Lokalsport | 29.07.2013

Die SG Bad Breisig wird 25 Jahre alt

Vom Spitzensport zum Breitensport

Das Bild der Leichtathletik hat sich in den letzten Jahren auch in der Badestadt gewandelt

Nach Luxemburg ging es zum Schülersportfest 1994 mit Wolfgang Schmidgen (hinten l.) und Karin Küpper (hinten r.) als Betreuerteam.TER

Bad Breisig. Es ist noch gar nicht so lange her, da sprach man von der Leichtathletik nur als „Königin des Sports“. Doch diese Zeiten sind vorbei und die Königin hat sich von ihrem Stadtpalast inzwischen mehr und mehr aufs Land zurückgezogen. Lediglich bei Weltmeisterschaften oder den Olympischen Spielen zeigt „Queen Leichtathletik“ noch etwas von dem Glanz früherer Jahre, auf dem sich jedoch gerade in letzter Zeit dunkle Skandalflecke ausbreiten.

Am 18. August wird groß gefeiert

Diese Gesamtentwicklung hinterlässt Spuren, mit denen sich jedoch die Vereine an der Basis wenig beschäftigen. Hier wird Ausbildung mit sauberen Mitteln groß geschrieben, und mit dieser Basis wollen auch die Leichtathleten der SG Bad Breisig das 25-jährige Vereinsjubiläum am 18. August ab 11 Uhr im Rheintalstadion feiern und zeigen, dass sich ihr Sport in der Badestadt noch lange nicht auf den ländlichen Ruhesitz zurückgezogen hat. Im Gegenteil: Unter Federführung von Abteilungsleiterin Irene Richter und den Trainern Daniel Altenhofen und Maike Rott wächst über die gezielte Jugendarbeit wieder etwas heran, das die rund 100 Mitglieder starke Abteilung vielleicht wieder an die glanzvollen 70er und 80er Jahre erinnert. Erinnert an die Glanzzeiten von damals, als unter „Ziehvater“ Jakob Mennen sowie den Trainern Wolfgang Schmidgen und Klemens Neuhaus die Abteilung fast 170 Mitglieder zählte und sich davon etwa 100 Aktive beim Training am Hasenberg und auf Wettkämpfen tummelten.

„Damals“, so erinnert sich Wolfgang Schmidgen, der in 28 Jahren Trainertätigkeit einen Großteil seiner Freizeit auf dem Hasenberg und auch noch im Stadion verbracht hat, „stellte die Germania Oberbreisig, die dann 1988 in der SG Bad Breisig aufging, die wohl größte und erfolgreichste Leichtathletik-Abteilung im Kreis Ahrweiler. Und mit einer Höhe von 1,86 Metern hielt Peter Hoffmann als 14-Jähriger 1986 die deutsche Jahresbestleistung seiner Altersklasse im Hochsprung.“

Jakob Mennen hat den Verein geprägt

Das war dann die Zeit, in der Bad Breisig Leichtathletik-Zentrum für die Rheinschiene war und die Sportler aus Remagen, Sinzig und sogar Andernach die Trikots der Badestadt durch das Rheinland und die ganze Bundesrepublik trugen. Die Vorarbeit zu diesem Höhenflug jedoch war das Werk des Jakob Mennen. Schmidgen: „Der Jakob hat den Verein gegründet und geprägt. Er hat die Sportler in seinem überfüllten Lloyd zur Sportabzeichen-Abnahme nach Bad Neuenahr gebracht und sich um Jeden und Alles gekümmert.“ Das war die Zeit der Improvisation und des Aufbaus, wobei der Aufbau damals nicht so schwer fiel, da die Leichtathletik die Königsklasse des Sports war - voll von schillernden Leitfiguren wie z.B. Armin Hary, Manfred Germar, Willi Holdorf, Annegret Richter, Ingrid Becker, Heide Rosendahl und wie sie alle hießen.

