Ausstellung im Roentgen-Museum Neuwied eröffnet
Gisela Schmidt- Reuther Keramische Arbeiten
Neuwied. Landrat Rainer Kaul eröffnete die Ausstellung „Gisela Schmidt-Reuther - Keramische Arbeiten“.
Die Laudatio über die Künstlerin sprach Museumsdirektorin Monika Gass vom Keramikmuseum Westerwald in Höhr-Grenzhausen. Die Eröffnungsveranstaltung wurde von Bernd Kämpf am Klavier mit Musik von Johann Sebastian Bach, die die Künstlerin sehr liebte, umrahmt.
100. Geburtstag
Landrat Rainer Kaul erwähnte in seiner Begrüßung den 100. Geburtstag der 2009 verstorbenen bekannten Bildhauerin Gisela Schmidt-Reuther, der Anlass für diese beeindruckende Ausstellung sei. Über 100 Leihgaben, hierunter überwiegend keramische Arbeiten, aber auch Zeichnungen und einige Bronzeskulpturen, habe das Roentgen-Museum aus Privatsammlungen, vom Keramikmuseum Höhr-Grenzhausen, vom Keramion Frechen, von der StadtGalerie Neuwied und aus der Sammlung der Sparkasse Neuwied zusammengetragen. Er betonte weiter die große Verbundenheit der Künstlerin mit dem Landkreis und der Stadt Neuwied. Nicht nur habe sie in Rengsdorf ihr Wohnhaus mit Atelier gehabt, auch sei sie immer wieder in enger Verbindung mit Neuwied gestanden.
Dort sei sie aufgewachsen und habe sich sehr stark am kulturellen Leben beteiligt. Ihre Arbeiten stellte sie immer wieder in den Jahreskunstausstellungen des Roentgen-Museums aus, die Stadt Neuwied ehrte sie mit dem Kulturpreis.
Farbige Glasuren
Museumsdirektorin Monika Gass vom Keramikmuseum Höhr-Grenzhausen kannte Gisela Schmidt-Reuther persönlich sehr gut. Sie schätzte sie nicht nur als Mensch, sondern auch ihr umfangreiches Werk, von dem ein großer Bestand sich im Keramikmuseum befindet.
In Höhr-Grenzhausen, Frankfurt, Berlin und Trier studiert, sei Gisela Schmidt-Reuther eine internationale Künstlerin gewesen, habe sie doch in zahlreichen Ländern auf verschiedenen Kontinenten ihre Werke ausgestellt. Zu nennen sind hier beispielsweise die Ausstellungsorte Luxemburg, Nizza, Prag, Buenos Aires, Faenza, Washington, Istanbul, Ottawa, Seoul oder Kyoto.
Mit ihren Arbeiten spiegle die Künstlerin immer wieder ein Stück Zeitgeschichte wider, beispielhaft die Arbeit „Love not War“, die während der Hippiebewegung entstand. Die Ausdrucksstärke, vor allem bei den figürlichen Plastiken, sei beeindruckend. Selbst die Gesichtszüge der in Keramik dargestellten Personen haben ihre eigene Charakteristik. Die Verwendung einer für die Künstlerin eigenen farbigen Glasur habe Gisela Schmidt-Reuther bekannt gemacht. An frühere Atelierbesuche in Rengsdorf erinnerte sich die Laudatorin besonders gerne.
Gisela Schmidt-Reuther war Mitglied der Academie International de la Céramique in Genf sowie Gründungsmitglied der Neuwieder Künstlervereinigung „Gruppe 93“. 2008 erhielt sie den Ehrenpreis Deutsche Keramik. Ein Jahr später verstarb sie in Neuwied. Nach Dankesworten durch den Museumsdirektor Bernd Willscheid besichtigten die zahlreichen Besucher die beeindruckenden Kunstwerke.
Vortragsveranstaltung
Am Donnerstag, 22. Oktober, 18 Uhr gibt es eine Vortragsveranstaltung: „Gisela Schmidt-Reuther zum 100. Geburtstag“. Die Ausstellungsräume sind barrierefrei erreichbar.
Weitere Informationen gibt es im Roentgen-Museum Neuwied, Raiffeisenplatz 1a (Nähe Bahnhof), 56564 Neuwied, Tel. (0 26 31) 80 33 79, www.roentgen-museum-neuwied.de
