Politik | 06.05.2013

Gemeinsam gegen den Leerstand in den Dörfern

Startschuss für ehrenamtliche Leerstandslotsen im Kreis

Sechs Ortsgemeinden im Landkreis Neuwied machen mit

Die ersten sechs Ortsgemeinden erhielten kürzlich das Zertifikat zum Leerstandslotsen. Robert Freisberg, Vorstand der Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz, und der 1.Kreisbeigeordnete Achim Hallerbach, überreichten den ersten Leerstandslotsen im Kreis Neuwied ihre Zertifikate zur Teilnahme an der Seminarreihe.In folgenden Ortsgemeinden nehmen die Lotsen nun ihre ehrenamtliche Arbeit auf: Ortsgemeinde Anhausen: Heidelore Momm (Ortsbürgermeisterin); Ortsgemeinde Isenburg: Dorothee Sudhoff-Mohr; Ortsgemeinde Oberraden: Achim Braasch; Ortsgemeinde Rüscheid: Gabriele Goldenstein und Christian Krauss; Ortsgemeinde St. Katharinen: Günter Prangenberg und Hans-Josef Weißenfels; Ortsgemeinde Straßenhaus: Fr. Birgit Haas (Ortsbürgermeisterin). Kreisverwaltung Neuwied

Kreis Neuwied. Die ersten sechs Ortsgemeinden erhielten kürzlich das Zertifikat zum Leerstandslotsen. Robert Freisberg, Vorstand der Ent-wicklungsagentur Rheinland-Pfalz, und der 1.Kreisbeigeordnete Achim Hallerbach, überreichten den ersten Leerstandslotsen im Kreis Neuwied ihre Zertifikate zur Teilnahme an der Seminarreihe. Dieses landesweit bedeutungsvolle Projekt soll helfen, gegen drohenden Gebäudeleerstand Maßnahmen zu treffen. Jetzt erfolgte die offizielle Vorstellung der Lotsen, die in ihren Ortsgemeinden aktiv werden. Sechs Gemeinden des Kreises stellen künftig ihren Bürgern einen Leerstandslotsen zur Seite.

„Jeder von uns ist gefragt, wenn es darum geht, in Zeiten des demografischen Wandels lebendige und attraktive Ortskerne zu erhalten. Hierbei müssen auch neue Wege gegangen werden, bei denen jeder Einzelne ein Stück Verantwortung trägt“, so der Vorstand der Entwicklungsagentur, Robert Freisberg. Die Idee des „Leerstandslotsen“ entstand im Rahmen des Modellprojektes Ländliche Perspektiven der Entwicklungsagentur im Landkreis Neuwied. In Zusammenarbeit mit der Kreisverwaltung Neuwied, Vertretern der Verbandsgemeindeverwaltungen und Ortsgemeinden sowie engagierten Bürgern wurde das innovative Konzept entwickelt, das erstmals ehrenamtliches Engagement bei der Leerstandsbewältigung vor Ort aktiv einbindet.

„Viele Häuser entsprechen heute nicht mehr unseren veränderten Wohnbedürfnissen. Angesichts einer rückläufigen Bevölkerungszahl wird es immer schwieriger, neue Nutzer für ältere Häuser zu finden. Hierdurch entsteht die Gefahr zunehmenden Leerstands - insbesondere im Ortskern!“ erklärt der 1.Kreisbeigeordnete Achim Hallerbach bei der offiziellen Vorstellung der Leerstandslotsen. Umso wichtiger sei daher, vor Ort einen direkten Ansprechpartner für betroffene Immobilieneigentümer zu haben - den Leerstandslotsen. Er hilft ihnen dabei, die richtigen Schritte zur Wertsicherung ihrer Immobilie bzw. der Wiedernutzung von Leerständen zu unternehmen. „Er baut Vertrauen zu den Immobilieneigentümern auf und versucht, beim Eigentümer die Bereitschaft zu aktivieren, Maßnahmen zur Nach- oder Weiternutzung von Gebäuden und Brachflächen zu übernehmen“, unterstreicht Hallerbach. Bei fachlichen Fragen kann er an Ansprechpartner vor Ort vermitteln (Architekten, Energieberater, Makler etc.) und auf das Fachwissen der Entwicklungsagentur zurückgreifen.

