Allgemeine Berichte | 09.09.2013

Bergkameradschaft DIE WATZMÄNNER

Watzmänner durchqueren die Verwall- und Sivrettagruppe

Die Watzmänner beim Aufstieg zur hinteren Jamtalspitze. privat

Region. Die Bergwanderung des Wanderjahres 2013 führt die Bergkameradschaft „DIE WATZMÄNNER“ in die Verwall- und Sivrettagruppe. Fünf Tage durchsteigen die Bergwanderer diese hochalpinen Regionen. Während an den ersten beiden Tagen im wilden und abgeschiedenen Verwall gewandert und geklettert wird, stehen in der zweiten Hälfte der Bergwanderung mehrere Gletscherüberschreitungen in der Silvretta und die Besteigung von zwei Dreitausendern auf dem Programm der Bergsteiger aus dem Brohltal. Die ereignisreiche Tour beginnt in Ischgl. Ein felsiger, regennasser Steig führt die neunköpfige Gruppe hinauf zur Friedrichshafener Hütte. Mit leichtem Gepäck geht es auf einer Höhenrunde tiefer in das Verwall hinein. Einsetzender Nieselregen und Nebelschwaden verhindern allerdings herausragende Fernsichten. Nach dem Überschreiten der Dürrscharte wandert die Gruppe am Schollsee vorbei zur Friedrichshafener Hütte zurück um dort zu nächtigen. Auch der zweite Tag im Verwall bringt keine Besserung der Wetterlage. Nebelschwaden und Regen begleiten die Watzmänner hinauf zum Grießkogl und über den Grat zur Fädnerspitze, 2.788 Meter. Auch vom Berggipfel ist die Sicht gleich Null. Nach kurzer Rast erfolgt der Steilabstieg zum Zeinisjochhaus. Ziemlich durchnässt werden hier die Lager bezogen. Zu Beginn der dritten Etappe wird Kops-Stausee umrundet, um danach dem Bergpfad hinauf in die Silvretta zum Breiter Spitz zu folgen. Auch an diesem Bergtag ist der Regen ein ständiger Begleiter. So ist an die geplante Besteigung eines Gipfels wie der Bieler Spitze oder gar der Großen Vallüla überhaupt nicht zu denken. Vielmehr erfordert die Durchkletterung des schlüpfrigen Blockgesteins die ganze Aufmerksamkeit der Watzmänner.

Am vierten Tag endlich Sonnenschein

Bei sonnigem Wetter wäre dieser einsame Steig ein einziger Traum gewesen, führt er doch am Vallülasee vorbei und quert ständig quirlige Gebirgsbäche. Im Gasthaus Bieler Höhe am Silvretta-Stausee wird Mittagsrast gehalten. Endlich scheint sich das Wetter zu bessern. Denn beim Weitermarsch zur Wiesbadener Hütte entlang des Stausees kommt kurz die Sonne zum Vorschein. Der vierte Tag in den Alpen wartet dann tatsächlich mit strahlendem Sonnenschein auf. Über Gletschermoränen führt die Route von der Wiesbadener Hütte hinauf zum Vermuntgletscher. Bergführer Christian Treimer, auf größte Sicherheit bedacht, lässt Steigeisen anlegen und bildet zwei Fünferseilschaften, die auf dem Firneis steil bergan zur oberen Ochsenscharte aufsteigen. Das ungewohnte Gehen mit Steigeisen und der schwere Rucksack stellen jetzt hohe Anforderungen an Geschicklichkeit und Kondition der Bergkameraden. Von der Ochsenscharte geht es über den Jamtalferner wieder bergab. Rechts und links der Route zeigen sich überall die tückischen Gletscherspalten, die entweder überschritten oder umgangen werden müssen. Nach kurzer Gletscherrast erfolgt dann der „Angriff“ auf die Hintere Jamtalspitze. Dieser herausragende Aussichtsgipfel ist nur über Gletscher zu erreichen. Auf dem Weg zur Bergspitze sind daher gewaltige Eismassen zu überwinden. Auch bei diesem überaus steilen Anstieg ist größte Vorsicht geboten.

Das Gipfelkreuz wird erreicht

Im gleißenden Sonnenlicht wird schließlich das Gipfelkreuz erreicht. Hier erschließt sich den Watzmännern das fantastische Gletscherpanorama der Silvretta. Weit schweift der Blick von der 3.156 Meter hohen Jamtalspitze in die benachbarten Alpenregionen hinein, bevor sich die Bergsteiger an den Abstieg machen und nach diesem herausragenden Bergtag in der Jamtalhütte Einkehr halten. Mit der letzten Silvrettaetappe steigen die Watzmänner über das Kronenjoch zur 3.079 Meter hohen Breiten Krone auf. Von der Bergspitze genießt die Gruppe noch einmal die herrlichen Fernsichten, bevor es bergab zur Heidelberger Hütte geht, wo die 22. Bergfahrt der Bergkameradschaft „DIE WATZMÄNNER“ in gemütlicher Runde ihr Ende findet.

Die Watzmänner beim Aufstieg zur hinteren Jamtalspitze. Foto: privat

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