Politik | 16.09.2013, 13:55 Uhr

Andrea Nahles (SPD): „Vier Jahre Stillstand für Frauen sind genug!“

Studie: Frauen fehlt ausreichende Unterstützung

Andrea Nahles, MdB und Generalsekretärin der SPD. privat
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Berlin. Sie wollen arbeiten, eigenes Geld und Kinder - junge Frauen gehen heute selbstbewusst durchs Leben. Das hat eine Studie des Wissenschaftszentrums Berlin (WZB) ergeben. Die am Mittwoch veröffentlichte Studie zeigt aber auch: Viele junge Frauen entscheiden sich aus Karrieregründen gegen Nachwuchs. Dazu erklärt SPD-Bundestagsabgeordnete Andrea Nahles: „Langsam geht den jungen Frauen die Geduld aus. Sie wollen zu Recht, dass Beruf und Familie sich endlich vereinbaren lassen“. Für junge Frauen ist es heute selbstverständlich arbeiten zu gehen - das ergab die Langzeitstudie „Frauen auf dem Sprung“ des Wissenschaftszentrums Berlin (WZB) und der Frauenzeitschrift „Brigitte“. 91 Prozent der befragten Frauen gaben an, die Erwerbsarbeit und eigenes Geld seien sehr wichtig für sie. Und auch 76 Prozent der Männer wollen heute eine Partnerin, die „sich um den eigenen Unterhalt kümmert“. Für die Studie wurden 2012 501 Frauen und Männer zwischen 21 und 34 Jahren zu ihren Lebensentwürfen gefragt, die bereits 2010 und 2007 Auskunft gegeben hatten.

Neben dem Wunsch, finanziell unabhängig zu sein, wünschen sich fast alle befragten Frauen Nachwuchs: 92 Prozent der Befragten äußerten 2007 einen Kinderwunsch. Aber nur 42 Prozent haben bisher welche bekommen - weil mehr als die Hälfte der befragten Frauen glaubt, mit Kindern keine Karriere mehr machen zu können. Hinzu kommt: Auch Männer erleben die deutsche Gesellschaft als kinderfeindlich. Obgleich auch sie gerne Kinder hätten, bleiben sie laut der Studie unentschlossen.

Für Andrea Nahles sind die Ergebnisse der Studie nicht überraschend: „Sie machen einmal mehr deutlich: Deutschland braucht einen Wechsel - vier Jahre lang frauen- und familienpolitischer Stillstand sind genug! Statt Milliardenbeträge für das schwarz-gelbe Betreuungsgeld zu verschwenden, werden wir die Rahmenbedingungen dafür schaffen, dass Frauen Beruf und Familie mit den Männern partnerschaftlich teilen können!“ Was bedeutet das konkret?

- Keine Frau und kein Mann soll sich zwischen Erwerbstätigkeit und Familie entscheiden müssen.

Dafür wird die SPD eine Familienarbeitszeit einführen, die Frauen und Männern erlaubt, ihre Arbeitszeit befristet partnerschaftlich zu reduzieren (zum Beispiel eine 30-Stunden-Woche). Zudem wird ein Rückkehrrecht zur alten Arbeitszeit umgesetzt.

- Das sinnlose Betreuungsgeld von Schwarz-Gelb wird abgeschafft und in den weiteren Ausbau von Ganztagskitas sowie in eine Million neue Plätze in Ganztagsschulen investiert. In einem nächsten Schritt wird die SPD Eltern stufenweise von Kita-Gebühren befreien.

- Immer noch sind nur vier Prozent aller Vorstands- und 13 Prozent aller Aufsichtsratsposten in den Top-200-Unternehmen von Frauen besetzt. Die SPD wird eine 40-Prozent-Geschlechterquote für Aufsichtsräte und Vorstände börsennotierter und mitbestimmter Unternehmen festlegen.

„Die schwarz-gelbe Bundesregierung hat vier Jahre an den Bedürfnissen junger Frauen und junger Familien vorbei regiert“, erklärt Nahles. „Wer Fortschritte bei der Gleichstellung von Frauen und Männern in unserer Gesellschaft erreichen will, muss am 22. September SPD wählen!“Pressemitteilung

Büro des MdB Andrea Nahles (SPD)

Andrea Nahles, MdB und Generalsekretärin der SPD. Foto: privat

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