Ahrweilers neuer Ortsvorsteher im Porträt
– Peter Diewald – Politisches und Persönliches
Zur Person des neuen Ahrweiler Ortsvorstehers und seinen politischen Zielen - „Evolution statt Revolution“
Bad Neuenahr-Ahrweiler. Peter Diewald ist seit Kurzem Ortsvorsteher von Ahrweiler, der erste „Nicht-Gies“ im Amt seit 1979. Der beliebte „Ur-Ahrweiler“ Bürger ist vielen Menschen in der Kreisstadt bestens bekannt, ist er doch bei der Volksbank Rhein-Ahr-Eifel Filialleiter für Bad Neuenahr und als Teamleiter Privatkunden zuständig für knapp 30 Mitarbeiter in den Filialen Bad Neuenahr, Mittelzentrum, Heimersheim sowie dem Augustinum. Viele kennen ihn auch als engagierten Ehrenämtler beispielsweise im Hutenvorstand der Ahrhutgemeinschaft, als Chronist der Ahrweiler Bürgerschützen oder als Karnevalist bei der Ahrweiler Karnevals-Gesellschaft (AKG). Dieser ist er nicht erst seit seiner Prinzenzeit 2008 verbunden, denn auch als Büttenredner mit Lokalkolorit tritt er seit Jahren im heimischen Fastelovend auf und ist in Senat sowie Stadtgarde aktiv. Nur seine bisherige Chronistentätigkeit bei der Aloisius-Jugend hat er gerade in jüngere Hände abgegeben, bleibt ihr aber als „Nur-Mitglied“ erhalten, ebenso wie dem Heimatverein, dem Bürgerverein Synagoge sowie verschiedenen Fördervereinen.
Und da sind natürlich auch Ehefrau Klaudia, zwei erwachsene Söhne und sein geliebtes Hobby, das Wandern, vor allem in der Ahrregion. Ob der 54-Jährige dafür in den nächsten fünf Jahren der angebrochenen Legislaturperiode ausreichend Zeit finden wird, muss sich zeigen, denn das Amt des Ortsvorstehers erfordert auch am Wochenende Präsenz bei verschiedenen Terminen in und um Ahrweiler. Erfahrungen diesbezüglich hat er natürlich schon als stellvertretender Ortsvorsteher gesammelt, kennt das politische Parkett der Region zudem als Mitglied des Stadtrats und auch im CDU-Fraktionsvorstand.
Innerstädtischen Handel beleben
An wichtigen Zielen für seine erste Amtszeit und die kommende Legislaturperiode mangelt es dem neuen Ortsvorsteher nicht. „Wir sind uns in der CDU einig, dass die Belebung des innerstädtischen Handels ein besonderer Schwerpunkt sein muss, wohl wissend aber auch, dass Politik und Verwaltung die eigentlichen Akteure Vermieter und Handel nur begleiten können. „Wir hoffen jedoch, mit dem Masterplan Einzelhandel auf einem guten Weg zu sein.“ Ein Hindernis auf diesem Weg ist jedoch die sehr kleinteilige Gewerbefläche, darüber ist sich Peter Diewald im Klaren. „Es ist so schwierig, eine gute Geschäftsstruktur zu schaffen. Ziel kann es nicht sein, den vierzigsten Ein-Euro-Laden zu haben.“
Ein weiteres zentrales Projekt ist in den Augen von Peter Diewald die Fortführung der Altstadtsanierung im Bereich der Oberhut (Oberhutstraße, Schützbahn und Auf dem Teich), verbunden mit der Sanierung des Obertors und einer Verkehrsberuhigung der Oberhutstraße. Am Herzen liegt ihm auch die Umgestaltung Wallgraben bis Parkplatz Altenbaustraße, die Sanierung bzw. der Neubau der „Alten Friedhofskapelle“ sowie die Einrichtung eines Memoriamgartens am Ahrtorfriedhof wie auch die Schaffung von QR-Codes an historischen Gebäuden.
