ZF-Werk in Ahrweiler feierte 50-jähriges Bestehen
50 Jahre Automobilzulieferer
Werkleiter Josef Jongen: Wir sind auf einem guten Weg
Ahrweiler/Dernau. Bereits seit nunmehr 1964 besteht in der Kreisstadt das Werk Ahrweiler der Firma ZF Friedrichshafen AG. Das 50-jährige Jubiläum als Automobilzulieferer feierte die Unternehmensführung mit aktuellen und früheren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie deren Partner in der Dagernova-Eventhalle in Dernau. Als Ehrengäste begrüßte Werkleiter Josef Jongen Landrat Dr. Jürgen Pföhler sowie Guido Orthen, den Bürgermeister der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler. Das ZF-Werk in Ahrweiler beschäftigt derzeit 330 Beschäftigte, darunter sind elf Auszubildende. Das Unternehmen ist vielen Menschen in der Region immer noch als Firma Boge bekannt. Als Boge GmbH nahm das Werk im Gründungsjahr 1964 die Produktion von Federbeinen am Standort Ahrweiler auf. Seit dieser Zeit rüsten zahlreiche Automobilhersteller ihre Fahrzeuge mit Dämpfungssystemen von der Ahr aus. 1986 wurde die Umfirmierung in die Boge AG vorgenommen, 1991 in Fichtel & Sachs AG. Im Jahr 1996 ging es weiter als Mannesmann-Sachs AG, zehn Jahre später als ZF Sachs AG und schließlich 2011 in die heutige Firmenform, ZF Friedrichshafen AG. Heute zählen zu den ZF-Hauptkunden VW, Daimler sowie BMW. Die Jubiläums-Veranstaltung wurde von der Unternehmensleitung bewusst in eine Lokalität außerhalb des Firmengeländes, in die Eventhalle der Dernauer Dagernova, platziert. „Um mit unseren Mitarbeitern und deren Partnern, losgelöst vom Produktionsalltag, das 50-jährige Bestehen des Werkes gebührend feiern zu können,“ heißt es in einer Pressemitteilung der ZF hierzu. Werkleiter Josef Jongen beleuchtete in seinen Ausführungen Philosophie, Geschichte und Zukunft des ZF-Werkes in Ahrweiler. „Ohne Vergangenheit und Gegenwart gäbe es auch keine Zukunft. Deshalb gilt es, die Vergangenheit zu bewahren, die Gegenwart zu leben und die Zukunft zu gestalten.“ Die Entwicklung der Automobilindustrie sei in den 60er Jahren allgemein auf Engpässe im Arbeitsmarkt gestoßen.
Hohe Nachfrage
Durch eine sehr positive wirtschaftliche Entwicklung und der damit verbundenen hohen Nachfrage auch nach Stoßdämpfern, sei man in dem damaligen Boge-Stammsitz Eitorf an die Kapazitätsgrenzen gestoßen. So entschied die damalige Geschäftsführung der BOGE GmbH, in Ahrweiler eine Produktionsstätte neu einzurichten, und bereits Anfang 1964 wurden die ersten Dämpferaggregate für den Ford-Taunus gefertigt. „Heute sind am Standort etwa 330 Mitarbeiter MA beschäftigt, die im Jahr 2013 4,1 Millionen Federbeine mit einer Produktivität von circa 12.500 Stück pro Mitarbeiter produzierten.
Diese permanente Verbesserung der Produktivität ist natürlich auch auf die Installation von Automatisierungen und Investitionen in neue Technologien in den Jahrzehnten zurückzuführen,“ so Jongen weiter. Ein wesentlicher Beitrag sei aber auch in der hohen Qualifikation der Mitarbeiter begründet. Permanentes Lernen und weiterqualifizieren wurde und wird heute im Werk groß geschrieben und ist zum festen Bestandteil des täglichen Tuns geworden. Zur Deckung des Bedarfes an qualifizierten Mitarbeitern trage auch wesentlich „unsere kleine, aber sehr anerkannte und erfolgreiche, Ausbildung junger Leute in verschiedenen Berufsbildern“ bei. „Erwähnen möchte ich noch an dieser Stelle die überdurchschnittliche Treue der Mitarbeiter zu unserem Unternehmen. Jedes Jahr feiern wir mehrere 25. als auch 40. jährige Jubiläen. Dies zeigt, dass auch die Mitarbeiter eine sehr enge Bindung an unser Unternehmen haben, was wiederum ein Garant für Stabilität, Kontinuität und Verlässlichkeit darstellt. Ein großer Technologieschritt wurde im Jahr 2000 vollzogen, als die auf Lösemittel basierende Lackieranlage durch eine Wasserlack-Lackierung modernster Technik abgelöst wurde. Es waren mit dieser Investition gleich mehrere Aspekte verbunden, unter anderem Senkung der Umwelt- und Arbeitsplatzbelastung als auch Verbesserung der Produktqualität und Produktkosten. Dass beide Aspekte nämlich Ökonomie und Ökologie sich nicht gegenseitig ausschließen, zeigt dieses Beispiel sehr eindrucksvoll. Es ist niedergeschriebene und gelebte Konzernphilosophie, dass unsere eingesetzten Technologien und Verfahren nachhaltig sein müssen und damit unsere Umwelt und Ressourcen schonen, die Arbeitsbedingungen für unsere Mitarbeiter verbessern aber auch einen Beitrag leisten zur Wettbewerbsfähigkeit. Kommen wir noch einmal kurz auf das Gründungsjahr zurück: Das Ahrweiler Werk wurde 1964 auf fast freiem Feld errichtet und im Laufe der Jahre erweitert bis sehr nahe an das Wohngebiet heran. Dies kann bei einem kontinuierlichen Drei-Schichtbetrieb auch schon einmal zu Problemen führen.
