Gimmigen feierte drei Tage lang Kirmes
1.000 Quietscheentchen schwammen um die Wette
Gimmigen. Der Schlag saß - Sascha Bremm hatte sehr genau gezielt und trennte den Kopf des Hahnes vom Rumpf. Der 26-Jährige ist neuer Hahnekönig in Gimmigen. Eine schöne und beliebte Tradition in dem Stadtteil ist die Kirmes. Immer am letzten Wochenende im September geht es rund im Dorf am Hang, schon beim Sibbeschröm-Turnier im Bürgerhaus gab es gute Beteiligung, vor allem am Samstag und Sonntag knubbelten sich die Oktoberfestler zur Freude der Bürgergesellschaft, die alljährlich die Kirmes organisiert. In Weiß und Blau geschmückt war der Saal des Bürgerhauses, und so mancher Gast hatte sich dem Motto entsprechend in Krachlederner und flottem Dirndl für den Tanzabend am Samstag geschmückt. Ortsvorsteher Rudi Frick stärkte die Teilnehmer des Umzugs am Samstag vor seinem Haus und war ansonsten natürlich das ganze Wochenende am Bürgerhaus zu finden. „Es ist schön, dass so viele Bürger an der Kirmes teilnehmen. Die Kleinen haben Spaß am Karussell und an den anderen Ständen, die Älteren feiern zusammen“, freute sich Frick. Als die „Neroburger“ samstags zum Tanz aufspielten, war die Hütte voll, an den Tischen drängten sich die Gimmiger, so mancher machte dann noch die Nacht zum Tag - es wurde spät. Sehr zufrieden äußerten sich auch Michael Weißbeck und Stefan Hübing vom Organisationsteam. War der Samstag schon erfolgreich, kamen die „Kracher“ dann am Sonntag. Entenrennen und Hahneköppen standen auf dem Programm, beides mit Spannung vom lustigen Völkchen in und am Bürgerhaus erwartet. Knapp 1.000 Plastik-Quietscheentchen wurden am Gimmiger Bach in die Freiheit entlassen, um dann in Kirmesnähe gleich wieder aus dem Wasser gezogen zu werden. Manfred Kündgen Senior hatte das richtige Los gekauft und gewann das Rennen - er kann sich quasi „Entenkönig“ nennen. König der Kirmes ist aber der Hahnekönig. Mit scharfem Säbel und verbundenen Augen gingen die Gimmiger ans Werk und schlugen auf das Federvieh ein, mussten vorher den Tannenschmuck absäbeln, sodass unter fröhlichem Jubel so mancher Hieb notwendig war. Vorher hatte der noch amtierende König Christian Scherer den traditionellen ersten Schlag vollzogen, bis Sascha Bremm sich zum neuen König küren konnte. Ortsvorsteher Rudi Frick und Michael Wilke nahmen die Majestät unter auf die Schultern, anschließend ging es im Festzug zur Wohnung von Bremm. Noch eine Tradition: Der König muss seine Untertanen erst einmal zu einem Schluck einladen. Alle Jahre wieder laufen noch andere beliebte Punkte ab wie Frühschoppen, Heilige Messe mit Kranzniederlegung und der Tanz an beiden Tagen. Die Nierendorfer Möhnen versorgten die Gäste, die Vereine sorgten für Organisation und kühle Getränke.
Früher hatten die Gimmiger noch vier Tage Kirmes gefeiert. „Den Montag haben wir gestrichen, das war einfach zu viel. Die meisten Bürger müssen ja dann auch arbeiten. Jetzt haben wir drei Tage, und der tolle Besuch zeigt, wie beliebt unsere Kirmes ist“, erklärte der Ortsvorsteher. Gar nicht so beliebt war der Kirmesmann, dem am Sonntagabend der Prozess gemacht wurde. Und er hatte keine Chance, wurde zum Tode verurteilt und verbrannt - noch eine nette Tradition.
