Zünftiger, fröhlicher Karneval in der Brohler Festhalle
Proklamation des Prinzenpaares Wolfgang und Gisela Hilt
Brohl-Lützing. Das war schon ein prächtiges Stück rheinischen Karnevals, was die Brohler Narrenzunft mit ihrer diesjährigen Proklamationssitzung auf die Beine gestellt hat. Die Narrhalla war gut gefüllt, als am vergangenen Samstag die eindrucksvolle Streitmacht des Bröhlcher Karnevals einzog. Der stolze Elferrat in nigelnagelneuen (knallroten) Fräcken, die Abteilungen der Korps von Amazonen und Prinzengarde und alles Uniformierte drum herum – die Bühne fasste kaum die Menge der Aktiven, die der Hafenort nun einmal aufzubieten hat. Sitzungspräsident Wolfgang Hilt, unterstützt von dem Narrenzunft-Vorsitzenden Dieter Baunach, mussten in ihrer Begrüßung eine lange Liste von Ehrengästen aus Narrenfreunden, Politik, Wirtschaft und Sponsoren abarbeiten, ehe das höchst erlebenswerte Programm des Abends starten konnte. Es begann gleich mit einem rassigen Gardetanz und der Vorstellung des neuen Mariechens der Amazonen unter Birgit Schumacher.
Erster Höhepunkt war die Musical-Show des Möhnencorps
Nachdem der neue Sessionsorden vorgestellt und die ersten Exemplare verteilt waren, kam es schon zu einem Höhepunkt des Abends: der aufwendigen Musical-Show des Möhnencorps. Dabei sparte man nicht an technischen und tänzerischen Gags. In der zartgliedrigen Pia Marhöfer flog zur Begeisterung des Publikums gar eine „schwebende Jungfrau“ über die schön gestaltete Bühne. Die Tanz-Show war eingepackt in ein fetziges Potpourri gängiger Melodien. Das war wieder einmal eine Glanzleistung Brohler Möhnen unterschiedlicher Jahrgänge.
Gleich danach der sehr unterhaltsame Auftritt von Mutter Andrea Weiss und Sohn Pattrick: Als Duo „Selfredi“ spulten sie eine originell ausgedachte Nummer „aus der Mülltonne“ ab. Viele lustige Pointen wurden mit Routine und gut einstudiert dargeboten. Der folgende rassige Garde-Auftritt der Kadetten der Prinzengarde leitete über zu dem Showtanz der Amazonen – einer Hommage an die so empfundene Lebensart in den USA: Beste Unterhaltung, in schönen Kostümen gut und flott und mit akrobatischen Hebefiguren auf die Bühne gebracht. Jürgen Zerwas aus Eich, der südlichen Nachbarschaft, war als bekannter Büttenredner („De Udschebebbes“) wieder einmal auf der Brohler Bühne. An dieser Stelle lobte der Sitzungspräsident zu Recht der musikalisch immer präsenten Band des Musikclubs „Fidelio“ unter Christoph Schnitger. Die Kapelle begleitete denn auch gekonnt den imposanten Einzug der Prinzengarde und deren Marketenderei. Die einzelnen Korporationen des Korps boten wieder einmal jenen schmissigen Garde-Auftritt, wie man es von der stolzen Brohler Prinzengarde kennt. Sie bot auch zugleich den Hintergrund für den Abschied vom Prinzenpaar Arno I. und Nina I., die zwei Jahre lang den Hafenort närrisch beherrscht und dem Brohler Karneval ihren unverwechselbaren Stempel aufgedrückt haben. Man beraubte Arno „ritsch-ratsch“ seiner schönen Federn. Das Exprinzenpaar fand herzliche Worte des Dankes an die Narrenschar, ehe es sich ins „zweite Glied“ der Brohler Narretei zurückzog.
Einzug des neuen Prinzenpaares
Schon schmetterten die Fanfaren des Musikzugs aus dem benachbarten Wassenach und verkündeten den Einzug des neuen Prinzenpaars. Die bis zuletzt geschürte Spannung über dessen Identität war auf dem Siedepunkt. Zwar von vielen geahnt, aber nur von Insidern gewusst: Die Türen öffneten sich für Prinz Wolfgang II. und Prinzessin Gisela I. (Ehepaar Hilt). Die Begeisterung beim Einmarsch schwappte schier über, gehören beide doch zur Creme de la Creme des Brohler Karnevals: Wolfgang ist amtierender Sitzungspräsident, Gisela amtierende Obermöhn. Entsprechend ehren-, würde- und gehaltvoll die Laudatio durch den witzigen, noch einmal „re-animierten“ Alt – Präsidenten Stefan Vogt. Er und Dieter Baunach, der Narrenzunft-Chef, proklamierten das neue Herrscherpaar unter dem begeisterten Applaus des Auditoriums. Sie konnten neben dem Prinzenpaar auch einen aufwändig kostümierten Hofstaat begrüßen: Die Hofdamen Sabine, Silvia und Elisabeth, die Adjutanten Mike, Josef und Jürgen sowie den Hofnarren Maxinho. Dem Narrenherrscher wurden die Federn an die Kappe gesteckt - dann konnten am Rednerpult Prinz Wolfgang und Lieblichkeit Gisela mit ihren sympathischen Antrittsreden beim Narrenvolk punkten. Die folgende Gratulationscour startete und wollte schier nicht enden. Alles, was im Bröhlcher Karneval Rang und Namen hat, warf sich dem Prinzenpaar zu Füßen, es folgten die Spitzen der Verwaltung, die Abordnungen befreundeter Vereine aus der Nachbarschaft, zu guter Letzt auch viele Sympathisanten der überaus beliebten Herrscher auf dem Narrenthron. Die Kapelle brachte die jecken Fastnachter im Saal ein um das andere Mal in Hochstimmung, vor allem mit dem historischen Brohler Fastelovends-Kampflied „Ausgebrochen war Krawall…“. Die Fröhlichkeit setzte sich fort bis in den frühen Morgen. Nun fiebert in Brohl und Umgebung alles dem Rosenmontagszug entgegen – jener Ovation des Narrenvolks für Prinz Wolfgang II. und Prinzessin Gisela I.
Pia Marhöfer, die „fliegende Jungfrau“ in der Bühnenshow des Möhnen-Geschwaders. Foto: -FA-
Die gesamte Streitmacht des Brohler Fastelovends bei der Eröffnung der Proklamationssitzung auf der Bühne. Foto: -FA-
