Allgemeine Berichte | 14.07.2013

Landfrauenverband Neuwied in Meinborn

Land-Frauen in der Stadt und darunter

Zu Besuch in Oppenheim

Einundfünfzig Land-Frauen entdeckten das Kulturdenkmal der mittelalterlichen Stadt am Rhein, Oppenheim. privat

Neuwied/Meinborn. Einundfünfzig Land-Frauen entdeckten das Kulturdenkmal der mittelalterlichen Stadt am Rhein, Oppenheim. Ein Stadtführer machte die Gruppe bei einem kleinen Rundgang mit den historischen Sehenswürdigkeiten bekannt.

Matthäus Merian, der Kupferstecher, schrieb 1645 „ Man findet zu Oppenheim ... tiefe Keller.“ Eine engagierte Führerin öffnete die Pforte zur Unterwelt, erzählte die Geschichte dieser langen Zeit im Verborgenen liegenden „Stadt unter der Stadt“, die in der Zeit zwischen dem 13. Jahrhundert und 1689 entstanden sein muss.

Wer hätte gedacht, dass die Weinstadt über das Braurecht verfügte und in den konstant acht bis neun Grad Celsius kühlen Kellern Bier lagerte. Durch die Hanglage entstanden verschiedene Keller übereinander, ohne dass die „Nachbarn“ hiervon etwas wussten. Ein exakter Grundriss der mittelalterlichen Stadt lässt sich nur von diesem Kellersystem aufgrund der Struktur ermitteln. Dies erhaltene, nationale Denkmal ist ein besonderer Nachweis der Bürgerschaft, nicht wie üblich der Oberschicht, das seit April 2003 zumindest in einem Teilbereich zwischen Katharinen- und Bartholomäuskirche und einige wenige private Kelleranlagen, der Öffentlichkeit zugänglich ist. Oppenheim ist Wein- und Festspielstadt. Die Theaterfestspiele finden in der Burgruine Landskron, auch auf einer Kleinkunstbühne in einem Untergrundgewölbe statt.

Die Katharinenkirche, mit ihren Glasgemälden, den Fenstern, der Oppenheimer Rose und der Oppenheimer Lilie, gilt als bedeutendstes gotisches sakrales Bauwerk am Rhein, zwischen Köln und Straßburg. Bei der Familie Huff, auf dem Petershof in Schwabsburg, bestiegen die Frauen von Traktoren gezogene Planwagen. Gut bestückt mit verschiedenen Weinen, Traubensaft und Wasser, sowie „Marschverpflegung“ in Form von Brötchen, Käse und Fleischwurst, rollten vier Gespanne hinauf in die Weinberge zum „Roten Hang“. Unten im Tal der malerische Rhein, neben den Wagen die Weinstöcke. Die Landfrauen erhielten Einblick in den Weinanbau, dessen Pflege und Lese. Die Verkostung während der Fahrt verleitete dazu, die Erinnerung an diesen Tag, einige Flaschen des guten Tropfens mit nach Hause zu nehmen.

Vorher genossen sie im liebevoll gestalteten Hof von Smeisser’s Scheune leckeren Kaffee und Kuchen. Noch nicht genug der guten Ereignisse. Hier, im kleinen Hoftheater, erwartete sie das Kabarettduo Allerhand mit „Wechseljahre, ...es trifft jeden..., auch den Mann“. Die Lachmuskeln kamen nicht zur Ruhe. Zur Abrundung des Tages gab es ein kaltes Abendessen, mit den beiden Künstlerinnen.

Glücklich und in Vorfreude auf die nächste Reise nach Thüringen, im September, erreichten sie am späten Abend die Heimatorte im Kreis Neuwied.

Einundfünfzig Land-Frauen entdeckten das Kulturdenkmal der mittelalterlichen Stadt am Rhein, Oppenheim. Foto: privat

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