Jugendliche der BBS-Ahrweiler engagieren sich im sozialen Tafel plus-Projekt
Bei „Balu und Du“ sind Freundschaften entstanden
Ahrweiler. Das bundesweite Projekt „Balu und Du“ ist auch bei der Tafel plus in Ahrweiler und Sinzig, sehr lebendig. Hinter „Balu und Du“ verbirgt sich eine erlebnispädagogische und bildungsunterstützende Maßnahme: Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahren - die Moglis - werden von einem erwachsenen Paten - Balu, wie der Bär im Dschungelbuch - der zwischen 17 und 30 Jahre alt sein sollte, ein Jahr lang begleitet. Die Balus verbringen einmal pro Woche zwei Stunden mit Mogli, ihrem Patenkind. Diese Freundschaft hilft Kindern, Neues zu erleben und Begabungen zu entdecken. Auch an der Berufsbildenden Schule des Landkreises Ahrweiler (BBS-Ahrweiler) ist eine Kooperation mit der Tafel plus entstanden, die im nächsten Schuljahr fortgesetzt wird. Pädagogische Fachkräfte der BBS haben sogenannte „Moglis“ vorgeschlagen, vor allem Kinder, die zu Hause nicht genügend Ansprache finden, kein Selbstvertrauen entwickeln können und sich innerlich zurückziehen.
Miteinander spielen und reden
Lena ist einer von fünf Balus“ an der BBS. Ihr „Mogli“ ist ein zehnjähriges Mädchen aus der 3. Klasse: „Wir waren zusammen auf dem Spielplatz, haben Eis gegessen, Freundschaftsbändchen gemacht, viel miteinander gespielt und geredet.“ Sagt ein Mogli nach den zwei Stunden, „Ich will nicht, dass du gehst“, zeigt dies, wie wichtig den Kindern diese Treffen sind. So sind auch Freundschaften entstanden, die das Sozialverhalten der Kinder festigen und ihr Selbstbewusstsein stärken. Dringend sucht Caritas-Mitarbeiterin Christiane Böttcher von der „Tafel plus“ vor allem männliche Balus: „Zwei Moglis brauchen dringend einen Jungen, doch ich hab keine weiteren Jungs mehr!“ Ellen, die ein Mädchen in Ahrweiler betreut, möchte nach der Schule Sozialpädagogik studieren. Für sie ist es auch attraktiv, dass die Tätigkeit als Balu auf das Praktikum für die Hochschulreife angerechnet werden kann. Dabei ist sich Ellen bewusst, dass sie als Balu ein Vorbild ist: „Vielleicht möchten die Moglis später auch mal so sein wie ihre Balus und auch an diese Schule.“ Die Lehrer Ingo Troschke und Gabi Weier begleiten das Projekt. Koordinatorin ist Studiendirektorin Dr. Dagmar Marwitz: „Mich hat vor allem überzeugt, dass die Caritas die Balus vorbereitet und nicht einfach losschickt. Bei ‚Balu und Du‘ sind die Jugendlichen an einer guten Sache beteiligt und können so gute Erfahrungen für ihr späteres Leben sammeln.“
