Allgemeine Berichte | 26.04.2026, 16:29 Uhr

Musik im Hospiz

Begegnungscafé im Ahrtal: Musikalische Gastspiele für Hospizgäste und Angehörige

Die professionellen Musiker Senta Kraemer und Theo Palm spielten beim Begegnungscafé im Hospiz auf
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„Summertime“ und Streuselkuchen: Begegnungscafé bringt Gäste und Angehörige einander näher. Senta Kraemer und Theo Palm geben auf Violine und Klavier ein Gastspiel mit Gänsehautmomenten

Ahrtal. Die Violinsaiten vibrierten sanft und Pianoakkorde perlten rhythmisch. Anheimelnde Klänge erfüllten die Räume des stationären Hospizes im Ahrtal: von Vivaldis „Primavera“ als Frühlingsgruß bis zu George Gershwins „Summertime“ und die Komposition „River flows in you“ des südkoreanischen Pianisten Yiruma sowie Giacomo Puccinis Arie „Oh mio babbino caro“. Und diese Klänge kamen nicht vom Band. Es waren tatsächlich zwei Profi-Musiker, die sich zum „Begegnungscafé“ in der Einrichtung Sterbende die Ehre gaben: die Violinisten Senta Kraemer und der Pianist Theo Palm.

Senta Kraemer aus Burgbrohl ist Dozentin für Violine und Methodik/Didaktik am „Leopold Mozart College of Music“ der Universität Augsburg und war festes Mitglied in der Ersten Geigengruppe der Nürnberger Symphoniker. Theo Palm, auch tätig als Dozent, Musikpädagoge, Solist und Begleiter im Kammermusik-, Chor- und Liedbereich, ist musikalischer Leiter des Kleinen Theater Bad Godesberg. Erstmals ist das Duo 2021 bei einem Benefizkonzert für die Flutopfer im Ahrtal gemeinsam aufgetreten. Im vergangenen Jahr wandte es sich ans Hospiz-Team und bot an, auch dort einmal zu spielen, weil es „etwas beitragen will für die Gesellschaft“. Sein Repertoire: Klassik, Filmmusik, Tango, Salonmusik und Pop-Songs. Und ihr Programm kam nicht nur bei der Premiere sondern auch beim jüngsten Begegnungscafé im Hospiz an.

Ein Mal im Monat seit 2018 richten Ehrenamtliche ein solches Begegnungscafé für die maximal zehn Hospizgäste, die das Haus beherbergt, sowie deren An- und Zugehörige aus. Kaffee und frisch von der Hauswirtschaft des Hauses gebackenen Kuchen gibt es immer und dazu Unterhaltung je nach Verfügbarkeit, wie Anna Louen, stellvertretende Hospizleitung und Sozialdienst, ausführt: „Es ist ein Stück Normalität, die wir hier immer anstreben. Man trifft sich zum Kaffeetrinken, auch wenn man vielleicht nicht mehr ins auswärtige Café gehen kann.“ Es ist ein Anlass, zu dem jeder sich dazugesellen kann, manchmal auch mitsamt dem Bett, und jeder weiß: Es sind alle eingeladen. „So entstehen auch neue Kontakte. Danach ist es vorgekommen, dass sich Gäste gegenseitig auf den Zimmern besucht oder Angehörige, die ja oft dasselbe bewegt, sich verabredet haben“, was ganz im Sinne des Angebots ist, so Anna Louen. Auch die ehrenamtlichen Hospizbegleitungen, wie diesmal Kurt Schmitz, wirken mit. Sie laden die Gäste auf den Zimmern nochmal explizit ein, sind Ansprechpartner, servieren Getränke und diesmal Streuselkuchen.

„Heute kann nichts mehr schiefgehen“

Wer konnte, kam ins Wohnzimmer des Hospizes, um mitzuerleben, was da passierte. Andere hatten die Türen zu ihren Zimmern weit geöffnet. Schon als sie noch in einer Bonner Klinik lag, hatte Brunhilde Hofmann aus der Nähe von Adenau genossen, dass dort eine Harfenistin im Flur spielte Darum saß sie nun auch mit anderen im Hospiz-Wohnzimmer, plauderte und lauschte: „Ist das schön. Nimm mir das mal auf“, bat sie ihre Tochter, als das Musikerduo „Moon river“ anstimmte. „Da geht einem ja das Herz auf“, fügte sie an und seufzte immer wieder zufrieden, weil es ihr so gut gefiel. „Das wird ja immer besser“, zeigte sich auch Zuhörerin Anja Reutelsterz Stück um Stück begeistert. Gerne wollte sie pfeifen zum Zwischenapplaus. Derart angetan von dem Gastspiel war zudem Zuhörerin Steffi Schneider, dass sie Gänsehaut bekam, und am Ende äußerte: „Heute kann nichts mehr schiefgehen – die Musik trägt mich jetzt durch den Tag.“

Die Begegnungscafés gehen natürlich weiter. „Wer dazu oder zu einem anderen Anlass mit einem gestalterischen Beitrag den Menschen im Hospiz und deren Zugehörigen auf seine Weise - musikalisch, literarisch, künstlerisch oder wie auch immer - eine Freude machen möchte, darf sich gerne bei uns melden. Ein eigenes Klavier ist vorhanden“, sagte Hospizleiterin Gabriele Ruggera. Anfragen sind willkommen.

Ehrenamtler wie Kurt Schmitz richten regelmäßig das Begegnungscafé im Hospiz für An- und Zugehörige aus und servieren Kaffee und Kuchen

Ehrenamtler wie Kurt Schmitz richten regelmäßig das Begegnungscafé im Hospiz für An- und Zugehörige aus und servieren Kaffee und Kuchen Foto: Hospiz im Ahrtal gGmbH

Anna Louen (Mitte), stellvertretende Hospizleitung und Sozialdienst, dankte dem Duo und freut sich auf Interessierte, die den Hospizgästen und deren Zugehörigen auf solche oder ähnliche Art ebenso eine Freude machen möchten

Anna Louen (Mitte), stellvertretende Hospizleitung und Sozialdienst, dankte dem Duo und freut sich auf Interessierte, die den Hospizgästen und deren Zugehörigen auf solche oder ähnliche Art ebenso eine Freude machen möchten Foto: Hospiz im Ahrtal gGmbH

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Die professionellen Musiker Senta Kraemer und Theo Palm spielten beim Begegnungscafé im Hospiz auf Foto: Hospiz im Ahrtal gGmbH

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