„Missionscafé“ von St. Lambert spendet Jahreserlös
5.000 Euro für angehende Priester in Bolivien
Lantershofen. Studenten des Priesterseminars St. Lambert haben den Erlös von 5.000 Euro aus dem ehrenamtlich betriebenen „Missionscafé“ an ein Priesterseminar in Cochabamba, Bolivien, gespendet. Dort sollen von dem Geld vor allem Gebetsbücher, andere Literatur für eine Bibliothek und weitere dringend benötigte Studienmaterialien finanziert werden.
Mit den Spenden vergangener Jahre unterstützten die angehenden Priester beispielsweise den Aufbau eines Klosters in Kasachstan, Jugendprojekte in Tansania oder auch regional die Ahrweiler Tafel. Die Idee, dieses Jahr den Erlös an die Priesterausbildung in Bolivien zu spenden, hatte der Leiter von St. Lambert, Regens Dr. Michael Bollig. „Ich habe guten Kontakt zum emeritierten Weihbischof Leo Schwarz, der in Bolivien lebt und dort in der Seelsorge hilft. Er war sofort begeistert und hat nachrecherchiert, wo das Geld gut eingesetzt werden könnte“, erinnert sich Bollig. Das Priesterseminar in Cochabamba sei zur Sprache gekommen, denn dort habe nicht einmal jeder Student ein eigenes Gebetsbuch, so Bollig. „Ganz zu schweigen von einer Bibliothek. Neue Bücher oder Computer können dort nicht angeschafft werden“. Als Weihbischof Schwarz dem Regens des Seminars in Cochabamba von der geplanten Spende erzählte, „hat er Luftsprünge gemacht.“ Die Verhältnisse in Bolivien, einem der ärmsten Länder Südamerikas, seien für die gesamte Bevölkerung schwierig. „Wenn wir uns vorstellen, dass ein Lehrer in Bolivien ein Gehalt von rund 100 Euro im Monat hat, können wir uns erst vorstellen, wie viel sie dort mit 5.000 Euro anfangen können.“ Das Missionsteam aus St. Lambert plane eine längerfristige Unterstützung für das Seminar und einen freundschaftlichen Austausch.
Diese Idee findet auch Markus Nowag gut. Er ist seit einem Jahr Student in St. Lambert und Leiter des Teams „Missionscafé“. Insgesamt zwölf Studenten engagieren sich wie er regelmäßig im Café: Montags bis donnerstags verkaufen sie mittags für eine Stunde alle möglichen Kaffee-Variationen, Schokolade und Eis. „Fast alles Essbare, das wir hier verkaufen, sind fair gehandelte Produkte. Außerdem haben wir noch Gruß- bzw. Glückwunsch- und Trauerkarten und Kerzen im Angebot, die bei missio bestellt werden.
Der Renner bei Studenten, Dozenten und Mitarbeitern ist aber auf jeden Fall das Eis“, sagt Nowag. Das Café sei aber einfach auch ein Kommunikationsort, wo man sich nach dem Mittagessen treffe und auch mal den neuesten Klatsch und Tratsch austausche. „Im Team waren wir uns direkt einig, dass wir das Geld für genau dieses Projekt spenden wollen. So wissen wir genau, wer es bekommt. Wir würden gerne auch künftig aushelfen, wenn dort etwas gebraucht wird.“
Bollig ist ein solches ehrenamtliches Engagement der Theologiestudenten wichtig. Am Seminar in St. Lambert studieren derzeit 38 Männer auf dem so genannten dritten Bildungsweg Theologie – das heißt, ohne Abitur, aber mit einer Berufsausbildung. In diesen Tagen werden neun Seminaristen mit Abschluss verabschiedet, dafür fangen in diesem Jahr wieder elf neue Studenten an. „Es gibt ja viele Vorurteile gegenüber dem Priesterberuf, aber ich finde, er ist wirklich attraktiv. Es gibt wenige Berufe sonst, wo man so viel mit unterschiedlichen Menschen in jedem Lebensalter und jeder Lebenslage zu tun hat.“
