Allgemeine Berichte | 17.03.2015, 09:11 Uhr

Erich-Kästner-Realschule plus

„Starke Schule“: EKS gewinnt Wettbewerb

Erich-Kästner-Schule nahm Preis in Mainz entgegen - Vorbereitungen für Bundeswettbewerb

Viele unterschiedliche Projekte werden an der EKS verwirklicht.
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Kreisstadt. Große Freude bei Schülern und Lehrern der Erich-Kästner-Realschule plus in Bad Neuenahr-Ahrweiler. Beim Landeswettbewerb „Starke Schule“ hat die Schule den ersten Platz belegt und sich damit gegen viele Konkurrenten aus ganz Rheinland-Pfalz durchgesetzt. Damit gehört die EKS zu den besten Schulen Deutschlands, die ihre Schüler zur Ausbildungsreife führt. Mit acht Lehrern und acht Schülern fuhr die kreisstädtische Ganztagsschule kürzlich nach Mainz, um sich den mit 5000 Euro dotierten Preis abzuholen. Bildungsministerin Vera Reiß empfing die Sieger im kurfürstlichen Schloss in Mainz.

„Starke Schule“

Der Wettbewerb „Starke Schule“ prämiert die herausragende Arbeit von Schulen bei der Vorbereitung ihrer Schüler auf das Berufsleben. Er wird alle zwei Jahre von der gemeinnützigen Hertie-Stiftung, der Bundesagentur für Arbeit, der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände und der Deutsche-Bank-Stiftung veranstaltet. Bewerben konnten sich alle allgemeinbildenden Schulen, die zur Ausbildungsreife führen. In diesem Bereich hat die EKS jede Menge auf die Beine gestellt. Das beeindruckte auch die Jury, die sich im vergangenen November selbst in der EKS informierte, nachdem die Schule eine 50-seitige Bewerbung erstellt hatte. Die Expertenjury besteht aus Mitgliedern aus Bildung, Wissenschaft, Politik und Wirtschaft und ermittelte aus rund 650 Bewerbungen und 60 Schulbesuchen nun die Landessieger. Die Nase vorn hatte letztlich die Erich-Kästner-Schule und hat es jetzt schwarz auf weiß: „Wir sind eine starke Schule.“ Die Jury lobte die Art, wie die Schule Grundlagen schaffe, um Begabungen von Schülern aufzubauen, Übergänge zu erleichtern und Netzwerke zu nutzen.

Nicht nur den Abschluss der Berufsreife im Blick

Mit acht Lehrkräften und acht Schülern war die kreisstädtische Ganztagsschule kürzlich nach Mainz gefahren, um den Preis entgegenzunehmen. Mit einer nachgespielten Schülerversammlung zeigten sie in einem Live-Theaterstück, wie man an der EKS arbeitet und warum man sich als Starke Schule betrachtet. Viel Lob gab es in Mainz von der Schirmherrin und Landesbildungsministerin Vera Reiß: „Die prämierten Schulen gestalten ihre pädagogische Arbeit vorbildlich, indem sie die Kompetenzen der Schüler fördern und dabei nicht nur den Abschluss der Berufsreife im Blick haben, sondern gezielt auf Anschlüsse - insbesondere in eine berufliche Ausbildung - hinarbeiten.“ Die Jugendlichen erhalten frühzeitig Unterstützung, um ihre Stärken und Interessen zu erkennen und wichtige Orientierung bei der Berufswahl. So können sie selbstbewusst ins Berufsleben starten. Mit der Auszeichnung verbunden ist ein Preisgeld von 5000 Euro und die Chance auf den Bundessieg.

Fortbildungsangeboten

Alle ausgezeichneten Schulen werden zudem in das länderübergreifende Netzwerk von „Starke Schule“ aufgenommen. Dabei erhalten Lehrkräfte und Schulleitung Zugang zu zahlreichen Fortbildungsangeboten zu den Themen Unterrichts-, Organisations- und Personalentwicklung - und das über vier Jahre lang. Das Netzwerk hat sich so zu einem Forum entwickelt, in dem sich die engagiertesten Lehrkräfte Deutschlands austauschen, weiter qualifizieren und über Bundeslandgrenzen hinweg zusammen an der Schule von morgen arbeiten. „Unser Anliegen ist es, gemeinsam mit Partnern aus der Wirtschaft, dem öffentlichen Sektor und der Lehreraus- und Lehrerfortbildung an der Weiterentwicklung von Schulen zu arbeiten. Zugleich profitieren die Lehrkräfte in unserem Netzwerk und erhalten Impulse zu aktuellen Herausforderungen wie Inklusion, Schulstrukturreformen und Ganztagsschule“, erklärte Dr. Antje Becker, Geschäftsführerin der Hertie-Stiftung, stellvertretend für die Projektpartner.