Dank an Nachbarschaft
Auch wenn die Nachbarschaft heute nicht anwesend ist, möchte ich mich doch an dieser Stelle für das aufgebrachte Verständnis bedanken. Der Ausbau des Werkes, die Integration neuer Technologien ging und geht nicht ohne eine gute Zusammenarbeit mit den Behörden. Hierzu möchte ich mich stellvertretend bei Ihnen Herr Landrat Dr. Pföhler, und Ihnen Herr Bürgermeister Orthen ebenfalls, für die stets angenehme Zusammenarbeit mit Ihren Ämtern bedanken. Mein Dank gilt aber insbesondere Ihnen, meine lieben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Danke für Ihr Engagement, Ihr Herzblut, dass Sie in Ihren Arbeitsplatz einbringen und natürlich danke für Ihre qualitativ hochwertige Arbeitsleistung, die Ahrweiler zu einem gut funktionierenden und anerkannten ZF Standort gemacht haben. Sie sind das Aushängeschild der ZF AG Ahrweiler,“ so Jongen. Auch auf die Zukunft des ZF-Standortes Ahrweiler ging Josef Jongen ein. „Zukunft des ZF Standortes habe ich noch nicht angesprochen, aber das ist die Zeitform, die eigentlich für die Mitarbeiter, die heute im Werk beschäftigt sind, am wichtigsten ist. Sie muss gestaltet werden, haben wir im Zitat gehört. Gestaltung in dem Sinne, dass alle Verantwortlichen, alle Fachabteilungen aber auch jeder einzelne Mitarbeiter aktiv, kreativ, innovativ und offen an der Zukunft mitarbeitet. An der gesicherten Zukunft des Werkes wird sehr intensiv gearbeitet - es fällt uns nicht einfach so in den Schoß. Der Wettbewerb unter den Automobilzulieferern ist hart und der Markt umkämpft. Dies gilt insbesondere für unsere Standard-Dämpferprodukte. Für jeden Kundenauftrag und jedes Nachfolgeprodukt muss man sich immer wieder als Produktionswerk neu anbieten. Das Ziel ist klar beschrieben: Das Werk Ahrweiler benötigt eine verlässliche Auftrags- und damit Beschäftigungsgrundlage. Hierzu kann ich heute sagen: Wir sind auf einem guten Weg dies sicherzustellen.“
„Made in Ahrweiler“
Landrat Dr. Jürgen Pföhler bezeichnete in seinem Grußwort „den Erfolg immer als Gemeinschaftsleistung“ und betonte die hohe Bedeutung des Mittelstandes für den Kreis Ahrweiler bei der Schaffung von Arbeitsplätzen und der Investitionstätigkeit. Das ZF-Werk in Ahrweiler sei einer der größten Arbeitgeber im Ahrkreis. Dessen Produktion verdiene das Prädikat „Made in Ahrweiler.“ Stadtbürgermeister Guido Orthen schloss sich Pföhlers Ausführungen an. „Die Ahrweiler Bürger haben sich über dieses Werk gefreut, und diese Freude hält an,“ stellte auch Orthen die hohe Bedeutung für Stadt und Region heraus. Der Landrat übereichte eine Ehrenurkunde des Kreises, Guido Orthen eine Kopie der Original-Gewerbeanmeldung aus dem Jahr 1964. Danach ward, bei idealen Wetterbedingungen, zu lukullischen Genüssen und passenden Getränken eingeladen.
