Oppositions-Chefin Julia Klöckner besuchte die Kita Sonnenschein in Bad Breisig
„Runder Tisch“ im Kindergarten
Bad Breisig.Die Rheinland-Pfälzische CDU-Parteivorsitzende Julia Klöckner weilte für ein paar Stunden in der Quellenstadt und besuchte dort die Kindertagesstätte „Sonnenschein“. Sie unterhielt sich mit Kindern der Ganztagsgruppe sowie deren Eltern und den Erzieherinnen. Ihre Begründung: „Als Politiker hat man es einfach nötig, sich in den unterschiedlichen Facetten des Alltags unserer Bürger aller Altersstufen auf dem Laufenden zu halten. Deshalb habe ich gerne den Vorschlag von Guido Ernst, dem für Bildung zuständigen Sprecher der CDU-Landtagsfraktion angenommen, mich in der Bad Breisiger KITA einmal umzusehen und mich hinsichtlich vieler Probleme kundig zu machen, die mit der aktuellen Situation zusammenhängen.“ Sie begrüßte zu dem Informationsgespräch am runden Tisch der KITA neben Guido Ernst auch die Bad Breisiger Stadtbürgermeisterin Gabriele Hermann-Lersch, die Beigeordneten von Stadt und Verbandsgemeinde, sowie Sabine Petry, die Leiterin der KITA. „Ich danke beiden Damen, dass sie als Gastgeberinnen den Besuch hier möglich gemacht haben.“ Als Gast des Informationsgesprächs war auch Karl-Heinz Sundheimer, der CDU-Fraktionsvorsitzende im Kreistag dabei. Die KITA war neben der Leiterin auch durch das Team der Erzieherinnen und Erzieher präsent, dazu durch Vertreter der Sprachförderung und der Elternschaft. Gabriele Hermann-Lersch stellte in der Begrüßung des Gastes die KITA-Situation in der Stadt Bad Breisig dar: „Als der vor Jahren erweiterte Rechtsanspruch für die Kinderbetreuung umgesetzt werden musste, hatten wir das große Glück, dass uns das nicht mehr benötigte Gebäude der Hauptschule zur Verfügung stand. Durch sinnvolle Um- und Anbauten konnte Bad Breisig pünktlich und mit vertretbaren Mitteln die Vorschriften für alle Kinder - Altersklassen erfüllen“. Das registrierte Julia Klöckner mit Genugtuung; sie hatte vorher in der Unterhaltung mit Kindern und Eltern etwas über deren Zufriedenheit und Geborgenheits-Gefühl erfahren. An der Leiterin Sabine Petry war es nun, die Situation in ihrer KITA im Detail vorzustellen. Sie ging noch einmal auf die Aussagen der Bürgermeisterin ein und stellt klar, dass die räumliche Situation der KITA „Sonnenschein“ nichts zu wünschen übrig lasse. Hier werden zurzeit 140 Kinder betreut, davon 44 im Ganztagsbetrieb bis 16.30 Uhr. Selbst Einjährige können betreut werden. Ergo-Therapeuten und Krankenschwester gehören zum Team und die Sprachförderung wird gegen Honorar zugezogen.
Zwischendurch erfährt die Politikerin auf ihre Frage, dass sich auch das Personal der KITA „Sonnenschein“ an den kürzlichen Streiks zur Verbesserung der Situation beteiligt habe. Allerdings hat man hier kein Verständnis dafür, dass erneut Streiks geplant sind. Die Mutter eines in der KITA betreuten Kindes: „Man macht sich als Außenstehender kein Bild davon, was das Personal hier leistet - aber nicht entsprechend honoriert bekommt.“ Ein Erzieher wendet ein: „Wir sind zwar eine Bildungseinrichtung, aber für die pädagogische Vor- und Nachbereitung bleibt keine Zeit, es sei denn, man leistet Mehrarbeit auf eigene Kosten. Ein riesiges Problem ist die Vermittlung der deutschen Sprache an neu zu integrierende fremdsprachige Kinder. Schwierig wegen der Unterschiede in den Sprachen der zugewanderten Kinder - und wegen vieler Dialekte innerhalb der einzelnen Sprachen. In „Sonnenschein“ steht mit Ursula Kischkewitz eine einzige Kraft für Sprachförderung zur Verfügung, drei Stunden in der Woche. Dabei wäre eine fest angestellte Kraft für diese Aufgabe dringend erforderlich. „Es reicht nicht in allen Fällen die Schulung in der Gruppe. Es gibt Kinder, da muss Einzel-Schulung her, sonst werden die nie Deutsch lernen - und so nie eine Chance im späteren Berufsleben bekommen!“ Ein Hinweis von Elfi Vorbau, Fachkraft für Soziales in der Stadtverwaltung: „Wir müssen früh die Anträge für Sprachförderung stellen, und wir wissen doch noch gar nicht, was an Flüchtlingen auf uns zukommt. Das System ist viel zu unflexibel. Das Problem findet bei Julia Klöckner offene Ohren - hier sieht sie dringenden Handlungsbedarf in Mainz. Zusammen mit dem bildungspolitischen CDU-Fraktionssprecher Guido Ernst, will sie nun im Landtag einen entsprechenden Antrag einbringen.
Was die Materialausstattung der KITA „Sonnenschein“ angeht, so zeigt sich die Leiterin mit den entsprechenden Stellen der Verwaltung zufrieden. „Wir bekommen alles Material, das wir für unsere Arbeit mit den Kindern brauchen.“ Einer Klärung bedurfte noch die von der CDU ins Spiel gebrachte Überlegung, bestimmte Eltern-Kreise Beiträge für ihre Kinderbetreuung zu erbringen. Juli Klöckner stellte klar, dass auf keinen Fall an KITA-Beiträge für alle Einkommensschichten gedacht sei. Vielmehr denke man an freiwillige Beiträge in Abstimmung mit der jeweiligen KITA. „Warum sollte ein hochbezahlter Krankenhaus-Chefarzt nicht einen Euro pro Tag für die Betreuung seines Kindes ausgeben, wogegen die bei ihm tätige Krankenpflegerin eine kostenlose Kinderbetreuung erfährt. Wir diskutieren in der CDU tatsächlich eine soziale Staffelung eventueller KITA-Beiträge - und darüber muss man nachdenken dürfen.“ Im Anschluss an das Round-Table-Gespräch pflegten Julia Klöckner und die am Info-Treffen Beteiligten noch bei Kaffee und Gebäck für eine Weile lockeren Gedankenaustausch, und MdL Guido Ernst beschenkte die Ganztags-Kinder samt Eltern und Betreuern mit Gutscheinen für Speiseeis-Leckereien.
MdL Guido Ernst begrüßt die vor der KITA Sonnenschein ankommende CDU-Chefin Julia Klöckner. Foto: FA
