Politik | 24.05.2014

Vortrag von Staatssekretär Dr. Thomas Griese im „Alten Stadtweingut“ Bad Hönningen

Betriebsbeschränkungen für laute Güterzüge im Mittelrheintal

In Bad Hönningen referierte der Staatssekretär des Umweltministeriums, Dr. Thomas Griese, vor vielen Interessierten über den unerträglichen Zustand des Bahnlärms im Mittelrheintal.privat

Kreis NR. Zu einem Vortrag über den unerträglichen und lauten Güterverkehr im Mittelrheintal hatte die Landtagsabgeordnete Elisabeth Bröskamp (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN), den rheinland-pfälzischen Staatssekretär des Umweltministeriums, Dr. Thomas Griese, eingeladen. Vor sehr vielen Zuhörern referierte der Staatssekretär zum Thema „Betriebsbeschränkungen für laute Güterzüge im Mittelrheintal“ in Bad Hönningen. Es war ein Vortrag, der die Zuhörer rundherum begeisterte. Neben Vertretern von „BIN gegen Lärm“ aus der Region, spürte man bei der anschließenden Diskussion unter der Leitung des Vorsitzenden der Bad Hönninger „Interessengemeinschaft Schutz gegen Bahnlärm und Erschütterungen“, Franz Breitenbach, dass sich hier mehr als nur ein interessantes Publikum eingefunden hatte. Eine der Kernaussagen: Das Problem Bahnlärm im Mittelrheintal ist im Prinzip ohne großen finanziellen Aufwand zu lösen und mit dem bisher geltenden deutschen und europäischen Recht vereinbar. Lärm macht krank, insbesondere für Bewohner, die in unmittelbarer Nähe der Bahn wohnen. So bleibt es weiterhin unverständlich, warum die Bahn (Eisenbahn- Bundesamt) und das zuständige Bundesverkehrsministerium, im Prinzip sich nicht für eine rasche Reduzierung des Bahnlärms einsetzt (Nachtfahrverbot und Umrüstung auf leisere Bremsen, usw.). Dafür sind die rechtlichen Instrumente bereits heute vorhanden, so der Staatssekretär Dr. Thomas Griese. Doch es bleibt weiterhin im Prinzip so: Verschieben, vertrösten, verdummen, wie es Franz Breitenbach formulierte. Die Menschen im Rheintal können nicht mehr warten, ergänzt Elisabeth Bröskamp (MdL). Zudem: Das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten (MULEWF) des Landes Rheinland-Pfalz hat Ende vergangenen Jahres ein Rechtsgutachten in Auftrag gegeben, um die Frage zu klären, ob nächtliche Betriebsbeschränkungen für „laute“ Güterzüge in Form von Geschwindigkeitsbeschränkungen oder Durchfahrtverboten mit europäischem und nationalem Recht vereinbar sind. Anlass zur Beauftragung der Expertise waren zum Teil widersprüchliche bzw. unterschiedliche interpretierte Aussagen von Vertretern verschiedener europäischer Institutionen sowie die Haltung des Bundes, dass solche Maßnahmen auf den Bahnstrecken im Mittelrheintal rechtlich nicht möglich sind. Das Gutachten wurde von Eisenbahnrechtler Prof. Dr. Urs Kramer (Universität Passau) erstellt. Der Gutachter kommt zu dem Ergebnis, dass Betriebsbeschränkungen grundsätzlich mit europäischem und nationalem Recht vereinbar sind, wenn sie verhältnismäßig sind, das heißt Lärmschutz und Auswirkung auf den Schienenverkehr in angemessenem Verhältnis stehen. Der Gutachter stellt ebenso fest, dass der Betreiber des Schienennetzes, die DB Netz AG, Betriebsbeschränkungen vorsehen kann, aber auch das Eisenbahnbundesamt als zuständige Aufsichtsbehörde die rechtlichen Instrumente hierzu hätte. Zu einigen Ausführungen von Betriebsbeschränkungen für laute Güterzüge im Mittelrheintal von Dr. Thomas Griese: Zur Situation im Mittelrheintal: Zum Teil über 100 Güterzüge fahren pro Nacht, alleine rechtsrheinisch (alle vier bis fünf Minuten ein Zug), Spitzenpegel (außen) bis zu 106 Dezibel. Ergebnisse Belästigungsuntersuchung und Bahnlärmindex Mittelrheintal 2011 - 45 Prozent der Bevölkerung im Mittelrheintal werden durch Lärm hoch belästigt und jeder Fünfte ist hoch schlafgestört (bewusste Störung des Schlafs). So schrieben die Länder Rheinland-Pfalz, Hessen, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen an Bundesverkehrsminister Dobrindt vom 7. April: Hier u..a mit dem Vorschlag zur Bildung einer Arbeitsgruppe, die die Umsetzung von Betriebsbeschränkungen prüft (bisher unbeantwortet, 19. Mai). Außerdem gab es einen Beschluss der Umweltministerkonferenz (UMK) am 9. Mai, dies zum verkehrsträgerübergreifenden Lärmschutz, unter anderem mit folgenden Forderungen an den Bund: Verkehrsträgerübergreifende Beurteilung des Lärms; Absenkung der Grenzwerte für die Lärmsanierung (einheitliches Schutzziel für Bestands- und Neubaustrecken); Schutz vor Spitzenpegeln beim Schienenlärm (Aufwachreaktionen) sowie nächtliche Betriebsbeschränkungen für laute Güterzüge sollen als kurzfristige Maßnahme geprüft werden. Eins wurde an dem Abend auch klar: Die Bürgerinitiativen „Gegen Bahnlärm und Erschütterungen“ wollen die Hinhaltetaktik von Bahn und Bund nicht länger hinnehmen und ihre Proteste dürften daher zunehmen. So unter anderem auch auf der geplanten Großdemo gegen den Bahnlärm und Erschütterungen am 20. September in Bonn.Pressemitteilung Büro von

