebber habe den Kreisverband Ahrweiler in ganz Deutschland bekannt gemacht. Er sei als fleißiger, verlässlicher, professionell gemanagter Kreisverband bekannt, und das dank der ehrenamtlichen Arbeit des Vorstandes. Auf ihn sei immer Verlass, er sei ein Fels in der Brandung. Erfreulicherweise sei der Kreisverband auch in der Öffentlichkeit sichtbar und fördere den Nachwuchs, nicht zuletzt durch die Aktivitäten in den sozialen Medien. „Hier herrscht ein Klima der Offenheit und ein Geist des Möglichmachens“, freute sich der Vizepräsident des Europäischen Parlamentes. Die FDP könne jedenfalls stolz auf ihren Kreisvorsitzenden sein, der hoffentlich noch weitere 20 Jahre an der Spitze stehen werde.
„Das Jahr 2014 war für die FDP nicht sehr erfreulich“, musste der so Gelobte in seinen Jahresrückblick angesichts zahlreicher verlorener Wahlen allerdings zugeben. So sei die FDP-Fraktion auch bei der Kreistagswahl von fünf auf zwei Personen geschrumpft, „wir sind aber trotzdem noch aktionsfähig geblieben.“ Der neuen Partei AfD gibt er keine große Zukunft, er sieht sie als reine Protestpartei ohne Programm und ohne bekannte Persönlichkeiten. Seine Partei hingegen „wird die Kurve nach oben wieder kriegen, wie wir es in der Vergangenheit schon öfters geschafft haben.“ Die FDP sei weiter gegen eine Einheitsschule und für den Erhalt der Grundschulen in den Dörfern als wichtige Infrastrukturmaßnahme. Schließlich müsse der Kreis auch in Zukunft noch attraktive junge Familien bleiben.
Gegen die Verspargelung der Landschaft
Als einzige Partei wende sich die FDP weiterhin gegen eine „Verspargelung“ der Landschaft durch Windräder. „Das sind große Maschinen, die das Landschaftsbild über Jahrzehnte hinweg prägen werden“, sagte er voraus. Das Geld solle besser in die Verkehrsinfrastruktur gesteckt werden, denn sowohl der Zustand der Kreisstraßen sei verbesserungswürdig, wie auch der Lückenschluss der Autobahn A1. Dennoch plädiere die FDP weiterhin für einen sparsamen Umgang mit Steuergeldern und deshalb auch gegen das Einsammeln der blauen Papiertonne durch den Kreis selbst, wie es Kreistag jüngst beschlossen hat. Van Bebber plädierte weiter dafür, die positive Seite des demographischen Wandels zu sehen und als Chance für die Region aufzufassen. Denn gerade für Senioren sei der Kreis Ahrweiler als Alterswohnsitz und als Urlaubsziel nach wie vor sehr attraktiv. Auf der anderen Seite müsse man allerdings auch mit der Zuwanderung positiv umgehen, denn nur so könne auf Dauer die Zukunftsfähigkeit der Region erhalten bleiben. „Es gilt jetzt, keine Ressentiments zu schüren, sondern das vorhandene Engagement und die große Hilfsbereitschaft der Bürger zur Integration von Zuwanderern zu nutzen.“
Im Ringhotel Giffels Goldener Anker in Bad Neuenahr wurde debattiert.
