Politik | 20.07.2015

Kreis Neuwied feierte Einweihung der Mechanisch-Biologischen Abfallbehandlungsanlage Linkenbach

Der Zeit- und Kostenrahmen wurde trotz widriger Umstände eingehalten

Dr. Ulrich Kleemann, Präsident der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord (Fünfter von links), und Achim Hallerbach, Erster Kreisbeigeordneter des Landkreises Neuwied (Siebter von links), mit Vertretern der Kooperationspartner (Landkreise Bad Kreuznach und Rhein-Hunsrück) sowie Vertretern der umliegenden Kommunen beim offiziellen Startschuss der Anlage.

Neuwied. Nach weniger als zwei Jahren Umbauzeit konnte die Abfallwirtschaft des Kreises Neuwied gemeinsam mit zahlreichen Gästen die Einweihung der Mechanisch-Biologischen Abfallbehandlungsanlage (MBA) Linkenbach mit ihrer neuen Technik feiern. Korrosion an der Konstruktion der Rottehalle und an der technischen Ausrüstung der Intensivrotte hatten in den rund 15 Jahren Dauerbetrieb ihre Spuren hinterlassen. Ein zuverlässiger Betrieb und die damit verbundene Entsorgungssicherheit von über 500.000 Bürgern aus den drei Landkreisen Neuwied, Rhein-Hunsrück und Bad Kreuznach sowie dem Einzugsbereich des Abfallzweckverbands Rhein-Mosel-Eifel, deren Restabfall in der MBA entsorgt wird, war nicht mehr gewährleistet. „Zur Sicherstellung der Entsorgungssicherheit - mit der klaren Zielsetzung der Gebührenstabilität für die Bürger - musste gehandelt werden“, so Achim Hallerbach, Erster Kreisbeigeordneter und zuständiger Dezernent für die Abfallwirtschaft.

In die Jahre gekommen

Im Dezember 2011 wurde dann die Grundsatzentscheidung für den Umbau der MBA im Kreistag getroffen. Notwendig wurde der Umbau durch das in die Jahre gekommene Herzstück der MBA, die Intensivrotte. Neben der kompletten Erneuerung der Intensivrotte, die sich im Wesentlichen als Ersatzinvestition der abgeschriebenen alten Intensivrotte finanziert, sollten auch betriebliche Optimierungen und eine weitergehende Wertstoffausschleusung umgesetzt werden. Das Projekt „Umbau MBA Linkenbach“ wurde mit etwa 13 Millionen Euro veranschlagt und die Anlage mit dem derzeitigen Betriebskonzept auf eine Kapazität von rund 65.000 Mg jährlich ausgelegt.

Auch der Präsident der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord, Dr. Ulrich Kleemann, unterstrich die Bedeutung der Anlage: „Die Mechanisch-Biologische Abfallbehandlungsanlage Linkenbach sichert seit 1998 eine hochwertige und kostengünstige Restabfallbehandlung für die Bürger der angeschlossenen Landkreise. Ich gratuliere dem Landkreis Neuwied zu dem erfolgreichen Abschluss der Umbaumaßnahmen, mit denen eine weitere Optimierung unter Kostengesichtspunkten und verbesserter Abluftreinigung erreicht werden kann.“

Durch die Erneuerung der Intensivrotte konnten einige technische Anpassungen und betriebliche Optimierungen erfolgen, die zur Senkung der Betriebskosten führen. Vor allem durch ein neues Abluftmanagement wurde die zu behandelnde Abluft erheblich reduziert. Neben Kosteneinsparungen profitiert auch die Umwelt davon, da weniger Erdgas zur Abluftbehandlung eingesetzt werden muss. Etwa 9000 Tonnen CO2 können jährlich durch das neue Abluftmanagement eingespart werden.

Eine große Herausforderung dieser Umbaumaßnahme war, dass der Betrieb der MBA während des Umbaus weiterlief. Deshalb musste der Umbau in mehrere Bauabschnitte aufgeteilt werden, um den Anlagenbetrieb aufrechtzuerhalten. „Alles lief planmäßig“, so Achim Hallerbach, „bis im November 2013 die Nachricht von der Insolvenz der projektleitenden Firma TIG überraschte“. Die Firma TIG war im April 2013 nach der vorgeschriebenen europaweiten Ausschreibung als günstigster Bieter für die Erneuerung der Intensivrotte beauftragt. Auftragssumme: etwa 7,5 Millionen Euro.