Ausbildung von Spitzenleuten

1971 begann dann mit den Trainern Wolfgang Schmidgen und Klemens Neuhaus die Systematik im Training und der Ausbildung von Spitzenleuten, wobei das Augenmerk jedoch auch immer auf die Breite gerichtet war. Schmidgen: „Damit begann dann auch die Zeit der Vergleichswettkämpfe zum Beispiel mit dem Niederrhein in Kerken. Damals hatten wir hier in der Badestadt Leichtathletik auf gutem Niveau. Das alles ging dann 1988 nahtlos in die SG über, wobei die Leichtathleten diesem Zusammenschluss von Anfang an ohne Wenn und Aber positiv gegenüber standen. Wir waren positiven Entwicklungen gegenüber stets aufgeschlossen und unsere Aktiven kamen aus der ganzen Umgebung bis hin nach Spessart. Wir hatten und haben hier etwas geschaffen, wo sich alle wohl fühlen konnten und sollten.“ Und dieses Wohlfühlen ging dann sogar weit über die Grenzen der Badestadt und der näheren Umgebung hinaus.

Gesundes Vereinsleben in Gefahr

Trotz aller Anekdoten, Anekdötchen und obwohl die Leichtathletik weiter florierte - der Trend ließ sich nicht stoppen und Anfang der 90er Jahre kam das auf, was Schmidgen „Verzettelung“ nennt. Und dieser Ausdruck steht für ihn synonym zum permanenten Einwirken von Trends und Technik auf die heranwachsende Generation. Eine Entwicklung, die für ein gesundes Vereinsleben immer weniger Platz lässt. Schleichend erfasste dieser Prozess auch die SG-Leichtathleten, obwohl sich Mitte der 90er Jahre mit dem Rheintalstadion die äußeren Bedingungen verbesserten. Irene Richter: „Auch das Überangebot von neuen Sportarten oder Fitness-Centern trifft unsere traditionellen Sportvereine hart. Früher blieb den sportinteressierten Jugendlichen nur der Weg über den Verein, auch aus finanziellen Gründen. Heute, in dieser schnelllebigen Zeit, geht doch kaum noch einer eine längerfristige Bindung mit einem Sportverein ein, wenn er sich angeblich die Fitness für ein paar Euro kaufen kann oder eine Trendsportart bedeutend cooler` ist.“

Nur einmal Training pro Woche

Zahlenmäßig ging´s folglich bergab und heute, im fünften Jahr ihrer Tätigkeit als Abteilungsleiterin, beziffert Irene Richter die Mitgliederzahl auf „etwa 100, wobei die Aktiven sich auf etwa 60 Kinder und Jugendliche beschränken“. Dennoch sieht Richter optimistisch in die Zukunft, denn „ihre“ Schützlinge unter der Obhut von Daniel Altenhofen und Maike Rott schnuppern auch wieder außerhalb der Badestadt Leichtathletik-Luft. Richter: „Wir sind jetzt wieder so weit, dass unsere Nachwuchssportler wieder Wettkämpfe besuchen. Allerdings tut sich da ein zeitliches, finanzielles und ein platzbedingtes Problem auf: Wir können nur einmal pro Woche Training anbieten. Und damit kann kaum ein wirklich lukratives Angebot auf die Beine gestellt werden. Die Trainer werden auch beruflich gefordert, und im Rheintalstadion ist die Konkurrenz groß. Dennoch: Wir bilden hier weiterhin junge Sportler aus, damit sie sich in der LG Kreis Ahrweiler weiter entwickeln und bewähren können. Wir bieten die Abnahme von Lauf- und Sportabzeichen an. Ein Angebot, was gerne angenommen wird.

Was sich außerdem noch tut, das präsentieren die SG-Leichtathleten am 18. August mit einem Spielewettkampf für Kinder und Jugendliche und die Verantwortlichen informieren über die „königliche“ Zukunft ihres Sports in der Badestadt.

TER

Nach Luxemburg ging es zum Schülersportfest 1994 mit Wolfgang Schmidgen (hinten l.) und Karin Küpper (hinten r.) als Betreuerteam.Foto: TER

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