BIO-Betriebe und BIO-Erzeugung in Stadt und Kreis Neuwied
Kleine Anfrage an das Mainzer Ministerium
Kreis Neuwied. Zu vorhandenen Biobetrieben und den damit verbundenen Produkten stellte die Landtagsabgeordnete Elisabeth Bröskamp, Bündnis 90/Die Grünen eine kleine Anfrage an das zuständige Mainzer Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten.
Ihre Fragen, den Kreis Neuwied und die Stadt betreffend, waren:
1). Wie viele Bio-Betriebe gibt es seit 2008 bis heute in Stadt und Kreis Neuwied und welche Fläche/ha bewirtschaften diese Betriebe jeweils?
2). Wie viele davon betreiben Bio-Tierproduktion (Tierarten)?
3). Wie viele davon betreiben Bio-Pflanzenproduktion (Pflanzenart)?
4). Wie hat sich die Erzeugung zu den Fragen 2 und 3 in den letzten Jahren (seit 2008) entwickelt?
5). Wie viele Bio-Betriebe vermarkten ab Hof?
6). Welche Schlachtmöglichkeiten und Verarbeitungsbetriebe gibt es in Stadt und Kreis Neuwied und werden diese ausreichend für die Region angesehen?
7). Wenn nicht, wie sollen kleinere Verarbeiter und Vermarkter (ggf. durch welches Programm) vor Ort zukünftig unterstützt werden?
Darauf antwortete das Ministerium: In Rheinland-Pfalz erfolgen keine fortlaufenden statischen Erhebungen über Details der Tier- und Pflanzenerzeugung in den Bio-Betrieben sowie über die Struktur der Bio-Verarbeitungs- und Bio-Vermarktungsunternehmen. Auch eine Differenzierung nach Städten und Landkreisen liegt daher nicht vor. Diese Datengrundlage schränkt die Möglichkeiten zur Beantwortung der gestellten Fragen ein. Dennoch können tendenzielle Aussagen und Schätzungen aufgrund von Primärerhebungen und anderen verfügbaren Informationen getroffen werden.
Zu den Fragen 1, 2, 3 und 4: Im Landkreis Neuwied (Angaben der ADD) gemeldete ökologisch wirtschaftende Betriebe am 31. Dezember 2008 waren = 36, am 3. November 2014 waren es = 76, Veränderung in Anzahl bzw. ha + 40, somit eine Veränderung in Prozent von + 111 Prozent. Davon landwirtschaftliche Bio-Betriebe am 31. Dezember 2008 = 19, am 3. November 2014 = 53, Veränderung in Anzahl bzw. ha + 34, somit Veränderung in Prozent ergeben ein Plus von 179 Prozent. Ökologisch bewirtschaftete Fläche in ha am 31. Dezember 2008 = 647, am 3. November 2014 = 2.269, Veränderung in Anzahl bzw. ha + 1622, somit eine Veränderung von + 251 Prozent. Auf den Ackerbau und Grünlandstandorten und in den Weinbau- und Oberbaukulturen der Region werden vielfältige Pflanzenarten angebaut. Schwerpunkte bei der Öko-Tierproduktion bilden die Rinder-, Schaf- und Pferdehaltung.
Zu Frage 5: Im Öko-Einkaufsführer Rheinland-Pfalz sind drei Direktvermarkter im Landkreis Neuwied aufgeführt.
Zu Frage 6: Gemäß der Verordnung (EG) Nr. 853/2005 besteht für Betriebe zur gewerblichen Schlachtung von Nutztieren einschließlich Gehegewild eine Zulassungspflicht. Die zugelassenen Betriebe sind auf der Internetseite des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) veröffentlicht.
Für den Landkreis Neuwied, der die Stadt Neuwied einschließt, finden sich dort zwölf Betriebe, von denen sieben Betriebe zur Schlachtung von Rindern, vier Betriebe zur Schlachtung von Schafen, sechs Betriebe zur Schlachtung von Schweinen, zwei Betriebe zur Schlachtung von Pferden und fünf Betriebe zur Schlachtung von Gehegewild zugelassen sind.
Zu Frage 7: Um die Wettbewerbsstellung der ökologischen Fleischwirtschaft zu verbessern, wurde Ende 2013 der Erzeugerzusammenschluss „Bio-Rind u. Fleisch GmbH RLP“ gegründet. Der Erzeugerzusammenschluss wird vom Land Rheinland-Pfalz gefördert. Für regionale Wertschöpfungskosten gibt es im Rahmen der Regionalvermarktung aus Sicht der Landesregierung noch Handlungsbedarf.
Im Rahmen des neuen Entwicklungsprogrammes „EULLE“ sollen in Kooperation mit Erzeugerzusammenschlüssen oder der Umsetzung von Regionalvermarktungsstrategien daher auch kleinere Verarbeiter und Vermarkter vor Ort gefördert werden. Das Land Rheinland-Pfalz bietet zusammen mit dem Bund und der Europäischen Union dazu verschiedene Fördermöglichkeiten an.
„Die regionale Erzeugung und Vermarktung hat für mich einen hohen Stellenwert. Viele Verbraucher möchten regionale Produkte kaufen. Die Nachfrage steigt enorm. Hier wird es notwendig sein, vor allem die kleinen landwirtschaftlichen Betriebe zu unterstützen. Der Satz „Wachsen oder Weichen“ ist völlig überholt und hat nichts mit artgerechter Haltung von Nutztieren zu tun. Massentierhaltung und prophylaktische Antibiotikagabe stehen im direkten Zusammenhang. Gesunde Ernährung fängt im Kleinkindalter an. Hier sind alle gefordert, Eltern, Kindergarten und später auch die Schule,“ so Elisabeth Bröskamp abschließend.
Pressemitteilung
Büro des MdL Elisabeth Bröskamp (Bündnis90/Die Grünen)
