Politik | 08.03.2013

Wertschätzung von Lebensmitteln stärken

MdB Erwin Rüddel lud zum Themenabend „Lebensmittelverschwendung“ in die Lebensmittelfachschule Neuwied

Erwin Rüddel (5. v. l.) im Kreis der übrigen Akteure des Abends. privat

Neuwied. „Lebensmittelverschwendung ist ein Thema, das die Gesellschaft betrifft und im Alltag der Menschen präsent ist“, betonte Bundestagsabgeordneter Erwin Rüddel, der zum Themenabend mit Workshop eingeladen hatte. Als Mitglied im Gesundheitsausschuss und Berichterstatter für Verbraucherschutz beschäftigt den Neuwieder CDU-Kreisvorsitzenden Rüddel die Thematik in seinem täglichen Wirken. Als kompetente Berichterstatterin hatte er seine Kollegin Mechthild Heil eingeladen. Die Verbraucherschutzbeauftragte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion leitete nach der Begrüßung durch den Direktor der Bundesfachschule des Lebensmittelhandels, Thorsten Fuchs, die Veranstaltung mit einem Impulsvortrag ein. Im Festsaal der Lebensmittelfachschule Neuwied wurde unter dem Titel „Teller oder Tonne? - Wie ist das Mindesthaltbarkeitsdatum anzuwenden?“ informiert und diskutiert. Dass jenes Thema den Nerv der Zeit traf, wurde durch die zahlreichen Gäste in Neuwied deutlich.

„Nicht nur die aktuellen Lebensmittelskandale beschäftigen die Öffentlichkeit“, sagte Erwin Rüddel, denn: „Jede Person entsorgt jährlich zwei Einkaufswagen voller Lebensmittel.“ Mechthild Heil skizzierte den Weg der Lebensmittel von der Herstellung bis in den Kühlschrank und leider oft in die Tonne. Dabei verdeutlichte sie, dass 60 Prozent der Lebensmittel in Privathaushalten entsorgt werden und nicht - wie oft vermutet - in der Industrie. „1981 wurde das Mindesthaltbarkeitsdatum eingeführt, welches nach Sicht der Fraktion auch ausreichend ist“, so die Verbraucherschutzbeauftragte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Zur Verhinderung einer Entsorgung verzehrbarer Lebensmittel appellierte Heil an eine stärkere Aufklärung bei den Verbrauchern. „Wir müssen die Definition des Mindesthaltbarkeitsdatums wieder deutlicher in den Vordergrund stellen.“ Für eine gewisse Verunsicherung gegenüber der Lebensmittelindustrie zeigte Mechthild Heil aufgrund der aktuellen Lebensmittelskandale Verständnis. „Obwohl Deutschland die höchsten Lebensmittelrichtlinien hat, vertrauen viele Verbraucher den Inhalten in den Lebensmitteln nicht mehr“, sagte Heil, die auch die Historie des Pferdefleischskandals näher beleuchtete, und Rüddel fügte hinzu: „Wir brauchen mehr Kontrollen, aber nicht nur staatliche, sondern auch von denjenigen, die Lebensmittel in den Handel bringen.“

Im Fokus des Abends standen die Diskussion und der Austausch untereinander. In drei Workshops wurden die Themen „Welchen Wert hat das Mindesthaltbarkeitsdatum“, „Moral und Ethik im Umgang mit Lebensmitteln“ und „Geld sparen durch bewusste Ressourcenschonung“ intensiv behandelt, bevor sich eine Podiumsdiskussion als Ergebnispräsentation anschloss. Als Experten zu den einzelnen Workshops und Podiumsdiskutanten hatte sich der Bundestagsabgeordnete zahlreiche Fachleute eingeladen: Die Vorsitzende der Landfrauen im Kreis Neuwied, Hella Holschbach, hatte praktische Tipps dabei. Dr. Werner Dötsch betrachtete die Konsequenzen des Mindesthaltbarkeitsdatums als Vorsitzender der Linzer Tafel e.V. Der Geschäftsführer der Bäckerei Geisen GmbH, Wolfgang Geisen, und Jonas Solbach von der Studenteninitiative „Nachhaltigkeitsprojekt“ an der WHU in Vallendar schärften das Bewusstsein für den Umgang mit Lebensmitteln. Als Experte und Dezernent für Abfallwirtschaft, Umwelt und Energie war der erste Kreisbeigeordnete des Landkreises Neuwied Achim Hallerbach gekommen und Jörg Müller schilderte als Vizepräsident des Bundesverbandes des deutschen Lebensmittelhandels (BVL) die Sicht aus der Händlerperspektive.

Das Fazit der Gäste und Experten: Die Schärfung eines stärkeren Bewusstseins für den Wert von Lebensmitteln und die Übernahme von Verantwortung bei der Vermeidung von Lebensmittelabfällen. Dabei müsse bereits in den Grundschulen und Familien angesetzt werden, damit Ressourcen geschont werden und die knapp 11 Millionen Tonnen Lebensmittelabfälle reduziert werden könnten. „Aufwendige Standards sichern unsere Lebensmittelqualität, die oft sorglos weggeworfen wird“, so Erwin Rüddel.

Pressemitteilung Büro des

MdB Erwin Rüddel (CDU)

Erwin Rüddel (5. v. l.) im Kreis der übrigen Akteure des Abends. Foto: privat

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