Allgemeine Berichte | 28.10.2014

Sonntagswanderung Eifelverein Bad Breisig

Wanderung ins Blaue

Am Aussichtspunkt Weiselstein bot sich eine kurze Rast an. privat

Bad Breisig. Für die aktiven Wanderer des Eifelvereins Bad Breisig stand eine Wanderung ins Blaue im Wanderplan. Diesmal sollte es eine Wanderung mit Kultur und Historie werden. Start und Ziel war Königsfeld im schönen Vinxtbachtal. Dort mit dem PKW angekommen machte man sich auf den Weg durch den Ort auf dem Platz vor der Kirche. Hier wurde an einem munter fließenden Brunnen aus Keramik Halt gemacht. Denn hier mit dem Brunnen beginnt die Keramik-Route. Ein Keramik-Skulpturenweg, der ein Gesamtkunstwerk auf einer Wanderroute darstellt mit acht Keramik-Objekten, die sich in eine sanft geschwungene Landschaft harmonisch einfügen.

Mitten im Ort am Brunnen beginnt die Keramikroute.

Der Weg führte die Wanderer weiter in einem Hohlweg 500m bergauf zum ersten Keramikplateau, das sich aus vier Einzelobjekten rund um einen Teich platziert. Dort erheben sich eine Keramiksäule mit Mondsichel, eine Schale, eine Welten-Kugel und eine Schale mit Fischen und Paddelsymbole.

Das Wasser als Sinnbild für Geist, soll das Wachwerden für innere Dinge anregen, ein Nachdenken über Naturgesetze und deren Einflüsse. Dem Feldweg weiter bergauf folgend, erreichten die Wanderer eine ungewöhnliche Sitzbank am Heiligenhäuschen. Die Motive erinnern an Tore: ist das eine durchschritten, tut sich ein weiteres auf. Hier wird der unendliche Lernprozess des Lebens angesprochen. Über eine schmale Treppenschneise erreichen die Wanderer die Tafelrunde - ein Keramik-Basaltlava-Holz-Kunstobjekt. In Anlehnung an die Tafelrunde der Ritter und der Apostelrunde mit der mystischen Zahl 12 plus 1. Hier wird die Symbolik der Zahl 13 angesprochen. Ein runder Tisch mit 12 gedeckten Tellern mit Keramiksymbolen ließ der Fantasie der Betrachter/-innen Raum zum Nachdenken und Innehalten. Das gleichschenkelige Kreuzsymbol der Kelten unter dem runden Basaltlavastein, größer als ein Mühlstein ist an einem Platz, geschützt durch den lichten Wald. Dieser Platz regt zur Meditation an, um länger dort zu verweilen und die Natur auf sich wirken zu lassen. Gerade dort trat vor 400.000 Jahren das glühende Erdinnere an die Oberfläche und erstarrte. Die Basaltsäulen sind heute noch zu sehen. In früheren Jahren wurde dort auch Basalt abgebaut. Den schützenden Wald um die Tafelrunde bergauf verlassend, erreichte man nach 40m die Dreigemarkungssäule. Dies ist ein Ort, an dem in der Vorzeit römische und keltische Kulturen aufeinander trafen. Eine mächtige dreikantige Stele aus Ton, 2,95m hoch, steht hier.

Hier trennten sich die Wanderer von dem Keramikweg und es ging dann auf dem Brohltalweg zur Grillhütte Schauinsland oberhalb von Dedenbach auf dem Stucksberg, um die Mittageinkehr zu halten. Bei schönem klaren Wetter war die Weitsicht fantastisch bis ins Siebengebirge, in den Westerwald und in die Eifel hinein. Nach kurzer Pause ging es dann weiter auf dem Brohltal-Wanderweg in südlicher Richtung auf dem Höhenrücken entlang hinüber zur Burgley, stets mit einem grandiosen Panorama zu der Linken. Nun ging weiter auf breitem Waldwanderweg zum Weiselstein mit einem Aussichtsturm, den man erstieg, um die weite Sicht auf das Siebengebirge zu genießen.

Auf dem Weiselstein gibt es eine schöne Heide-Landschaft.

Über einen schmalen Serpetinenweg durch den Wald war das nächste Ziel das idyllisch gelegene Gut Schirmau. Weiter wanderte man hinunter nach Untervinxt und zurück nach Königfeld vorbei an abgeernteten Feldern über den Keramikweg zu den „Drei Wachen über Königsfeld“. Diese sollen die drei Lebensphasen des Menschen symbolisieren.

Der Weg der Wanderer führte weiter abwärts zu dem Sitzplatz unter den vier Eichen, eine 3m ausladende Keramiksitzrunde, 45 cm tief im Erdreich versenkt, ergab eine neue Sichtweise aus der abgesenkten Sitzhöhe und erleichtere das Verschmelzen mit der Natur. Darüber zog ein schützendes grüne Kronen-Dach der Eichen und gab Schutz für die Rastenden.

Den Abschluss kurz vor Königsfeld bot die Sitzgruppe mit geometrischen Figuren und Gegensätzen von Rechteck und Kreis. Ein runder Basaltlavatisch mit im rechten Winkel gebauten Eichenholz-Keramik lud zum Verweilen ein und ermöglichte eine Ausrichtung mit Blick auf das nahe Königsfeld, dem Ausgangs- und Endpunkt der Wanderung. Nach einer kurzen Schlußeinkehr in Königsfeld endete die Sonntagswanderung mit viel Wissen und Kultur beeindruckt und bereichert ganz entspannt für die Aktiven des Eifelverein Bad Breisig bei herrlichem Sonnenschein. Der Dank der Wanderer für die gute Führung über diese außergewöhnlich schöne und interessante Wanderstrecke galt der Wanderführerin.

Am Aussichtspunkt Weiselstein bot sich eine kurze Rast an. Foto: privat

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