Allgemeine Berichte | 05.10.2015

Neues Heimat-Jahrbuch 2016 ist erschienen

Historisches, Persönliches, Interessantes und Kurioses aus 200 Jahren Kreis Neuwied

Das neue Heimatjahrbuch für den Kreis Neuwied ist fertig.Kreisverwaltung

Kreis Neuwied. Im Jahr 2016 wird der Landkreis 200 Jahre alt! Mit einem Konstrukt preußischer Verwaltung im Rheinland wurden damals administrative Strukturen zementiert, die eigentlich noch bis dato aktuell sind. Auch die kleineren Einheiten der „Ämter“ bzw. „Bürgermeistereien“ - heutigen Verbandsgemeinden - bekamen ihren Zuschnitt, der weitestgehend beibehalten wurde.

Aus diesem Grunde wurde der Fokus der Beiträge im Jahrbuch auf die Thematik der zweihundertjährigen Kreisgeschichte gelegt.

Im Kalendarium werden in farbigen Postkartenlithografien der Jahrhundertwende die Sitze der damaligen Amtsbürgermeister abgebildet. Titel ist die Kreisverwaltung, seit 1906 Amtssitz der Verwaltung.

Mit einer Auflagenhöhe von ca. 4.750 Exemplaren ist das Jahrbuch des Kreises Neuwied eine bemerkenswerte Lektüre. Als reiches Kompendium heimatkundlicher, aktueller wie historischer Beiträge gibt es in altbewährter Form Einblick in die Kreis- und Stadtgeschichte.

Aus dem Inhalt

Es war dem Redaktionsausschuss ein besonderes Anliegen, nicht wiederholt einen Abriss der Kreisgeschichte in Fakten und Zahlen zu geben, sondern die innerhalb dieser Zeitspanne von zweihundert Jahren hier agierenden wichtigen Persönlichkeiten in Kurzbiografien bzw. Darlegungen ihres Lebenswerkes zu beschreiben: Es sind starke Männer und Frauen aus Politik, Kirche, Kunst und Kultur, der regionalen Wirtschaft. Der Jahresrückblick über das vergangene Jahr - einsetzend mit Juli 2014, der als Feiermonat mit gewonnener WM und Rheinland-Pfalz-Tag unvergessen bleibt, der im März 2015 aber auch traurige Tage bereit hielt, so den Abschied vom viel zu früh verstorbenen Carl Fürst zu Wied - ist eine Chronik, die die schnell vergehenden Jahre in ihren Ereignissen widerspiegelt.

Es folgen interessante Beiträge zu Strukturen des Landkreises, die damals wie heute gelten, aber auch solche, die der Vergangenheit angehören. Zu Letzteren gehört das Dreiklassenwahlrecht, das bis zum Ersten Weltkrieg galt und nur einem Bruchteil der Bevölkerung, den „Meistbeerbten“, also vermögenden männlichen Steuerzahlern das Wahlrecht zugestand, hier beispielhaft an der Bürgermeisterei Leutesdorf. Ein geografischer Exkurs führt in das schöne Landschaftsbild des Kreises zwischen den Westerwaldhöhen, dem Rheintal und dem Neuwieder Becken, wobei die weite Rheinebene nach der Bimsausbeute des späten 19. und 20. Jahrhunderts mittlerweile im Schnitt durchweg drei Meter tiefer liegt. Dass der Rhein immer wieder sein Bett verlässt, oft auch am Ufer nagt, ist zwar bekannt, wird aber jetzt neu erschlossen. Besonders kurios ist der „Glockenstreit zu Rheinbrohl“, in dem sich der lokale Kulturkampf zwischen einem Rheinbrohler Kaplan und der Obrigkeit offenbarte: „Durch Militäreinsatz erzwungenes Glockenläuten…“

Vor mehr als 100 Jahren sorgte die Gründung des Verschönerungsvereins Rengsdorf für dessen touristische Entwicklung, die bis in die 70er Jahre anhielt.

Dem Ersten Weltkrieg ist geschuldet, dass Feierlichkeiten zum 100 - jährigen Bestehen des Landkreises erst 1925 begangen wurden, dafür aber in vollen Zügen.

Ein eigener Abriss über die aktuellen wirtschaftlichen Strukturen macht deutlich, dass diese in den letzten Jahrzehnten starken Veränderungen unterlagen.

