Politik | 30.06.2015

Vom Bahnhof Brohl „Rheinanlagen“ geht es unter Dampf durch das Brohltal direkt in die Vulkaneifel

Was macht der Vulkan-Express mit einem Schiffs-Anleger?

Drei Mann auf einem Steiger: (von vorne) Stefan Raab, Bürgermeister Michael Schäfer und Michael Haubner. TER

Brohl. Gar mancher wird, um es vornehm auszudrücken, ungläubig aus der Wäsche schauen und sich dann vorsichtig umsehen. Er ist soeben mit dem Bahnhof Brohl Rheinanlagen konfrontiert worden und denkt an einen Witz. Einen Witz, den da Brohls Bürgermeister Michael Schäfer sowie die beiden Geschäftsführer der Betriebsgesellschaft Brohltal-Eisenbahn, Michael Haubner und Stefan Raab, auf seine Kosten machen wollen. Aber weit gefehlt, denn dann fällt der Blick auch schon auf den Bahnsteig und das Schild Brohl Rheinanlagen, direkt gegenüber vom Pavillon.

Der Rheinsteiger wurde zu teuer

Und jetzt klärt sich auch ganz schnell die Frage, warum ausgerechnet die Macher rund um den Vulkan-Express den Schiffs-Anleger der früheren Fähre zwischen Brohl und Rheinbrohl übernommen haben, nachdem das gute Stück dem Ortssäckel zu teuer geworden war und abgeschafft werden sollte. „Damit wäre dann wieder ein Kapitel in der Geschichte unseres Ortes zugeschlagen worden“ so die drei Gesprächspartner unisono. Aber bevor es so weit kam, sprangen eben die Betreiber der Brohltalbahn ein, und machte den Anleger zu einem Bestandteil ihres erweiterten Marketingkonzeptes. Das hört sich jetzt großartig an, steckt aber – die „Vulkanier“ haben bereits vor knapp zehn Jahren den Anleger übernommen – auch heute noch in den Kinderschuhen. Doch bringen wir das Ganze mal in eine Chronologie. Und da kennt sich Bürgermeister Schäfer aus: „Früher betrieben die beiden Gemeinden Brohl und Rheinbrohl gemeinsam die Fähre, und waren jeweils auf ihrer Rheinseite für den Steiger zuständig. Da gab es einen gemeinsamen Fährausschuss und eine rege Nutzung des Fährbetriebs, schon allein wegen der Pendler zum Hilgers-Stahlwerk und der angeschlossenen Werft. Die Entwicklung ist bekannt: Die Hilgers gibt es nicht mehr und damit auch kaum Pendlerinteresse. Hier in Brohl sollte Anfang der 90er Jahr der Steiger weg, als der Fährbetrieb eingestellt wurde. Und nahezu zwingend wurde eine solche Entscheidung, als mit der neuen Autofähre zwischen Brohl und Bad Breisig einem weiteren Fährbetrieb auch die letzte Grundlage entzogen wurde.

Die Rettung für den Steiger

Die Rettung für den Steiger kam dann durch die Brohltal-Eisenbahn, verbunden mit der eingangs erwähnten Frage: Was macht der Vulkan-Express mit einem Bootssteiger ohne Boot? Die Begründung lieferte Michael Haubner, während sich Stefan Raab anschließend um Perspektiven kümmerte. Haubner: „In der Anfangszeit diente der Steiger als Anleger für die Flotte der Ausflugsschiffe, zum Beispiel der Neuwieder Reederei Collée. Aber das Tagesgeschäft für diese Ausflugschiffe zwischen Koblenz und Bonn ist doch erheblich zurückgegangen. Dennoch legen jährlich fünf bis sechs dieser Schiffe mit einer Gesellschaft, die eine Kombination von Fahrt auf dem Rhein und dann mit dem Vulkanexpress unter Volldampf in durch das Brohltal in die Vulkaneifel, gebucht hat. Und hier findet sich dann auch die Antwort auf die Frage, was wir mit dem Steiger machen. Steiger und Bahnhof Brohl „Rheinanlagen“ bieten da eine ideale Kombination.“ Und darin liegt hier auch eine Marketing-Chance, die Stefan Raab zwar noch in den Kinderschuhen sieht, der er aber dennoch Entwicklungsmöglichkeiten einräumt: „Sicher muss, soll und wird sich da etwas bewegen, aber die Möglichkeit ist geschaffen und nun müssen wir auch offensiv mit ihr umgehen.“

Ein Stück Brohler Geschichte

Klar, reich wird die Gesellschaft über diese Kombination nicht, der Steiger ist noch ein Zusatzgeschäft. „Aber“, so Raab, „es wäre doch schade gewesen, wenn auch dieses Stück Brohler Geschichte für immer verschwunden wäre. Und so erfüllt der Steiger weiterhin einen Zweck, einmal im Sinne unserer Gesellschaft, zum anderen auch für weitere Interessenten, denn wir gestatten jedem, dort anzulegen. Wenn er sich denn traut.“ Eine Steigerung des Betriebes am Bahnhof Rheinanlagen hält Raab trotz allen Bemühungen für „ein sehr schwieriges Unterfangen an das wir mit nicht allzu großen Illusionen herangehen. Aber wir haben jetzt die Dampflok wieder unter Dampf und bieten damit eine Attraktion als einzige Privatbahn mit Anschluss an die Personenschifffahrt. Das ist etwas, was wir unbedingt erhalten wollen." Und zu diesem Erhalt tragen auch neben den Eisenbahnern die heimische Industrie und die Gemeinde bei, weniger mit pekuniären Mittel, dafür mehr mit materieller und logistischer und muskulärer Unterstützung. „Wir haben“, so Stefan Raab, „mit unseren Partnern aus Brohl und Umgebung den Anlieger erst kürzlich wieder auf Vordermann gebracht so dass er sich technisch und optisch aufgehübscht der fälligen TÜV-Abnahme präsentiert.

Die Steuer steigt wie das Wasser

Und dann, auch zum Schluss noch kein Witz: Die Vulkan-Eisenbahner arbeiten ehrenamtlich mit ihren Partnern und müssen jährlich eine Wasserpacht an die Wasser und Schifffahrtsbehörde. Raab: „Die beträgt zurzeit 180 Euro und gilt für den Steiger bis zur Bank davor auf der Hafenmole. Daran ändert sich nichts, aber der Betrag steigt.“ Wie das Hochwasser nur fällt er dann nicht mehr.

Einsteigen bitte – Bahnhof Brohl-Rheinanlagen.

Einsteigen bitte – Bahnhof Brohl-Rheinanlagen.

Drei Mann auf einem Steiger: (von vorne) Stefan Raab, Bürgermeister Michael Schäfer und Michael Haubner. Fotos: TER

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