Allgemeine Berichte | 15.06.2013, 10:00 Uhr

Richtfest im Bürgerhaus Ramersbach

Arbeiten liegen voll im Plan

Bau schreitet voran, Kostenrahmen wird eingehalten - Fertigstellung vor Jahresende möglich

Bürgermeister Guido Orthen (r.) informierte über den Fortgang der Arbeiten am Mehrzweckgebäude. BÜN

Ramersbach. Halbzeit beim Bau des Bürgerhauses und Mehrzweckgebäudes in Ramersbach: Mit der Fertigstellung des Rohbaus ist ein wichtiges Etappenziel erreicht, nun stehen zunächst die Elektroinstallationen an. Grund genug für Stadtvertreter, Ramersbacher Bürger und Vereine, beim Richtfest auf den planmäßigen Fortgang der Arbeiten trotz strengen Winters anzustoßen. Der Richtbaum war am Montag vergangener Woche bunt geschmückt, Zimmermann Cristoforo Taglieri von der Firma ST Schlagwein & Taglieri stand auf dem Außengerüst, sprach den traditionellen Richt- beziehungsweise Zimmermannsspruch und hob sein Glas - bevor er es auf dem Boden zerschmetterte -, um auf das Wohl des Hauses und seiner Nutzer anzustoßen.

Zwischenbilanz

Zuvor hatte Bad Neuenahr-Ahrweilers Bürgermeister Guido Orthen Zwischenbilanz und ein Resümee der bisherigen Arbeiten seit November 2012 gezogen. Danach hat das Projekt im Stadtteil Ramersbach bislang 264.700 Euro gekostet. Die im Haushaltsplan eingestellte und kalkulierte Investitionssumme von 970.000 Euro werde somit voraussichtlich eingehalten - man befinde sich „im festgelegten Rahmen“, so Orthen zufrieden. Hinzu kommt noch ein Betrag von weiteren 34.000 Euro, der von den Ramersbachern Vereinen in Eigenleistung erbracht wurde. Der Zuschuss des Landes Rheinland-Pfalz zu den Baukosten von knapp einer Million Euro beträgt 310.000 Euro.

Allerdings hatte es zuvor ein langes Hin und Her mit der zuschussgebenden Behörde, der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Rheinland-Pfalz (ADD) in Trier, gegeben. Der erste Zuwendungsbescheid des Innenministeriums erfolgte nämlich bereits im Juni 2010, die Auftragsvergabe und Ausführungsplanung im August desselben Jahres. 2011 entwickelte die Planungsgruppe Ramersbacher Bürger zusammen mit der städtischen Verwaltung eine um 16 Prozent reduzierte Gebäudeplanung, die dennoch die Bedürfnisse der Ramersbacher erfüllen sollte.

Nach über zwei Jahren der Planung - „Wir haben zusammengesessen und schließlich einen guten Kompromiss gefunden“ (Orthen) - und Fördergeldbeantragung rollten die Bagger seit November. Dazu hatte der Sportverein den Bauplatz neben dem Kindergarten „Sausewind“ und dem Sportplatz an der Straße „Auf der Höhe“ von Bewuchs befreit und das alte Umkleidehaus abgerissen. Nach den Erdarbeiten folgten die Rohbau-, Zimmermanns- und Dachdeckerarbeiten, wobei im „ungewöhnlich langen Winter“, so Orthen, dennoch alles im Zeitplan blieb.

Großer Feuerwehrbereich

Das nach Plänen von Architekt Arne Heuser errichtete Dorfgemeinschaftshaus wird künftig bei einer Grundfläche von 18 mal 23 Metern einen 134 Quadratmeter großen Mehrzweckraum mit kleiner Küche und Lagerraum aufweisen, der für Gruppen des Sportvereins SV 80 Ramersbach, die Bürgergesellschaft, den Karnevalsverein, die Möhnen, den Bürgerkaffee, den Kindergartenförderverein und die Jugendarbeit gedacht ist. Zwar kann der Raum nach Fertigstellung auch für sportliche Zwecke genutzt werden, allerdings wird er keinen Schwingboden besitzen, sodass offizielle Sportveranstaltungen dort nicht durchgeführt werden können. Ein Besprechungsraum für den Ortsbeirat und Vereinsvorstände misst künftig 28 Quadratmeter.

Wegen der Nähe zu nahen Wohnhäusern erhält das Gebäude eine Lüftungsanlage im Dachgeschoss. Dies ist erforderlich, damit bei Veranstaltungen die Fenster geschlossen bleiben können, um die Geräuschemission so niedrig wie möglich zu halten.

Ein wichtiger Bestandteil des Mehrzweckgebäudes ist der 83 Quadratmeter große Feuerwehrbereich mit Fahrzeughalle und Umkleiden für die Löschgruppe Ramersbach. „Das Gesamtprojekt trägt also nicht umsonst den Titel ,Bürgerhaus mit Feuerwehr‘“, sagte Orthen anlässlich des Richtfests.

Ursprünglich hat die Stadt eine Bauzeit von 15 Monaten anvisiert, mit Abschluss im Frühjahr 2014. Durch den zügigen Fortgang der bisherigen Arbeiten hofft sie nun sogar, das Gebäude bis Ende des Jahres fertigstellen zu können. Damit könnte auch der von Ortsvorsteher Fritz Langenhorst zum Spatenstich im vergangenen November geäußerte Wunsch in Erfüllung gehen, dass die wesentlichen Arbeiten bereits vor dem Winter 2013/14 abgeschlossen sind, möglicherweise bereits zur Kirmes im November. „Das ist ein großer Tag für Ramersbach“, sagte Langenhorst. „30 Jahre stetigen Bohrens waren nötig, um den Richtspruch an diesem Tag endlich hören zu können. Allerdings gibt es einige Arbeiten noch zu tun.“

Zimmermann Cristoforo Taglieri sprach den traditionellen Richtspruch und erhob das Glas als Segenswunsch für das neue Bürgerhaus. Auch eine Gruppe des nahen Kindergartens „Sausewind“ war gekommen.

Zimmermann Cristoforo Taglieri sprach den traditionellen Richtspruch und erhob das Glas als Segenswunsch für das neue Bürgerhaus. Auch eine Gruppe des nahen Kindergartens „Sausewind“ war gekommen.

Bürgermeister Guido Orthen (r.) informierte über den Fortgang der Arbeiten am Mehrzweckgebäude. Fotos: BÜN

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