Traditionelles Maibaumaufstellen
25-Meter-Baum ragt in den Himmel über Wadenheim
Tanz in den Mai fiel Wetterkapriolen zum Opfer
Bad Neuenahr/Wadenheim. „Der Wettergott ist kein Wadenheimer“, resümierte der Schultes der Bürgergesellschaft Wadenheim, Horst Felten, am späten Samstagnachmittag. Regen, Wind und so gar nicht frühlingshafte Temperaturen sorgten dafür, dass der angekündigte Alleinunterhalter erst gar nicht seine Zelte aufschlug und der „Tanz in den Mai“ auf dem Platz an der Linde im Herzen der Badestadt buchstäblich „ins Wasser fiel“.
Einige Zuschauer hielt es dennoch nicht davon ab, das traditionelle Aufstellen des Maibaums mit dem mächtigen Kran zu verfolgen. Schon am Morgen war der Baum unter Anleitung von Förster Guido Ebach im Stadtwald abgeholt worden. Die technische Leitung hatten wieder einmal Wolfgang Thill und Oliver Rösgen übernommen, während sich viele Bürgergesellschafts-Frauen es zur Aufgabe gemacht hatten, die Baumspitze und den Kranz in den Traditionsfarben der Wadenheimer in Blau und Gelb zu schmücken. Auch das hat Tradition.
Und die Größe des Maibaumes ist beachtlich: Kerzengerade ragt er 25 Meter in die Höhe und ist ein echter Blickfang hoch oben über Bad Neuenahr. „Das ist schon unser 23. Maibaum“, wusste es Horst Felten genau, dem das ungemütliche Wetter die Laune nicht vermiesen konnte: „Da haben wir eben dieses Jahr Pech gehabt. Nächstes Jahr wird’s wieder besser. Dann kann wieder getanzt werden.“
Die Tradition des Maibaum-Aufstellens ist Jahrhunderte alt und ist ein Brauch in vielen Staaten Mittel- und Nordeuropas. Maibäume können entweder frisch gefällt oder langjährig als immer der gleiche Mast aufgestellt werden. In Ostfriesland beispielsweise werden die guten Stücke oft ganzjährig unter Wasser gelagert und nur im Mai herausgeholt.
