Erwin Rüddel informierte sich beim Kreisvorsitzenden Georg Groß
Bauern sind bei Milchpreisen unter Druck
Neuwied. Den Hof des Kreisvorsitzenden des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau, Georg Groß, suchte der heimische CDU-Bundestagsabgeordnete Erwin Rüddel in seinem Wahlkreis Neuwied/Altenkirchen auf. Das Interesse galt der aktuellen Situation und den Belangen der Milchbauern in der Region. Die Preisentwicklung für Trinkmilch nahm dabei einen besonderen Schwerpunkt ein.
„Wir haben durch die klimatischen Bedingungen hier grundsätzlich beste Voraussetzungen, um Futter für Wiederkäuer anzubauen und damit eine prima Grundlage, um Milch- und Rindfleischprodukte zu erzeugen“, sagte Groß und ergänzte: „Die Bauern mussten sich aber bis zum 1. April 2015, der auferlegten Milchquote wegen, einer politischen Ungerechtigkeit beugen.“ Der Vorsitzende des Kreisbauernverbands erwähnte dabei explizit „Quotenpacht“ und „Quotenkauf“.
Ein weiteres und ganz spezielles Problem bei der Milchpreisgestaltung stellten die Discounter und Handelsketten dar. „Die nehmen in Deutschland entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung der Milchpreise. Einerseits drücken sie diese, während sie auf der anderen Seite die Milchpreise erhöhen. Große Molkereien tun das Ihrige.“ Einmal mehr wurde die Forderung nach EU-Ausgleichszahlungen laut. „Wer Nahrung produziert, dem stehen die EU-Gelder auch zu“, betonte der langjährige Milchbauer. Rüddel äußerte, für die CDU/CSU-Bundestagsfraktion stehe fest, dass sich die Milchwirtschaft in einer „schwierigen Lage“ befindet. Für diese Krise gebe es keine Lösung im Sinn einer Marktregulierung. Doch müsse sich damit befasst werden, wie die Landwirte in dieser Lage unterstützt werden könnten. „Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestags entlastet landwirtschaftliche Betriebe mit 78 Millionen Euro“, merkte Rüddel an.
Für Groß spielt in die Gesamtsituation der „ökologische Gedanke“ mit ein. Er übte in diesem Zusammenhang auch Kritik: „Umweltverbände und Gutmenschen wollen alle mitreden und uns vorschreiben, was wir wie zu machen haben. Demzufolge darf der Bauer nicht mehr selbst denken, sondern nur das tun, was ihm auferlegt und vorgeschrieben wird. Doch auch wir Bauern wissen selbst, wie wichtig es ist, Umweltschutz zu praktizieren. Das darf aber nicht heißen: zurück auf die Bäume.“
Statt zunehmender Auflagen und Reglementierung sprach sich Groß für das von Verantwortung getragene Selbstengagement der Bauern aus: „Unsere tägliche Arbeit ist ohne Berufung, Passion und Herzblut gar nicht zu leisten.“ Das bekräftigte aus eigenem Erleben auch Rüddel, dessen Eltern ebenfalls einen Bauernhof betrieben haben.Pressemitteilung
des Bürgerbüros AK
Erwin Rüddel (MdB)