Auch die Verbesserung der Parkplatzsituation in Ahrweiler, die Überplanung und Ergänzung des Parkplatzes am Museum Römervilla, weitere Maßnahmen zur Beleuchtung der Stadtmauern und Stadttore, ein gesicherter Fahrradparkplatz mit E-Bike Station sowie einem Ausbau der Sanitäranlagen im Bereich Ahrtor nennt er als Ziele für die kommenden Jahre. Vorstellen könne er sich auch die attraktivere Gestaltung des Bergfriedhofs durch alternative Bestattungsformen bzw. einen Themenfriedhof, die Nutzung von Entwicklungspotenzialen im Ahrstadion und die Neugestaltung des Bahnhofs Ahrweiler-Markt mit barrierefreiem Zugang. Bei allem ist Peter Diewald aber ein gutes Miteinander der Stadtteile wichtig, denn er ist fest davon überzeugt, dass sich diese gerade in ihrer Unterschiedlichkeit bestens ergänzen und es genau diese Vielfalt ist, die auch in Zukunft eine schlagkräftige Tourismusdestination Bad Neuenahr-Ahrweiler ausmachen wird.
Auch der „Generationenspagat“ müsse gelingen, gute schulische Versorgung sowie attraktive Freizeitmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche, bezahlbares Bauland für junge Familien sowie gute Versorgung im Alter sind nur einige Bedürfnisse, für die er sich einsetzen möchte. „Bei alledem gilt es ferner Haushaltsdisziplin zu wahren, damit wir nachfolgenden Generationen keine unverantwortlich hohen Schuldenberge überlassen“, betont der neue Ortsvorsteher.
Altes Rathaus als Dienstleistungszentrum
Ein ganz konkretes Anliegen spricht Peter Diewald im Gespräch mit „Blick aktuell“ an. „Ich wünsche mir das Alte Rathaus in Ahrweiler als Dienstleistungszentrum, als Dependance des Bürgerbüros im Neuenahrer Rathaus, besetzt durch eine Halbtagskraft. Hier sollen auch die Ahrtalwerke und die Heilbad GmbH mit Zweigstellen untergebracht sein“, so der neue Ortsvorsteher. Und er ergänzt: „Wir werden alle älter. Vielen Bürgern würde das manch lange Wege ersparen.“ Das alles solle aber ohne Mehrausgaben bewerkstelligt, sprich anderweitig Kräfte eingespart werden.
Bei allen anstehenden Projekten und Maßnahmen möchte Peter Diewald aber Veränderungen mit Augenmaß: „Gravierende Veränderungen durchführen zu wollen, hieße mit dem Bisherigen unzufrieden zu sein.
Das bin ich aber ganz und gar nicht. Sicher gibt es Themen wie den innerstädtischen Handel, die wir angehen wollen. Aber im Wesentlichen geht es darum, eine lebendige und für Einheimische und Touristen gleichermaßen attraktive Stadt nicht nur auf diesem Niveau zu halten, sondern dieses konsequent weiter auszubauen. Also Evolution statt Revolution. Am Guten - an Ahrweiler - weiter arbeiten.“
Dass er mit seiner „ungeduldigen und oftmals auch viel zu direkten Art“ dabei auch anecken könnte, nimmt er zum Wohl der Stadt in Kauf. Für ihn gelte, „unsere Traditionen und den Zusammenhalt in unserer Vaterstadt zu erhalten, ohne die Offenheit für Neues dabei zu verlieren“. Hierzu trage besonders das lebendige Vereinsleben Ahrweilers bei, das daher gefördert gehöre.
„Es macht mir einfach riesige Freude, mit anderen zusammen etwas für die Allgemeinheit zu gestalten. Und dies möchte ich eben zukünftig gerne in der Funktion des Ortsvorstehers für ganz Ahrweiler tun“, so Peter Diewalds Resümee. Er glaube, dafür einige Stärken aufweisen zu können. So sei er einerseits fest verwurzelt in den Traditionen Ahrweilers, habe sich dabei aber immer auch die Offenheit für Neues erhalten. Durchsetzungsvermögen, das aber nicht zur Starrköpfigkeit ausarte und eine gute Vernetzung seien weitere Punkte, die nicht von Nachteil wären, wenn es gelte, die Interessen der Ahrweiler Bürger zu vertreten.
