Allgemeine Berichte | 14.02.2014

Hochwasserpartnerschaft Wied/Holzbach tagte in Flammersfeld

„Natürlicher Wasserrückhalt“ wurde im Workshop erörtert

Die Hochwasserpartnerschaft Wied/Holzbach befasste sich im vierten Workshop mit dem Thema „natürlicher Wasserrückhalt“.  privat

Kreis Neuwied. Hochwasser beginnt nicht erst in den Flussauen, sondern auf den Flächen im Einzugsgebiet der Bäche und Flüsse. Je mehr Wasser die Böden im Gebiet aufnehmen können desto weniger läuft in den Auen zusammen. Grund genug für die Hochwasserpartnerschaft Wied/Holzbach, sich in ihrem vierten Workshop mit dem Thema „natürlicher Wasserrückhalt“ zu befassen.

Als Moderator der kreisübergreifenden Hochwasserpartnerschaft blickte der Neuwieder 1. Kreisbeigeordnete und Umweltdezernent Achim Hallerbach in seinen einführenden Worten kurz auf die ersten Workshops zurück, die den Themen Gefahrenabwehr, Katastrophenschutz und Planung in Überschwemmungsgebieten gewidmet waren. Hallerbach konnte - wie auch der Gastgeber, der Flammersfelder Verbandsgemeindebürgermeister Josef Zolk zahlreiche Projekte nennen, die Gewässerrenaturierung und angepasste Flächennutzung bereits umgesetzt haben. Erfreut zeigte sich Hallerbach über ein aktuelles Positionspapier des Deutschen Städte- und Gemeindebundes zum Hochwasserschutz, mit dem der kommunale Spitzenverband sowohl Bund als auch Länder und Gemeinden auffordert, gemeinsam die Hochwasservorsorge zu forcieren.

Ralf Schernikau vom Umweltministerium in Mainz umriss noch einmal die verschiedenen Aspekte der Hochwasservorsorge, ehe er auf die Bedeutung des Wasserrückhalts in der Fläche einging und die konkreten Vorstellungen der Teilnehmer abfragte: Beispielhafte Projekte, Probleme bei der Umsetzung und Lösungsansätze wurden anschließend lebhaft diskutiert.

Rückhalt im Einzugsgebiet braucht Flächen, die für Projekte zur Verfügung stehen. Die verschiedenen Hilfen, die dabei die ländliche Bodenordnung bieten kann, erläuterte Sebastian Turck vom Dienstleistungszentrum ländlicher Raum in Montabaur. Auch die Forstwirtschaft kann einen Beitrag leisten, den natürlichen Rückhalt im Wald zu verbessern, wiewohl Wald per se hier die günstigste Form der Flächennutzung ist, wie der Dierdorfer Forstamtsleiter Uwe Hoffmann in seinem Vortrag betonte. Das Infopaket des Landesamtes für Umwelt, Wasserwirtschaft und Gewerbeaufsicht zum Hochwasserrückhalt bietet den Kommunen maßgeschneiderte Informationen und Empfehlungen für ihr Gebiet. Dr. Barbara Manthe-Romberg, Referentin beim Informations- und Beratungszentrum Hochwasservorsorge in Mainz, stellte die Inhalte beispielhaft für die Verbandsgemeinde Flammersfeld vor.

Weitere Workshops folgen

Weitere Workshops der Hochwasserpartnerschaft werden sich mit den Themen örtliche Hochwasserschutzkonzepte, technischer Hochwasserschutz sowie Risiko- und Verhaltensvorsorge befassen. Die erarbeiteten Ergebnisse sollen Ende 2015 in einem Maßnahmenplan zusammengefasst werden, der Grundlage für konkrete Projekte der Hochwasservorsorge an Wied und Holzbach sein wird.

Hochwasservorsorge

Die Europäische Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie will Hochwasserschäden für Mensch und Umwelt verringern, indem sie über den nur begrenzt möglichen technischen Schutz hinaus „ganzheitliche“ Hochwasservorsorge fordert. In Hochwassermanagementplänen sollen die Maßnahmen zum natürlichen Rückhalt, zur angepassten Nutzung der Überschwemmungsgebiete, zur Frühwarnung und zum Katastrophenschutz, zum technischen Hochwasserschutz sowie zur Verhaltens- und Risikovorsorge zusammengefasst werden.

In Rheinland-Pfalz schließen sich Kommunen, Fachbehörden und weitere Akteure an einem Fluss zu Hochwasserpartnerschaften zusammen und erarbeiten diese Managementpläne. Der Plan wird öffentlich zur Diskussion gestellt.

Pressemitteilung der

Kreisverwaltung Neuwied

Die Hochwasserpartnerschaft Wied/Holzbach befasste sich im vierten Workshop mit dem Thema „natürlicher Wasserrückhalt“. Foto: privat

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