Allgemeine Berichte | 26.08.2013

Jahreshauptversammlung des Vereins Frankensiedlung Nithrindorp

Abschied vom Standort Grafschaft

Geeignetes Grundstück soll andernorts im Kreis Ahrweiler oder im benachbarten Rhein-Sieg-Kreis gesucht werden

Der neue Vorstand des Vereins Frankensiedlung Nithrindorp nach der Jahreshauptversammlung (v. l.): Beisitzer Nils Prodöhl, Zweiter Vorsitzender Markus Frankreiter, Schriftführer Tobias Rebinski, Vorsitzender Mathias Heeb, Beisitzerin Bernadette Klöckner-Heeb, Beisitzer Christoph Ehrhardt und Kassenwart Bernd Menden. VJ

Nierendorf. Von der Gemeinde Grafschaft hat der Verein Frankensiedlung Nithrindorp endgültig genug. „Wir geben die Suche nach einem geeigneten Grundstück in unserer Heimatgemeinde auf“, erklärte der Vorsitzende Mathias Heeb bei der Jahreshauptversammlung in der alten Schule Nierendorf, zu der einige der insgesamt 100 Mitglieder im originalgetreuen fränkischen Gewand erschienen waren.

Viele Steine in den Weg gelegt

Mehr als zwei Jahre lang habe man immer wieder neue Grundstücke in der Gemeinde geprüft, sich auf eine baldige Umsetzung gefreut - und sei dann doch am Ende tief enttäuscht worden: „Wir sind von Anfang an hier nicht positiv aufgenommen worden, man hat uns sehr viele Steine in den Weg gelegt - die Zeit ist für die Grafschaft abgelaufen.“ Ausdrücklich nahm Heeb allerdings Bürgermeister Achim Juchem und die Gemeindeverwaltung von den Vorwürfen aus. Es sei für das Projekt sehr schade, dass in der Kommunalpolitik viele nicht zwischen dem Grünen-Kommunalpolitiker Mathias Heeb und dem ehrenamtlichen Verein Frankensiedlung Nithrindorp unterscheiden könnten.

Künftig werde man deshalb außerhalb der Grafschaft nach einem geeigneten Grundstück suchen und wolle dafür auch an die Bürgermeister der anderen Kommunen im Kreis Ahrweiler und im benachbarten linksrheinischen Teil des Rhein-Sieg-Kreises herantreten. „Wer ein geeignetes Grundstück in seinem Beritt hat, kann gerne auf uns zukommen“, bot er an. Nach den Erfahrungen der Vergangenheit wolle man jedoch einen künftigen Standort erst dann in die Öffentlichkeit bringen, wenn die Verhandlungen endgültig abgeschlossen seien und man sicher sei, dass auch tatsächlich dort gebaut werden könne. Die Erfahrungen mit dem bis vor kurzem ins Auge gefassten Grundstück neben dem Regierungsbunker in Marienthal reichten nämlich „für alle Zeiten“ aus.

„Der Umgang mit uns war absolut miserabel“

Dort wurde erst sehr spät bekannt, dass das Gelände, das heute im Besitz der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) ist, früher als Außenstelle des Konzentrationslagers Buchenwald genutzt wurde. Nach mehrmonatigen Verhandlungen kam durch Zufall im Juni heraus, dass im dortigen „Lager Rebstock“ Hunderte von KZ-Häftlingen untergebracht waren, die unter schlimmsten Bedingungen in unterirdischen Tunneln Zubehör für die angebliche Wunderwaffe V2 produzieren mussten. „Die Bima hatte Kenntnis von der Vergangenheit der Fläche und hat uns ein Dreivierteljahr bei allen Verhandlungen darüber im Unklaren gelassen. Für mich ist das eine riesige Sauerei - mit denen möchte ich nichts mehr zu tun haben“, machte Heeb seinen Unmut deutlich. „Der Umgang mit unserem Verein war absolut miserabel.“ Doch so schnell lasse der Verein sich nicht entmutigen und wolle auf jeden Fall weiter nach einem geeigneten Grundstück suchen. „Es ist ein tolles Projekt, das es verdient, dass wir weiter daran arbeiten.“

Heeb hatte noch lange die Hoffnung gehegt, vielleicht doch noch an dem Standort festhalten zu können. Ein Ortstermin auf Initiative des Vereinsmitglieds Klaus Liewald, seines Zeichens Vorsitzender des Bürgervereins Synagoge Bad Neuenahr-Ahrweiler, habe diese Hoffnung aber zunichte gemacht. Gemeinsam mit Bürgermeister Achim Juchem, dem Bürgerbeauftragten des Landes Dieter Burgard sowie Uwe Bader, Leiter des NS-Dokumentationszentrums Rheinland-Pfalz, sei klar geworden, dass aus der Sache nichts werde. Angesichts der zu erwartenden Einsprüche sei eine Genehmigung des Vorhabens an dieser Stelle illusorisch - zumal die Franken ja einst ein Germanen-Stamm gewesen seien, was angesichts der Nazi-Ideologie vermutlich besonders negativ aufgenommen worden wäre. „Und in diese Schublade wollen wir uns ganz bestimmt nicht stecken lassen“, betonte Heeb.

Gelungenes Lager in Marienthal

Immerhin habe man, bevor die traurige Historie ans Tageslicht kam, auf dem Gelände in Marienthal ein überaus gelungenes mehrtägiges Lager veranstalten können, führte der Vorsitzende in seinem Jahresbericht aus. Trotz schlechten Wetters haben sich mehr als 40 Teilnehmer dort überaus wohl gefühlt und sich ein wenig in die Zeit der Franken zurückversetzen können. Im Verlauf des Jahres habe es unzählige Gespräche mit den verschiedensten Behörden und Institutionen gegeben, die zwar meist sehr positiv verlaufen, aber auch sehr anstrengend und letztlich nicht von Erfolg gekrönt gewesen seien.

Erfreulicherweise seien die Aktivitäten des Vereins von einer großen Medienpräsenz begleitet worden, die Idee einer Frankensiedlung habe auch in der Öffentlichkeit großen Zuspruch gefunden. Sogar ein 3D-Computermodell der geplanten Frankensiedlung sei mittlerweile von Andreas Schmickler fertiggestellt worden und ermögliche einen sehr guten Einblick in das Vorhaben, das zu 100 Prozent aus Spenden finanziert werden soll.

Bei den anstehenden Ergänzungswahlen wurden Bernd Menden zum Schatzmeister, Tobias Rebinski zum Schriftführer und Christoph Erhard zum Beisitzer gewählt. Die Kasse prüfen künftig Thorsten Drawe und Mathilde Frankreiter-Miedzinski. Am 7. und 8. September will man sich am Barbarossamarkt in Sinzig beteiligen, ebenso am mittelalterlichen Weihnachtsmarkt in Remagen am 7. und 8. Dezember.

Der neue Vorstand des Vereins Frankensiedlung Nithrindorp nach der Jahreshauptversammlung (v. l.): Beisitzer Nils Prodöhl, Zweiter Vorsitzender Markus Frankreiter, Schriftführer Tobias Rebinski, Vorsitzender Mathias Heeb, Beisitzerin Bernadette Klöckner-Heeb, Beisitzer Christoph Ehrhardt und Kassenwart Bernd Menden. Foto: VJ

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