Der Kreis Neuwied hat gewählt
80 000 Bürger wählten Erwin Rüddel
Der CDU-Politiker holte direkt den Wahlkreis 198 – SPD-Frau über Landesliste im Bundestag
Neuwied/Altenkirchen. „Ich werte das Ergebnis hier im Wahlkreis auch als starke persönliche Ermutigung. Dass mich die Wähler erneut als ihren direkt gewählten Abgeordneten nach Berlin schicken, ist für mich Ansporn und Verpflichtung zugleich. Ich nehme diesen Auftrag sehr ernst“, erklärte Erwin Rüddel am Wahlabend, nachdem er als Direktkandidat des Wahlkreises 198 Neuwied/Altenkirchen in den Bundestag einzieht. Denn von den fast 170.300 Stimmen entfielen nahezu 80.000 auf Rüddel, was 46,9 Prozent entspricht. Gegenüber der Bundestagswahl von 2009 konnte der Windhagener ein Plus von 7,7 Prozent einfahren. In seiner Heimat-VG Asbach holte der CDU-Politiker gar satte 56,7 Prozent, gefolgt von der VG Gebhardshain mit 56,1 Prozent. Das schlechteste Ergebnis hatte Erwin Rüddel in der VG Altenkirchen mit lediglich 40 Prozent. Kein Wunder, denn hier dominierte seine SPD-Konkurrentin Sabine Bätzing-Lichtenthäler mit 44,1 Prozent. Obwohl die Kandidatin den Wahlkreis nicht direkt holte, wird sie ebenfalls Bundestagsabgeordnete, denn sie stand auf der Landesliste auf dem sicheren Platz 3. Im gesamten Wahlkreis 198 erreichte die Politikerin aus Forst immerhin 37,3 Prozent der Erststimmen, 0,9 Prozent mehr als bei der Bundestagswahl 2009. Das schlechteste Ergebnis hatte sie mit 28,3 Prozent in VG Asbach und beste mit 44,2 in der Verbandsgemeinde Hamm in der auch ihr Wohnort liegt. Zum Wahlausgang sagte Sabine Bätzing-Lichtenthäler gegenüber Blick aktuell: „Ich bin schon enttäuscht über das Ergebnis - gleichzeitig habe ich mich aber über meinen persönlichen Erststimmenzuwachs gefreut. Zeigt es doch das Vertrauen der Wähler in meine Arbeit. Unsere Region werde ich im Bundestag weiterhin vertreten dürfen über den dritten Listenplatz.“ Gegenüber 2009 mussten die übrigen Wahlkreiskandidaten Abstürze hinnehmen. Am stärksten traf es die FDP-Frau Sandra Weeser mit einem Minus von 8,3 Prozent und landete auf 4,7 Prozent. Betroffen mit 1,6 Prozent Minus war Elisabeth Bröskamp (Grüne) und Jochen Bülow (Linke) hatte 2,2 Prozent weniger Erststimmen. Bei den Zweitstimmen kamen im Wahlkreis die CDU auf 45,6 Prozent (ein Plus von 9,6) und die SPD ebenfalls mit einer Zunahme von 3,7 auf 28,6 Prozent. Gegenüber der Erststimme für Sabine Bätzing-Lichtenthäler sanken die SPD-Zweitstimmen um fast 9 Prozent. Gestiegen sind sie jedoch bei FDP, Grünen und Linken. Bei großen Parteien ist bei den Zweitstimmen gegenüber den Erststimmen jedoch ein leichter Abwärtstrend erkennbar. Übrigens kam die AfD, die keinen Kandidaten hatte, bei den Zweitstimmen im Wahlkreis 198 direkt auf 5,1 Prozent, wäre also, wenn es nach den Bürgern im Wahlkreis Neuwied/ Altenkirchen ginge, im Bundestag. Von den zur Wahl aufgerufenen 240.000 Bürgern gaben etwa 70 Prozent, fast 170.300, eine gültige Stimme ab, was ein Plus von rund 0,3 Prozent bedeutet. Der alte und neue CDU-Bundestagsabgeordnete Erwin Rüddel – Sabine Bätzing-Lichtenthäler war am Wahlabend für ein Statement nicht erreichbar – versprach in seiner Stellungnahme, dass er sich in Berlin für gute Verkehrsverbindungen, schnelles Internet, wohnortnahe Arbeitsplätze und flächendeckende gesundheitliche Versorgung im Wahlkreis 198 einsetzen will.
