VBE-Kreisverbands Senioren auf den Spuren der Römer
Bewunderung für Visualisierungsarbeiten am Limes
Neuwied. Bei schönem Maiwetter wanderten fünf Senioren des VBE-Kreisverbandes Neuwied auf den Spuren der Römer entlang des Limes von Neuwied-Feldkirchen bis Rheinbrohl-Arienheller. Organisator der Tour war der ehemalige Rektor der Maximilian-Kolbe-Schule Rheinbrohl Bernd Kuha, der bereits im Jahre 2003 dieselbe Tour schon einmal organisiert hatte. Damals war es noch ein dienstlich motiviertes Interesse, das die Planung bestimmte, da das Thema „Limes“, der einstigen Grenze zwischen dem römischen Imperium und dem freien Germanien, verstärkt Niederschlag in den unterrichtlichen Planungen fand. Wie damals, so konnte Bernd Kuha auch jetzt seinen ehemaligen Kollegen, den zwischenzeitlich zertifizierten Limes-Cicerone Manfred Müller, genannt Limes-Müller, für die Führung gewinnen. Waren es beim ersten Mal die meist noch im Unterholz verborgenen Relikte des Limes, die besichtigt werden konnten, so waren es dieses Mal mehr die Arbeiten zur sogenannten Visualisierung des zwischenzeitlich zum Unesco-Welterbe deklarierten Bodendenkmals.
Auf den Spuren der Römer
Nach dem Start am Parkplatz nahe der Schule für Blinde und Sehbehinderte in Neuwied-Feldkirchen erreichten die Teilnehmer nach 2 km stetigem bergauf Wandern auf der Höhe endlich den römischen Grenzwall. Von dort marschierten sie entlang des Limes auf dem gleichnamigen Wanderweg durch den Märker Wald Feldkirchen und Rheinbrohler Wald in Richtung Rheinbrohl, wo der Limes am Rheinufer beginnt. Auf besonderen Wunsch wurde nach 7 km in der Wüstung der einstigen Ortschaft Rockenfeld eine Rast eingelegt. Dort „zauberte“ Organisator Bernd Kuha als Überraschung einen kleinen Imbiss aus seinem Rucksack hervor. Gestärkt ging es weiter den Limes entlang, nun jedoch stetig bergab. Stolz berichtete der Limes-Cicerone Manfred Müller, dass er bereits vor mehr als zwei Jahrzehnten mit Schülern der Maximilian-Kolbe-Schule Rheinbrohl Pflegearbeiten am Limes begonnen hatte. Auf seine Aktivitäten und praktischen Einsätze gehen alle Pflegearbeiten von Rheinbrohler Ehrenamtlichen an erhaltenen Limesrelikten zurück. Die archäologische Bodendenkmalpflege des Landes Rheinland-Pfalz ist stets eingebunden. Zahlreiche Hinweisschilder entlang des Limes ermöglichen dem interessierten Wanderer das Aufsuchen der Denkmalsrelikte.
Besuch auf dem Wachtturm mit wunderschönem Rundblick
Neu für die VBE-Senioren war der Besuch des rekonstruierten hölzernen Wachtturmes auf dem Beulenberg oberhalb Rheinbrohls. Hier genossen sie einem wunderschönen Rundblick von den Vulkankuppen, die den Kraterrand des Laacher Sees bilden, über das Rheintal, die Osteifel, das Ahrtal bis hinüber nach Remagen, seit 1945 weltbekannt wegen des Kampfes um die Rheinbrücke von Remagen nach Erpel. Doch unmittelbar vor sich blickten die Teilnehmer auf das bedeutendste Visualisierungsprogramm am Limes in den Rheinbrohler Gemarkungen: die Doppelturmstelle Nr. 1/8. Die beiden Turmfundamente wurden nach 2005 erneut wissenschaftlichen Nachgrabungen unterzogen und dann konserviert. Cicerone „Limes-Müller“ berichtete hier sehr ausführlich über diese Grenzanlage und deren Besonderheit. Mit Unterstützung der Ortsgemeinde Rheinbrohl und des Landes Rheinland-Pfalz bauten die Ehrenamtlichen mit Manfred Müller an dieser Stelle auch die Limes-Waldschule, ein Holzhaus in der Größe eines Klassenzimmers. Sie ermöglicht bei jedem Wetter Unterricht außerhalb der Schule am anderen Ort. Die Wanderung endete nach 15 km in Rheinbrohl-Arienheller in der Gaststätte „Im Bauernstübchen“ bei einem gemütlichen Beisammensein mit einem lukullischen Mittagsmahl. Die Teilnehmer zeigten sich überrascht über die umfangreichen Visualisierungsarbeiten und bekundeten, die weiteren Arbeiten aufmerksam zu verfolgen. Limes-Cicerone Manfred Müller hatte mit seinen fundierten und auch kurzweilig vorgetragenen Ausführungen bei den Teilnehmern umfängliches Interesse geweckt und beantwortete noch während des Mittagessens viele weitere Fragen.
Pressemitteilung
VBE-Kreisverband Neuwied
Vom Wachtturm auf dem Beulenberg sieht man bis weit in die Eifel. Manfred Müller weist auf das Ahrtal.