2012 erfolgte ein kreisweiter Aufruf an die Ortsgemeindebürgermeister, sich oder interessierte Bürger als ehrenamtliche Leerstandslotsen ausbilden zu lassen. „Im Rahmen eines zweitägigen Pilotlehrgangs wurden diese geschult, künftig ihre Mitbürger über das Thema Leerstände aufzuklären, Betroffene gezielt anzusprechen und zum Handeln zu motivieren“, erklärt Achim Hallerbach. Gemeinsam mit der Entwicklungsagentur wurden nun personalisierte Flyer für jede beteiligte Ortsgemeinde erstellt.

„Jeder von uns kann dazu beitragen, unser Lebensumfeld zu verbessern. Daher war für mich sofort klar, an dem Projekt mitzuwirken“, so Heidelore Momm, Ortsbürgermeisterin und angehende Leerstandslotsin der Gemeinde Anhausen.

Bei folgenden Fragen kann man künftig in den Gemeinden Anhausen, Isenburg, Oberraden, Rüscheid, St. Katharinen und Straßenhaus den Lotsen kontaktieren:

Was muss ich tun, um eine Nutzung für meine leer stehende Immobilie zu finden?

Welche vorsorglichen Maßnahmen kann ich ergreifen, damit meine Immobilie attraktiv bleibt?

Welche Experten gibt es und wie kann ich zu diesen Kontakt aufnehmen?

Der Leerstandslotse ist kein Baufachmann und wird im Rahmen seiner Tätigkeit auch keine fachliche Beratung durchführen. Er kann jedoch Lösungswege aufzeigen und an die passenden Experten weitervermitteln. Auf diese Aufgabe wurde der Lotse im Rahmen eines Lehrgangs der Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz vorbereitet.

Der Leerstandslotse ist im Auftrag seiner Gemeinde ehrenamtlich tätig. Er verfolgt dabei keine Eigeninteressen und behandelt die gesammelten Informationen stets vertraulich. Im Rahmen seiner Arbeit sucht der Leerstandslotse das persönliche Gespräch mit Hauseigentümern. Kommunen und private Eigentümer sehen sich mit einer wachsenden Leerstandsproblematik konfrontiert. Nach aktuellen Schätzungen kann von rund 80.000 leer stehenden Eigenheimen in Rheinland-Pfalz ausgegangen werden. Auch der Landkreis Neuwied ist von dieser Entwicklung betroffen.

Pressemitteilung der

Kreisverwaltung Neuwied

Die ersten sechs Ortsgemeinden erhielten kürzlich das Zertifikat zum Leerstandslotsen. Robert Freisberg, Vorstand der Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz, und der 1.Kreisbeigeordnete Achim Hallerbach, überreichten den ersten Leerstandslotsen im Kreis Neuwied ihre Zertifikate zur Teilnahme an der Seminarreihe. In folgenden Ortsgemeinden nehmen die Lotsen nun ihre ehrenamtliche Arbeit auf: Ortsgemeinde Anhausen: Heidelore Momm (Ortsbürgermeisterin); Ortsgemeinde Isenburg: Dorothee Sudhoff-Mohr; Ortsgemeinde Oberraden: Achim Braasch; Ortsgemeinde Rüscheid: Gabriele Goldenstein und Christian Krauss; Ortsgemeinde St. Katharinen: Günter Prangenberg und Hans-Josef Weißenfels; Ortsgemeinde Straßenhaus: Fr. Birgit Haas (Ortsbürgermeisterin). Foto: Kreisverwaltung Neuwied

