1050 Jahre Heppingen
1050 Jahre in gar nicht holprigen Versen
Heppinger Bürger ließen Theaterstück aufleben - Ausstellung im Schützenhaus
Heppingen. Über Monate haben Heppinger Bürger ihr Jubiläum geplant und organisiert. Ehrenamtlich, in ihrer Freizeit, aber mit so viel Ideenreichtum und Elan, dass sie stolz darauf sein können. Von Anfang an war aber auch klar, dass ein besonderer Programmpunkt des tausendjährigen Jubiläums neu aufgelegt werden sollte: das Heimatstück „Das Rad der Zeit“. Premiere hatte das Stück im Rahmen des Festkommerses. Am Sonntag wurde es erneut aufgeführt.
Spannender Blick in die Historie
20 Bürger hatten sich bereit erklärt, bei dem Heimatstück von Wilhelm Knippler mitzuwirken und über mehrere Wochen Abläufe und ihre Rolle einstudiert. Die Rolle des Regisseurs hatte zur Freude aller Gisbert Stenz übernommen. Was dann am Ende rauskam, war in keinster Weise holprig, wie es der Subtitel suggerierte, sondern ein kurzweiliges Stück, an dem mehrere Generationen von Heppingern beteiligt waren. Im Zeitraffer gab es Szenen aus 1050 Jahren Heppingen. So manch geschichtliche Persönlichkeit wurde dabei wieder zum Leben erweckt. Das „Rad der Zeit“ zeigte jeweils an, welches Jahr gerade im Mittelpunkt stand. In zehn 100-Jahres-Schritten wurde Rückschau auf die lange Dorfgeschichte gehalten: Vom Mittelalter in die Neuzeit. Ein spannender Blick in die Historie des Ortes. Und so mancher Protagonist war schon bei der Aufführung des Stücks vor 50 Jahren dabei -zum 1000-jährigen Jubiläum des Orts am Fuße der Landskrone.
Geschichsträchtige Ausstellung
Aber auch abgesehen von dem Stück gaben sich die Heppinger historisch bei ihrem Jubiläum.
Denn an allen Tagen gab es eine geschichtliche Ausstellung im Schützenhaus mit vielen Relikten längst vergangener Tage. Was die Arbeitsgruppe „Ausstellung“ hier an Fotografien, Dokumenten und Ausstellungsstücken aus der Geschichte von Heppingen zusammengetragen und in Szene gesetzt hatte, zeugte von viel Arbeit. Da fanden sich ganze Generationen von Bürgern wieder auf historischen Fotos, in alten Dokumenten und Geräten. Relikte, die Geschichten erzählen über die vergangenen Jahrhunderte. Dietmar Pinger hatte eigene Beispiele mitgebracht aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Am Beispiel zweier Familien aus der Zeit zeigte er, wie man damals gelebt hat in Heppingen. Wie die Heppinger ihre 1000-Jahrfeier begangen hatten, war im Bürgerhaus zu sehen. Dort lief ein Film dieses Jubiläums. Und auch von diesem Jubiläum ist ein Film gemacht worden. So bleibt auch das 150-jährige Jubiläum in Erinnerung.
Eine Augenweide war der Platz am Bürgerhaus. Floristin Gisela Linden hatte mit ihren Blumengestecken aus einem einfachen Parkplatz einen farbenfrohen Festplatz gemacht. Das gefiel auch den vielen Kindern und Jugendlichen, die zum Jubiläum kamen. Für sie hatte sich die Offene Kinder- und Jugendarbeit der Stadt (Okuja) ein Programm ausgedacht. Ins Gesamtbild passte auch, dass der wohl bekannteste Sohn des Dorfes, Sternekoch Hans-Stefan Steinheuer, mit seinem Team ein schmackhaftes Menü „wie vor 50 Jahren“ zauberte - nach Rezepten seiner Mutter. Dabei schmeckte nicht nur der originale Döppekooche vorzüglich.
Zum Abschluss der Jubiläumsfeierlichkeiten böllerte es noch mal heftig über Heppingen. Ein großes Feuerwerk besiegelte bei Einbruch der Dunkelheit ein besonderes Fest von und für Bürger.
