Allgemeine Berichte | 18.01.2016

Raumausstatter Manfred Novak präsentiert sein künstlerisches Werk

"Suchen und finden"

Gut besuchte Vernissage - Ausstellung im Kultur- und Jugendbahnhof noch bis 31. Januar

Der Künsteler (M.) im Kreise seiner Ehrengäste. FA

Bad Breisig. Die Quellenstadt hat in ihren Mauern eine große Gemeinde von Kunstschaffenden. Darüber hinaus pflegt sie reichlich Kontakte mit Künstlern aus Orten der Nachbarschaft. Der Kultur- und Jugendbahnhof hat sich im letzten Jahrzehnt zu einem Forum der bildenden Kunst entwickelt, denn Kreative zeigen hier, unterstützt von der Stadt, gern die Erzeugnisse ihrer Tätigkeit in Ausstellungen. Die jeweilige Eröffnung einer Kunstausstellung, neudeutsch "Vernissage“ genannt, ist stets ein Zusammentreffen von Gleichgesinnten und interessierten Bürgern. Am letzten Freitag fand im Kulturbahnhof eine Vernissage statt, die eine faustdicke Überraschung war: Manfred Novak, Inhaber eines renommierten Breisiger Raumausstatter-Unternehmens, gab erstmals Einblick in sein nebenberuflich als Hobby betriebenes künstlerisches Lebenswerk - und was der Polstermeister im Rentenalter an Gemälden zeigte, das löste bei der großen Besucherschar pures Erstaunen aus. Außer ein paar eingeweihten Freunden hatte niemand eine Ahnung davon, was der Handwerker Manfred Novak außer Reisen und Wandern noch in seiner kargen Freizeit leistete: Er malte - und wie!

Inspiration durch den Großvater

„Ich hatte Freude am Zeichnen und Malen seit meiner Kindheit. Wenn es mich packte, malte ich nach meinem stressigen Tagesgeschäft bis spät in die Nacht, auch schon mal die ganze Nacht durch,“ erzählt der Autodidakt. Inspiriert hat ihn der Großvater, der auch ausgezeichnet malte. Was man beim Betrachten der Gemälde nicht für möglich hält: Manfred Novak hat nie eine Kunstakademie besucht, hat nie an einem Malkurs teilgenommen. So, für sich allein kreativ arbeitend, entwickelte er einen völlig eigenen Stil der Personendarstellung, den Ausdruck der Gesichter minimierend, ganz auf das Wesentliche beschränkt. Seine Sujets fand er im privaten Umfeld: Hochzeit, Geburtstage, Kinderkommunion, Fronleichnam, Debattierkreis und Wanderungen. Die Freude an der Natur waren weitere Themen seiner Bilder. Stets aussagekräftig, das Bemerkenswerte in den Vordergrund gerückt. Die Künstler- Kollegen waren beeindruckt. Wieso wusste kaum jemand von der Passion des einfachen Handwerkers, der soviel Natur erwanderte und weit reiste, bis ins tiefe Afrika, einmal bis in die Gebirgswelt des Himalaja? Was machte Novak mit der Masse an Gemälden, die er - einem inneren Zwang folgend - auf die Leinwand brachte? „Ein Paar verschenkte ich interessierten Freunden, viele stapeln sich in meiner Wohnung.“ Dafür sind sie wirklich zu schade - das jedenfalls meinte der befreundete Malermeister Kurt Schalenberg, selbst familiär eng mit der Kunst verbunden. Zusammen mit MdL Guido Ernst bohrte er bei Manfred Novak so lange, bis der sich zu der Ausstellung seines Lebenswerks erweichen ließ.

Bescheidener, aber genauer Beobachter

Ein guter Bekannter, Dr. Uwe Mallin, würzte die Vernissage mit einer launigen Laudatio: „Manfred Nowak ist auffallend bescheiden, er beobachtet unbemerkt die Außenwelt und in Reflexion darauf seine Innenwelt, lauscht den leisen und den schrillen Tönen und überträgt sie schlafwandlerisch auf die Leinwand…“ Der Laudator stellte die ausschließlich positiven Charaktereigenschaft des Künstlers heraus und griff dessen Sichtweise der Dinge auf: „Weite, großzügige Landschaften vor deren Farben sich selbst Bäume und Felder verneigen, mit weiten Sichten, ohne Menschen - es sei denn ein harmloser, auf seinem Weg verschwindender kleiner Wanderer, der eins wird mit der Natur…“ Was die dargestellten Menschen angeht, so sieht der Laudator „Personen, die den Eindruck machen, als seien sie überrascht worden, unvorbereitet, aufgespürt, auch widerwillig, verschlossen, erstarrt, sprachlos…“ Tatsächlich zieht sich eine durchgehend depressive Stimmung durch die gemalten Personen-Gruppen.

Dr. Mallin sieht darin „etwas Verstörendes, Rätselhaftes. Etwas führt sie zusammen, und es ist kaum die Freude. Ich würde sie gern aus einer Welt von beengenden Konventionen befreien. Vermutlich täusche ich mich, habe sie nur gestört und sie wollen, wie bisher, unter sich bleiben.“

Der Laudator charakterisiert damit treffend die Empfindungen, die auf den Betrachter vor den in meist farb-reduzierten Ölfarben, teils auch in erhabener Spachteltechnik gefertigten Bildern zukommen. Die Kompositionen des Manfred Novak sind allesamt höchst originale Arbeiten. Selbst die mit Tusche oder Stift gefertigten Bilder älteren Datums sind ausdrucksstark und geben Auskunft über die umfassende Kreativität des Künstlers. Stadtbürgermeisterin Gabriele Hermann-Lersch sah bei ihrem Grußwort in den Bildern von Manfred Novak „viel Rätselhaftes, aber große Kunst, von der man nicht ahnt, wie sie so lange im Verborgenen gehalten werden konnte.“ Auch Brunnenkönigin Maren I. macht in ihrer eloquenten, sympathischen Art dem Künstler ein paar artige Komplimente bevor sie die Ausstellung eröffnet.

Die Antwort des Manfred Novak gab Zeugnis von dessen Bescheidenheit: „Wenn ich könnte, würde ich jetzt auch was sagen. Aber ich kann mich nur bedanken bei allen, die mich ermutigt und die mir geholfen haben.“

Die Ausstellung ist noch bis zum 31. Januar jeweils Freitag bis Sonntag zwischen 15 und 20 Uhr geöffnet.

Selbstbildnis.

Selbstbildnis.

Dr. Uwe Mallin hielt eine treffende Laudatio.

Dr. Uwe Mallin hielt eine treffende Laudatio.

Porträt Seemann.

Porträt Seemann.

Der Künsteler (M.) im Kreise seiner Ehrengäste. Fotos: FA

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