Die Schulleiterin der Erich-Kästner-Schule, Barbara Lohmer, empfindet diesen Erfahrungsaustausch als wertvoll. „Das kostenlose, umfangreiche Weiterbildungsangebot trifft auf Kollegen, die sich schon immer gerne engagiert haben“, meint die 60-jährige Pädagogin. Beim Landeswettbewerb erreichte die Integrierte Gesamtschule Nieder-Olm den zweiten Platz für ihre gute Umsetzung der Berufsorientierungs-Maßnahmen und das starke „Wir-Gefühl“. Den dritten Platz belegte die Realschule plus Manderscheid für ihre starke Einbindung von Eltern und Schülern in Entscheidungsprozesse sowie die klare und nachhaltige Struktur ihrer Projek Über den Sieg „ihrer“ EKS freut sich natürlich auch Schulleiterin Barbara Lohmer, die mit dem Preis aber auch eine Hausaufgabe verbindet: „Wir wollen die Auszeichnung dazu nutzen, die nun auch öffentlich anerkannte Qualität der Schule zu halten und nach außen zu präsentieren.“ Lohmer ist seit 1998 Mitglied der Schulleitung und seit 2006 Schulleiterin. Mit ihren Angeboten zur Berufsvorbereitung setzt die EKS schon seit vielen Jahren Akzente. „Das ist unser allgemeines Interesse“, sagt Barbara Lohmer. „Aber es in die Praxis umzusetzen und dabei jedem einzelnen Schüler gerecht zu werden, das ist eine echte Herausforderung und keine einfache Aufgabe.“ Das gehe nur mit Zeit - und die haben die 40 Lehrkräfte nicht zuletzt wegen des Ganztagsbetriebes. Von den 320 Schülern der Erich- Kästner-Realschule plus sind 312 im Ganztagsbetrieb. Darüber hinaus gibt es einige Projekte, um den Schülern den Einstieg ins Berufsleben zu ermöglichen: So erarbeiten sich die Mitarbeiter der Schülerfirmen Wirtschaftskompetenzen; drei „Firmen“ werden von den Schülern selbst geführt und bieten täglich zu bestimmten Zeiten ihren Service an. Schreibwaren im Kiosk, Snacks für zwischendurch in der Cafeteria. Dabei müssen sich die Schülerteams vom Einkauf über die Abrechnung bis zur Reinigung des Verkaufsraumes um alles Selbst kümmern. „Das sind alles Grundkompetenzen, die man auf dem Arbeitsmarkt braucht“, sagt Schulleiterin Lohmer. Für viele Schüler seien diese Erfahrungen auch für die Persönlichkeitsentwicklung wertvoll.

Praxistag

Seit 2011 gibt es in der Realschule plus ferner einen sogenannten Praxistag für die Neuntklässler im Abschlussjahr Berufsreife. Dabei geht es darum: Sechs Monate lang arbeiten die Schüler an einem Tag der Woche in einem Betrieb, den sie nach einem halben Jahr auch frei wechseln können. Sie erhalten dabei Einblick in die reale Arbeitswelt und in den Beruf. Die Kooperation mit Firmen aus der Region klappe dabei hervorragend, betont Lohmer. Gemeinsam mit den Gewinnern der anderen Bundesländer hat die erstplatzierte Erich-Kästner-Realschule plus aus Bad Neuenahr-Ahrweiler nun die Chance auf den Bundessieg „Starke Schule“, der im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung am 21. April 2015 in Berlin durch Bundespräsident Joachim Gauck bekannt gegeben wird.

Viele unterschiedliche Projekte werden an der EKS verwirklicht.

Viele unterschiedliche Projekte werden an der EKS verwirklicht.

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