Persönlichkeiten aus Neuwied

Im zweiten großen Block folgen die Porträts namhafter Personen, die das politische, soziale und wirtschaftliche Bild des Kreises prägten: So die Entstehung des Kreises unter seinem ersten Landrat Carl von Gaertner; über Philipp von Hilgers, der zunächst von 1816-22 Landrat in Linz und dann bis 1851 in Neuwied war; die beiden Landräte von Runkel im gleichnamigen Haus, dem sog. Landratsgarten; Geheimrat Dr. August von Rontgen, Sohn des David, wohnhaft in Fahr; Vater und Sohn von Liágno, Andalusier in Neuwied; den Zichorienfabrikanten Christoph Reusch; natürlich den Bürgermeister Heddesdorfs und großen Sozialreformer Friedrich Wilhelm Raiffeisen; die beiden Ordensgründer aus Waldbreitbach: Mutter Rosa und Jakobus Wirth; den langjährigen Neuwieder Bürgermeister Oscar Waldeyer; Turnvater Daniel Kappel; den Komponisten August Bungert, der zuletzt in Leutesdorf wohnte; die Sozialistin, Frauenrechtlerin und Jüdin Johanna Loewenherz; den „Deichbauer“ Robert Krups; den Zentrumsabgeordneten Eduard Verhülsdonk; die Wieds in Dierdorf - vertreten durch deren letzte vor Ort lebende Repräsentantin Marie Antonia von Gordon; NS-Landrat Dr. Reppert; den Nazigegner und Pfarrer der Bekennenden Kirche Neuwieds Hans Paul Meyer; den Neuwieder Ludwig Hoffmann, der als Offizier eine griechischen Insel zum Kriegsende vor ihrem Untergang rettete; den in Linz und Unkel lebenden und die rheinland-pfälzische Verfassung prägenden vier Politikern Dr. Ernst Biesten, Dr. Else Peerenboom-Missong, Dr. Adolf Süsterhenn und Dr. Franz-Josef Wuermeling; schließlich den Wahl-Unkeler Willy Brandt.

Interessantes und Kurioses

Im dritten Block werden Beiträge abgedruckt, die heimatgeschichtliche Bezüge zu Orten des Kreises haben, jedoch nicht direkt mit dem Jubiläum in Verbindung stehen: Was hat es z.B. mit Petrus de Willenscheit auf sich? Dass Verscheid schon seit 500 Jahren Wallfahrtsort ist und 50 Jahre später in Honnefeld die erste evangelische Synode stattfand, dieser Themen nehmen sich zwei Beiträge an. Segens- und Flurkreuze aus Asbach finden ihre Fortsetzung ebenso wie das Tagebuch des Irlicher Pfarrers Scheidweiler von 1798 bis 1801. Wieso ein Lehrer in Erpel plötzlich entlassen wurde oder aus der oberen Grafschaft Wied viele Familien bereits im 18. Jahrhundert nach Nordamerika auswanderten, sind spannende Aspekte. Ebenso die lange Zugehörigkeit zweier Orte zur evangelischen Kirchengemeinde Raubach und die kurze Existenz einer Mahlmühle in Hausen zwischen 1861 und 1895.

Dass das Elisabethkrankenhaus bereits 125 Jahre zum Wohl der Menschen in und um Neuwied besteht oder an der Engerser Rheinbrücke vor 100 Jahren zu bauen begonnen wurde, sind Jubiläen, die einen eigenen Artikel lohnen. Betroffen machen der Mord an Bauer Strecker 1937 oder Erinnerungen an das Kriegsende an Palmsonntag 1945 in Isenburg. Beispielhaft waren die Heilkünste der in Irlich zugezogenen Wilhelmine Lanzendörfer. Originell sind einige heimatgeschichtliche Einblicke, die fast 100 Jahre zurückliegen. Wie sich 1968 die Bebauung entlang der Engerser Landstraße ganz wesentlich veränderte oder wie in Leutesdorf aus einem Kloster die neue Jugendherberge entstand. Den Abschluss machen ein Bericht über das „Landesevent“, den Rheinland-Pfalz Tag 2014, sowie - wie eh und je - Rezensionen der neu erschienen heimatkundlichen Literatur.

Und hier kann man es kaufen

Das umfangreiche Heimat-Jahrbuch - mit 448 Seiten und zahlreichen größtenteils farbigen Abbildungen - ist eine wichtige Bereicherung für die heimatkundliche Literatur und jedem als Lektüre zu empfehlen.

Das Buch kann seit dem 5. Oktober wie immer im Buchhandel, im Roentgen-Museum Neuwied sowie im Bürgerbüro der Kreisverwaltung Neuwied zum Preis von 6 Euro erworben werden.

Das Heimat-Jahrbuch 2016 des Landkreises Neuwied ist erschienen. Landrat Rainer Kaul stellte es gemeinsam mit Autoren, Redaktionsteam sowie Mitgliedern des Kulturausschusses im Festsaal „Maximilian zu Wied“ im Neuwieder Kreishaus vor.

Historisches, Persönliches, Interessantes und Kurioses aus 200 Jahren Kreis Neuwied

Das neue Heimatjahrbuch für den Kreis Neuwied ist fertig.Foto: Kreisverwaltung

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