„Rund um den Weckmann“ lockte Schaulustige aus dem Ahrtal und weit darüber hinaus an
1500 handgebackene Weckmänner verteilt
Kreisstadt. Wer liebt sie nicht? Sie gehören zum Martinsfest wie der Glühwein zum Weihnachtsmarkt - die Weckmänner. Am Sonntag öffneten zahlreiche Geschäfte in Bad Neuenahr, Ahrweiler und dem Mittelzentrum ihre Pforten und lockten die Kundschaft mit attraktiven Sonderangeboten und Aktionen an. Bei goldenem Herbstwetter mit strahlendem Sonnenschein genoss so mancher Bummler noch das letzte Eis. Für alle, denen dies schon zu frostig war, gab es von Waffeln, Crêpes und Kuchen über Curry Wurst und Pommes alles, was das Herz begehrt. Nicht nur jedoch die zahlreichen externen Stände, auch die ortsansässige Gastronomie lockte die Besucher mit saisonalen Schnäppchen, wie etwa einem guten Glas Wein von der Ahr an. Der verkaufsoffene Sonntag, welcher von 13 bis 18 Uhr ging, ist ein allseits beliebter Treffpunkt aller Generationen. Einen besonderen Service stellte die Shuttle-Bus Verbindung dar, die nicht nur Besucher von außerhalb nutzten, um Parkgebühr und Parkplatzsuche zu sparen.
Am Weckmannstag war schwer was los
Der Erlebnischarakter lag für viele Besucher gerade darin, das Einkaufen in beiden Stadtteilen miteinander verbinden zu können. „Sonst fahre ich ja meist doch entweder nach Bad Neuenahr oder nach Ahrweiler“, verrät eine Besucherin aus dem Ahrkreis. „Aber heute, da habe ich mich einfach in den Bus gesetzt und bummle durch beide Stadtteile.“ Das sahen viele Gäste, die aus dem Kölner Raum oder vom Niederrhein anreisten ähnlich, da sie gleich beide Stadtteile des Ahrtals an einem Tag kennenlernen konnten. Auch Marion und Günther Wolf waren eigens aus dem schönen Düren in der Nordeifel nach Ahrweiler gekommen. Rein zufällig erfuhren sie während einem Ausflug auf dem Rotweinwanderweg von „Rund um den Weckmann“. Samt vierbeinigem Begleiter machten sie sich auf in den historischen Stadtkern von Ahrweiler, wo sie sich mit einem herzhaften Ahrtal-Striezel stärkten. „Den Weihnachtsmarkt in Ahrweiler besuchen wir in jedem Jahr. Aber dieser verkaufsoffene Sonntag ist eine sehr schöne Idee, die wir so bisher noch nicht kannten“, so Marion Wolf. Erstaunt zeigten sich die beiden Eifler auch über die Fülle an Besuchern, die die Vorsitzenden der Werbegemeinschaft Volker Danko (Bad Neuenahr) und Siegfried Eberle (Ahrweiler) mehr als glücklich stimmte. „Die Besucherfrequenz in diesem Jahr ist sehr hoch, was natürlich auch dem schönen Wetter geschuldet ist“, so Danko.
Dies bestätigte auch Eberle in Ahrweiler, der im Auftrag der Werbegemeinschaft in gerade einmal 30 Minuten 1500 handgebackene Weckmänner auf dem Marktplatz verteilte. Ein schweißtreibendes Unterfangen, das mit strahlenden Kindergesichtern und Komplimenten belohnt wurde. Eine kleine Naschkatze kam extra noch einmal zurück, um sich persönlich zu bedanken. „Sie sind ein Engel“, bedankt sich eine ältere Dame bei Eberle, als auch sie einen Weckmann geschenkt bekam.
Ein Stück Weckmann für einen guten Zweck
Eine Weckmann-Aktion gab es jedoch nicht nur in Ahrweiler. Um die Kasse für ihren Martinszug aufzubessern, sammelten die Grundschüler in Bad Neuenahr Spenden und bestachen die Besucher mit einem Stück der Weckmann-Familie. Dabei bekamen sie tatkräftige Unterstützung von Schulleiterin Ursula Bell, dem ehemaligen Schulleiter Hubert Rieck sowie Patrick und Dieter Küpper. Kombiniert wurde die Aktion mit einer Verlosung, deren Hauptgewinn ein Mountainbike war. Nach gerade einmal eineinhalb Stunden war die gesamte Weckmannfamilie bestehend aus Vater, Mutter und Kind verputzt und die Viertklässler der Grundschule kehrten mit vollen Spendenkörbchen zurück. Spätestens am 6. November, wenn sie mit ihren Laternen vom „Hemmessener Dom“ aus über die Ahrallee durch den Kurpark mit ihren Laternen ziehen werden, werden die Grundschüler glücklich an den erfolgreichen Tag zurückdenken.
Ähnlich wird es auch den meisten Besuchern gehen, die mit ganz unterschiedlichen Absichten den „Weckmanns-Tag“ besuchten. Während die einen schon fleißig Weihnachtsgeschenkte besorgten, bummelten andere gemütlich durch die Gassen. Der heilige Martin jedenfalls wäre froh gewesen, wenn er gesehen hätte, wie Jung und Alt diesen Tag miteinander verbrachten und ihre Freude teilten, wie er seinen Mantel.
Die Kleinsten vergnügten sich auf dem Karussell.
Die Besucher ließen sich die Waffeln schmecken.
Orgelmusik unterhielt die bummelnden Gäste.