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Lena: Diversität ist wichtig: Der Wolf reguliert Überpopulationen ( z.B. Schwarzwild, Rehwild). Für schlecht geschützte Herdentiere sind die Besitzer verantwortlich.
  • Peter 1: Trotzdem ist der Wolf hier vollkommen überflüssig.
  • Walter Miller : Ein verpixeltes Bild von der durch den Wolf getöteten Ziege. Was will man damit ausdrücken ? Das ein Wolf besonders grausam ist ? Er ist ein Geschöpf der Natur - nicht mehr und nicht weniger. Im Gegensatz zu den 467.000 Jägern in Deutschland.
  • Michael Geiger, 56337 Eitelborn: Michael Geiger, Leider kann ich die Losnummern aus der Ziehung vom 28.03.26 im Globus Bubenheim nicht finden.. Warum nicht
  • Dietmar Gläsener: Leider kann ich meine Gewinnlos Nummern , Ziehung vom 28.03.26 im Clobus in KO-Bubenheim nicht abrufen im Internet. Woran liegt es? D. Gläsener, 56237 Nauort
  • S. Bastian: Herr Winkelmann, Sie werden doch ihren eigenen Artikel kennen. Zitat: "Verbandsbürgermeister Jan Ermtraud machte in einer Rede deutlich, dass die Maßnahmenliste einerseits das Ergebnis eines vertrauensvollen...
  • Andreas Winkelmann: Hallo Frau Roth, von "vertrauensvoll" steht nichts im Bericht. Und die veränderte Maßnahmenreihenfolge ist ausdrücklich erwähnt. Gleich zu Anfang ist auf die dem Ratsinformationssystem zu entnehmenden Details verwiesen, wo u..a.
  • Dagmar Both: Guten Morgen Herr Winkelmann, herzlichen Dank für ihre Berichterstattung. Wenn sie von einer vertrauensvollen Abstimmung im Abstimmungsprozess zum Sondervermögen berichten, - dann gilt dies leider nicht für die Freien Wähler.
Kreishandwerkerschaft
Essen auf Rädern
Alles rund ums Haus
Tag der offenen Tür
fit für`s Alter?
Rund ums Haus
PR-Anzeige
Stellenanzeige Personalsachbearbeiter/in
Empfohlene Artikel
Besuch der Leubsdorfer Schützen im Bundestag.
33

Leubsdorf. Auf Einladung der heimischen Bundestagsabgeordneten Ellen Demuth unternahm die St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft Leubsdorf eine viertägige politische Bildungsreise in die Bundeshauptstadt Berlin. Die Teilnehmer erhielten dabei spannende Einblicke in die Arbeit der Bundespolitik und besuchten zentrale Orte des politischen Geschehens.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Die Verkehrssituation an der Aloisius-Grundschule stresst die Anwohnerschaft. Foto: ROB
2296

Immer wieder kommt es zu kritischen „Manövern“: Auch die Stadtverwaltung sieht zunehmende Belastung:

HeimatCheck: Ahrweiler: Eltern-Taxis stressen alle

Ahrweiler. Seit mehreren Jahren steht die Aloisius-Grundschule vor einer wachsenden Herausforderung: dem zunehmenden Verkehrsaufkommen durch sogenannte „Elterntaxis“. Leser von BLICK aktuell berichten, dass sich die Situation trotz wiederholter Hinweise und Appelle bislang nicht verbessert habe. Insbesondere zu den morgendlichen Bringzeiten sowie am Mittag beim Abholen der Kinder kommt es regelmäßig zu kritischen Verkehrssituationen rund um das Schulgelände.

Weiterlesen

Symbolbild. Foto: Adobe Stock
134

Bonn. Am kommenden Samstag (04.04.2026) findet in Beuel und in der Bonner Innenstadt der „Bonner Ostermarsch 2026“ statt. Zu dieser Friedensdemonstration erwarten die Veranstalter rund 500 Teilnehmende. Die Versammlung beginnt um 13:00 Uhr auf dem Mirecourtplatz am Beueler Rheinufer. Von dort aus ist folgender Aufzugsweg vorgesehen:

Weiterlesen

Dauerauftrag 2026
Rund um´s Haus
Anzeige Haushaltsauflösungen und Ankauf
Rund ums Haus
Kreishandwerkerschaft
Holz Loth-Entsorgung
Koblenz blüht
Anlagenmechaniker
Vortrag: Arthrose des Hüft- und Kniegelenk
Kreishandwerkerschaft - Anzeige Pool
First Friday Anzeige März
Innovatives rund um Andernach
Innovatives rund um Andernach
SB Standesamt
Stellenanzeige mehrere Stellen
Koblenz blüht // Frohe Ostern 2026
Angebotsanzeige (April)
Osteraktion
Mitarbeiter IT-Administrator
Stellenanzeige Kita