„Die Situation und der Stand der Baumaßnahme konnten kaum ungünstiger sein. Die Intensivrottehalle war abgerissen, die Betonarbeiten für die Rottetunnel waren im vollen Gang. Am gleichen Tag mit Bekanntwerden der Insolvenz wurden alle Bauarbeiten eingestellt“, resümierte Hallerbach.

Mehrkosten prognostiziert

Es drohte ein finanzielles Desaster. Eine Bauzeitverlängerung um mindestens ein halbes Jahr mit entsprechenden Mehrkosten und die Ausschreibung für den Weiterbau der Intensivrotte sowie die Gefahr, die bisher erstellten Betonbauten erleiden Schäden durch den bevorstehenden Winter. Es wurden Mehrkosten von mindestens 1,6 Millionen Euro für dieses Szenario prognostiziert.

Nun kam doch alles ganz anders. „Wir beauftragten - stets in Abstimmung mit den politischen Gremien - den Subunternehmer der Firma TIG für den Betonbau, die Rottetunnel kurzfristig noch vor dem Wintereinbruch fertigzustellen. Den Insolvenzverwalter konnten wir bewegen, die Baumaßnahme fortzuführen, mit Zuhilfenahme einer der Subunternehmer, sodass wir die Restleistung zu den gleichen Kosten wie ursprünglich von der Firma TIG angeboten, beauftragen konnten. So konnte das Projekt im geplanten Kostenrahmen und mit nur einem Monat Verzögerung abgeschlossen werden. Wir sind noch mal mit einem blauen Auge davongekommen“, erklärt Hallerbach.

Im vergangenen Herbst wurden die Intensivrotte und die neuen technischen Betriebseinheiten wieder in Betrieb genommen. Zwischenzeitlich ist auch der Probebetrieb erfolgreich absolviert. Es liegen die genehmigungsrechtlichen Abnahmen vor.

Hallerbach bedankte sich bei allen an dem Projekt Beteiligten, den Mitgliedern des Ausschusses für Umwelt und Abfallwirtschaft und kommunalpolitischen Verantwortlichen aus den umliegenden Ortsgemeinden, dem Planungsbüro und dem Projektsteuerer sowie den am Bau beteiligten Firmen und nicht zuletzt bei den eigenen Mitarbeitern, die während der gesamten Umbaumaßnahme alle weiterbeschäftigt werden konnten und auch tatkräftig bei den Umbautätigkeiten mitgeholfen und unterstützt haben.

Besonderer Dank galt den Kooperationspartnern aus den Landkreisen Bad Kreuznach und dem Rhein-Hunsrück für die seit mehr als zwölf Jahren anhaltende sehr gute Zusammenarbeit. Das vertrauensvolle Miteinander auf Augenhöhe innerhalb der kommunalen Familie ist Garant für eine langfristig solide und wirtschaftliche Abfallwirtschaft. „Das Erfolgsprojekt Kooperation MBA soll deshalb zukünftig auch auf andere Bereiche ausgedehnt werden. Mit dem Beitritt in die Rheinische Entsorgungs-Kooperation REK hat der Landkreis Neuwied einen weiteren Schritt im Rahmen der interkommunalen Zusammenarbeit hin zu einer noch wirtschaftlicheren und noch bürgerfreundlicheren Abfallentsorgung getan“, betonte Hallerbach abschließend.

Landkreise kooperieren

Die MBA Linkenbach ist ein Gemeinschaftsprojekt der drei Landkreise Bad Kreuznach, Rhein-Hunsrück und Neuwied. Die Kooperation dieser drei Landkreise war 2003 mit dem Ziel der gemeinsamen Abfallbehandlung zur Verfüllung der in den Kreisen bestehenden Deponiekapazitäten entstanden. Für einen Landkreis allein wäre dies zu teuer geworden und unwirtschaftlich. Nur im Rahmen der Kooperation war eine wirtschaftliche Lösung möglich, die den Bürgern eine langfristig günstige Abfallentsorgung mit stabilen Abfallgebühren sichert. Der Landkreis Neuwied ist Betreiber der MBA in Linkenbach und im Rahmen der Kooperation für die ordnungsgemäße Entsorgung der Restabfälle verantwortlich.

Pressemitteilung der

Abfallwirtschaft des

Kreises Neuwied

Dr. Ulrich Kleemann, Präsident der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord (Fünfter von links), und Achim Hallerbach, Erster Kreisbeigeordneter des Landkreises Neuwied (Siebter von links), mit Vertretern der Kooperationspartner (Landkreise Bad Kreuznach und Rhein-Hunsrück) sowie Vertretern der umliegenden Kommunen beim offiziellen Startschuss der Anlage.

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