Elisabeth Bröskamp, MdL

(Bündnis90/Die Grünen)

In Bad Hönningen referierte der Staatssekretär des Umweltministeriums, Dr. Thomas Griese, vor vielen Interessierten über den unerträglichen Zustand des Bahnlärms im Mittelrheintal.Foto: privat

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Neueste Artikel-Kommentare
  • Daniela Jacobs: Auch Fußgänger ????? sollten beachtet werden!Wenn jeder nur ein bisschen, wäre vieles einfacher!
  • K. Schmidt: Die nächste Demo, gerade wenn sie sich an Familien richtet, sollte dann mal unter dem Motto stehen: "Fahrradhelme für alle!"

Kruft: Zwischen Dauerkritik und Tatendrang

  • Rolf Stern : Der Text wirkt weniger wie eine Einordnung, sondern eher wie der Versuch, berechtigte Kritik abzuwürgen. Gerade bei öffentlichen Geldern ist Nachfragen keine Dauerschleife, sondern demokratische Pflicht.
  • Andreas Lung: Liebe Frau Schumacher, Sie haben offensichtlich überhaupt nicht verstanden, worum es geht.
  • Thomas Sebastian Napp: Ich kann der Gemeinde zu dieser Aktion nur gratulieren. Vor allem den Bauhofmitarbeitern muss ich hier ein Lob aussprecheb. Gleichzeitig kann ich es nicht verstehen, dass eine große Naturfläche auf dem...
Monatliche Anzeige
Dauerauftrag 2026
Kleinanzeigen
Innovatives rund um Andernach
Doppelseite PR/Anzeigen
Hasenhoppeln & Heimatshoppen
First Friday Anzeige März
Anzeige Lange Samstage
Stellenanzeige Personalreferent/in
Stellenanzeige Personalsachbearbeiter/in
Empfohlene Artikel
Weitere Artikel
Symbolbild.
564

Aufgrund von Wartungsarbeiten muss´die Stromversorgung zeitweise eingestellt werden

Kein Strom in Sinzig-Westum und Löhndorf

Sinzig. Am Dienstag, 14. April, führt die Rhein-Ahr-AöR Arbeiten an der Wasserversorgung in Sinzig-Westum durch. Zur Sicherheit der Arbeiter muss dazu ein Mittelspannungskabel der Energienetze Mittelrhein (enm) zeitweise abgeschaltet werden.

Weiterlesen

Pfarrer Dr. Arno-Lutz Henkel.  Foto:privat
15

Allgemeine Berichte

EIN-Spruch: Fest(e) der Befreiung

Vom 01.-09. April wird die jüdische Pessach Woche begangen, die nahezu zeitgleich zusammenfällt mit der von den Christen begangene Kar- und Osterwoche. Durch Jesus bedingt hängen beide Festtraditionen, auch inhaltlich, miteinander zusammen.

Weiterlesen

Symbolbild. Foto: pixabay.com
429

Leserbrief zu „HeimatCheck: Bad Neuenahr: Zu viele unangeleinte Hunde im Stadtgebiet?“

Leserbrief: „Das ist keine Tierliebe, das ist Egoismus!“

Ich bin fast 75 Jahre alt. Seit meinem 17. Lebensjahr habe ich Hunde. Zwei dieser Hunde wurden von unangeleinten Hunden angefallen, und so schwer verletzt, dass sie nur durch hohe tierärztliche Kunst gerettet werden konnten. Beide hatten ihr Leben lang mit den Folgen zu kämpfen.

Weiterlesen

Kreishandwerkerschaft
Dauerauftrag 2025
Mülltonnen -Reinigung, bis auf Widerruf
Kreishandwerkerschaft
Innovatives rund um Andernach
Koblenz blüht 2026
Imageanzeige Dauerauftrag 04/2026
Maschinenbediener, Staplerfahrer
Anlagenmechaniker
Ostergruß
fit für`s Alter?
Kreishandwerkerschaft - Anzeige Pool
Rund ums Haus
Container Anzeige
Rund ums Haus
Anzeigenauftrag FMP-1P9L0-AD-351131
PR-Anzeige
Dauerauftrag 2026
Mitarbeiter IT-Administrator
Imageanzeige - Ostern