Kreisverwaltung Ahrweiler ist „Partner der Feuerwehr“
15 Mitarbeiter engagieren sich bei Floriansjüngern
Ahrweiler. Sie löschen, schützen und bergen gemäß ihrem eigenen Logo, die Mitglieder der Feuerwehren. Längst sind auch die freiwilligen Feuerwehren eine der wichtigsten Säulen des Katastrophenschutzes und die Schlagkraft der freiwilligen Feuerwehren des Kreises Ahrweiler braucht einen Vergleich mit den Berufsfeuerwehren im Umland nicht zu scheuen. Es gibt nur einen kleinen, aber nicht unwichtigen Unterschied, während die Berufsfeuerwehrleute dafür bezahlt werden und dies hauptberuflich machen, arbeiten die Mitglieder der freiwilligen Feuerwehren ehrenamtlich und das neben ihrem normalen Job. Und da heutzutage der Arbeitsplatz längst nicht mehr immer am Wohnort liegt, haben viele freiwillige Feuerwehren das Problem, das während der Tageszeiten die Einsatzwagen nicht mehr ausreichend besetzt werden können. Ferner gibt es auch Arbeitgeber, die absolut nicht begeistert sind, wenn während der Arbeitszeit ihrer Mitarbeiter deren Piepser geht und diese dann schnell zum Einsatz müssen. Sehr zum Leidwesen mancher Unternehmer lassen sich Brände und Unfälle aber nicht nur auf den Feierabend und das Wochenende beschränken. Um auf diese Problematik aufmerksam zu machen, zeichnet der Feuerwehrverband Unternehmen, Verwaltungen und Verbände aus, welche ihre Mitarbeiter bewusst und konsequent für den Einsatz in der Feuerwehr freistellen. Äußerlich wird dies mit einer Plakette dokumentiert, welche die Aufschrift „Partner der Feuerwehr“ enthält.
Sehr groß war daher die Freude bei Landrat Dr. Jürgen Pföhler am vergangenen Freitag, als die Kreisverwaltung Ahrweiler als 1. Kommunalverwaltung in Rheinland-Pfalz mit diesem Titel ausgezeichnet wurde. In einer kleinen Feierstunde konnte der Kreischef denn auch den Vizepräsidenten des Landesfeuerwehrverbandes, Peter Gerhards begrüßen, ebenso den Vorsitzenden des Kreisfeuerwehrverbandes Eduard Krahe, zahlreiche Wehrleiter sowie Feuerwehrangehörige aus dem Kreise Ahrweiler sowie Vertreter aus der Politik. In seiner Ansprache dankte Dr. Jürgen Pföhler für diese Auszeichnung sowie den 15 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Kreisverwaltung, welche sich in ihrer Freizeit bei der Feuerwehr engagieren. Er betonte, dass die freiwilligen Feuerwehren, einen wesentlichen Eckpfeiler der Sicherheit im Kreis Ahrweiler darstellen. Sie sind flächendeckend präsent und kommen binnen kürzester Zeit zum Einsatzort - bei Tag und Nacht, am Wochenende oder an Feiertagen.
Peter Gerhard vom Landesfeuerwehrverband Rheinland-Pfalz gratulierte ebenfalls und betonte, ohne den zustimmenden Arbeitgeber zum Feuerwehrengagement der Mitarbeiter wird es brenzlig für den Arbeitnehmer in einer Zeit mit steigendem Arbeitsplatzrisiko. Wörtlich führte er aus: „Das „Hemd“ der eigenen Existenz ist selbstverständlich näher als der „Feuerwehr-Rock“. Ohne das Verständnis der Kunden, der Auftraggeber, wird es brenzlig für den Arbeitgeber, wenn er wegen eines Feuerwehreinsatzes fest zugesagte Kundenarbeiten nicht erfüllen kann. Ohne die um ihren Arbeitsplatz bangenden Arbeitnehmer wird es brenzlig bei der freiwilligen Feuerwehr. Im Ernstfall wird es dann unter Umständen schwierig, die Einsatzfahrzeuge sachgerecht zu besetzen. Ohne die wegen unabkömmlicher Arbeitnehmer nicht mehr einsatzfähige Feuerwehr wird es brenzlig für Kunden und Arbeitgeber. Der Kreis schließt sich an dieser Stelle.“ Peter Gerhards erläuterte weiter in seiner Ansprache, dass dies kein utopisches Horrorszenario sei, denn diese Umstände würden aus ganz Deutschland vermeldet. Aus diesem Grunde habe man im Jahre 1999 die „Offensive zur Verbesserung der Beschäftigungsbedingungen von der Angehörigen der freiwilligen Feuerwehren im Einsatzdienst“ ins Leben gerufen. Hintergrund ist es aufzuzeigen, das Feuerwehrangehörige zu beschäftigen, nicht nur ein Kostenfaktor oder ein Organisationsproblem sein sollte, sondern dass dies auch einen immateriellen Unternehmenswert an sich darstelle.
Wie wichtig dieses Engagement der Feuerwehr auch im Kreis Ahrweiler ist, das wurde in den letzten Jahrzehnten vor allem bei den großen Hochwasserkatastrophen sichtbar, wo es alleine dem Engagement der freiwilligen Feuerwehren zu verdanken war, das die Versorgung der Bevölkerung ohne allzu große Einschränkungen gewährleistet war. Dies und andere Szenarien vor Augen bedankte sich Jürgen Pföhler und versprach die Plakette gut sichtbar an prominenter Stelle in der Kreisverwaltung anzubringen.
Aufgrund der Zusammenarbeit erhielt die Kreisverwaltung Bad Neuenahr-Ahrweiler eine Urkunde der freiwilligen Feuerwehr. Fotos: FIX
