Politik | 02.02.2015

„Kinderreport 2015“ in Berlin veröffentlicht

Kinderrechte ins Grundgesetz

Defizite bei der Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention

Kreis Neuwied. Zur Veröffentlichung des „Kinderreport 2015“ in Berlin erklärt Elisabeth Bröskamp, Kinder- und Familienpolitische Sprecherin der GRÜNEN Landtagsfraktion Rheinland-Pfalz: „Der Kinderreport 2015 unterstreicht noch einmal ganz deutlich, unsere langjährige GRÜNE Forderung die Kinderrechte ins Grundgesetz aufzunehmen. Kinder, ihre Bedürfnisse und ihre Interessen, müssen endlich an Bedeutung in allen Bereichen des Lebensumfeldes gewinnen. Politik muss hier endlich die richtigen gesetzlichen Rahmenbedingungen der Verbindlichkeit herstellen und dies nicht immer auf den Sankt-Nimmerleins-Tag verschieben! Die Bundesregierung ist in der Pflicht,“ so Elisabeth Bröskamp. Hintergrund: In Deutschland bestehen erhebliche Defizite bei der Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Deutschen Kinderhilfswerkes für den Kinderreport 2015, die am Donnerstag in Berlin vorgestellt wurde. Für den Report wurden 1.020 Kinder und Jugendliche im Alter von zehn bis 17 Jahren sowie Eltern befragt. Kinder wollen mitreden und in der Politik Gehör finden. Im internationalen Vergleich schneidet Deutschland dabei vor allem in einem Punkt schlecht ab. Das Ergebnis ist ernüchternd: Nur vier Prozent der Kinder und Jugendlichen und drei Prozent der Erwachsenen kennen die in der UN-Kinderrechtskonvention festgeschriebenen Kinderrechte genau, jeweils 19 Prozent wissen ungefähr Bescheid. Knapp die Hälfte der befragten Kinder und 36 Prozent der Erwachsenen wüssten überhaupt nicht, was sich hinter der Kinderrechtskonvention verbirgt. Diese besteht aus zehn Grundrechten, beispielsweise Schutz vor Diskriminierung, das Recht auf Bildung oder das Recht auf eine gewaltfreie Erziehung. Die Noten zur Mitbestimmung von Kindern gehen weit auseinander: Während sie die Mitsprache in der Familie positiv sehen, fällt die Bewertung in der Schule, den Kommunen und im Wohnumfeld deutlich ab. Vor allem empfinden Kinder und Erwachsene Ignoranz vonseiten der Bundesregierung, was politische Entscheidungen angeht. Die Note 5,1 verdeutlicht: Hier fühlen sich Kinder missverstanden beziehungsweise nicht beachtet. Thomas Krüger, DKHW-Präsident meint, dass die Kompetenzen von jungen Menschen für eine selbstbestimmte Positionierung - auch bezüglich der Mediennutzung - gefördert werden müssten. „Denn nur so können Kinder ihr Recht auf demokratische Teilhabe an der Informationsgesellschaft wirklich in die Tat umsetzen.“ Hier decken sich übrigens die Umfragewerte aus der Elternbefragung weitestgehend mit denen der Kinder, wobei die Eltern der Mitbestimmung in Familie und Politik geringfügig bessere Noten geben. Jetzt stellt sich die Frage: Welcher Eindruck stimmt? Stichwort: Mitbestimmung. Neben der generellen Betrachtung der Mitbestimmung beleuchtet das Kinderhilfswerk auch die Maßnahmen, um dies zu verbessern. In dem Report heißt es, die Kinder in Deutschland hätten ein großes Bedürfnis, sich mehr zu beteiligen. Dafür sehen die Autoren mehrere Wege, das auch zu tun. Beispielsweise sollen Schülervertreter einen größeren Einfluss sowie mehr Unterstützung von Eltern und Lehrern erhalten. Mit Blick auf die etwa 2,5 Millionen armen Kinder in Deutschland halten die jungen Befragten Teilhabe für wichtig: Schulessen, Bücher, Lehrmittel und Freizeitaktivitäten sollten allen kostenlos offenstehen, forderten sie an erster Stelle. In Sachen Freizeitgestaltung landeten nach den gleichaltrigen Freunden Familie und Internet weit oben (74 Prozent, je 67 Prozent). Dabei sind die Kinder durchaus problembewusst: Im Internet sehen sie sowohl den größten medialen Freizeitspaß, aber auch die größte Gefahr. Pressemitteilung Elisabeth Bröskamp, MdL

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