Prüfungsbester der Metallbau-Innung studiert jetzt an Fachhochschule in Aachen
Vom Metallbauer zum Studium der Technik und Raumfahrt
Lehrbetrieb Thomas Sonntag - Prüfungsbester Felix Möhren: „Ohne Fleiß, kein Preis“
Remagen. „Aller guten Dinge sind drei“, dieser Satz hat für Thomas Sonntag eine besondere Bedeutung. Denn bereits zum dritten Mal hintereinander kommt der Prüfungsbeste der Metallbau-Innung aus dem „Stall“ der Firma Metallbau Sonntag aus Remagen. Wobei das geflügelte Wort „Stall“ in diesem Fall noch eine besondere Bedeutung hat, nannte sich der Großvater des heutigen Chefs, Thomas Sonntag, doch noch Hufschmied. Heute hat sich die Firma Sonntag mit Sitz im kleinen aber feinen Gewerbegebiet in Oedingen auf Fenster, Türen, Markisen, Geländer, Wintergärten und vieles mehr rund ums Haus spezialisiert. Felix Möhren, eben der diesjährige Prüfungsbeste Metallbauer der Metallbau-Innungsbetriebe im Kreis Ahrweiler hat es besonders mit Geländern. Der 24-Jährige aus Grafschaft-Bengen fand es ganz toll, „so einfach ein Stück Metall zu nehmen, es zu bearbeiten, und dann beim Kunden stolz ein Geländer einbauen zu können“. Das sei doch Kreativität pur, sagt der junge Mann, der bei seinem Onkel die Lehre machen durfte.
Die Verwandtschaft spielte sicher eine Rolle mit bei dem Entschluss, eine Lehre anzunehmen. Schließlich hat Felix Möhren am kreisstädtischen Peter-Joerres-Gymnasium im Jahre 2011 ein astreines Abitur abgelegt.
Aber der junge Mann, der auch beim Finanzamt mal ein Praktikum absolviert hatte, entschloss sich wissentlich eben erst einmal ein Handwerk zu erlernen. Ja, da ist er sich sicher, das hatte er mit den beiden Geschäftsführern Thomas Sonntag und René Roth, „aber auch mit Tante Kerstin“ besprochen. Wenn er eine anständige Prüfung hinlegt, hat er eine goldene Zukunft in der Firma. Da war schon der Meistertitel im Gespräch, doch zuerst hieß es „Lehrjahre sind keine Herrenjahre“.
Theorie und Praxis vereinen
Felix hatte keine Privilegien: „Ich musste wie die anderen freitags den Hof und die Halle kehren, und wenn ich Fehler machte, bekam ich genauso einen Rüffel. Aber das war gut so,“ sieht er heute auf die zwei Jahre und neun Monate Lehrzeit zurück. Und Felix Möhren hat sich nicht ausgeruht in der Zeit. Abends nach Feierabend setzte er sich mit den Planungsprogrammen zu Hause hin, entwarf Geländer und Wintergärten selber am Computer. „Wenn das dann bei einem Kunden errichtet wurde, war ich natürlich besonders stolz“, sagt der junge Mann, der auf der Grafschaft leidenschaftlich gerne Fußball spielte. „Das musste ich aber bald dran geben, die Zeit reichte einfach nicht mehr“, so seine Erkenntnis. Denn Felix Möhren wollte mit der Weiterbildung nicht warten, bis die Lehrzeit zu Ende war. Er begann ein Fernstudium in dem Fach Maschinenbau. „Da hieß es nur noch pauken, arbeiten und schlafen“, erinnert er sich.
„Ohne Fleiß, kein Preis“, so seine frühe Erkenntnis. Das Lernen allein an der Berufsfachschule füllte ihn nicht so richtig aus. „Da ist noch ein gutes Stück Luft nach oben“, lobt er aber auch seine Lehrer an der BBS in der Kreisstadt, die ihm immer zu dem eingeschlagenen Weg geraten hätten.
Dieser Weg führte ihn nun nach Aachen an die Fachhochschule. Nicht mehr Maschinenbau ist da sein Fach, Felix Möhren will ganz hoch hinaus. Er absolviert nun ein Präsenzstudium als Luft- und Raumfahrttechniker. „In der ersten Klausurphase konnte ich bei allen Fächern eine Eins einfahren“, lacht der „Überflieger“ aus der Grafschaft.
In drei Jahren will Felix Möhren den „Bachelor Engineering“ in der Tasche haben. Sein Chef ist stolz auf die Leistung seines Neffen und sagt: „Der Felix hat immer gute Laune, zeigt mit seiner herausragenden Gesellenprüfung aber auch, wie faszinierend und vielseitig das Metallbauhandwerk für junge Menschen ist. Wir suchen immer Nachwuchs, den wir qualifiziert ausbilden.“
Felix Möhren strahlt immer gute Laune aus.
Der Umgang mit Metall bedarf einer harten Schulung.
