Finanzielle Belastung Fahrradverleih AW-Bike
„Bei jeder Ausleihe legt der Kreis 8 € drauf „
aus Bad Breisig
Ahrweiler. Die FDP-Kreistagsfraktion übt deutliche Kritik am aktuellen Stand des Fahrradverleihsystems „AW-Bike“. In der jüngsten Kreistagssitzung wurden die aktuellen Nutzungs- und Kostenzahlen vorgestellt. Diese bestätigen nach Auffassung der Liberalen die grundlegenden Bedenken, die bereits bei der Einführung des Systems geäußert wurden.
Das System ist weit von einer Kostendeckung entfernt. Auch nach der Anlaufphase muss der Landkreis jährlich rund 100.000 Euro zuschießen. Bereits die ursprüngliche Beschlussvorlage ging von einem dauerhaften Betriebskostenzuschuss in dieser Größenordnung aus . Hinzu kommen einmalige Kosten für die Ersteinrichtung von rund 540.000 Euro. Gleichzeitig bleibt die Nutzung deutlich hinter den Erwartungen zurück. Im Jahr 2025 wurden lediglich knapp 13.000 Ausleihen verzeichnet. Ein erheblicher Anteil entfällt dabei auf zwei Standorte in Remagen – den Bahnhof und den Rhein-Ahr-Campus. De facto handelt es sich überwiegend um ein Pendelangebot für Studierende zwischen Bahnhof und Hochschule.
„Wir haben hier ein System, das den Kreis dauerhaft finanziell belastet, aber nur einen sehr begrenzten Nutzerkreis erreicht“, erklärt der FDP-Fraktionsvorsitzende Ulrich van Bebber. „Bei jeder einzelnen Fahrt legt der Kreis rund acht Euro drauf. Rechnet man die erheblichen Investitionskosten über die Laufzeit ein, steigt der Zuschuss sogar auf etwa 15 Euro pro Ausleihe.“ Bei einem Drittel der Standorte gibt es im Jahresdurchschnitt nur 1 bis 2 Ausleihen pro Woche. „Für diesen geringen Bedarf ist das System viel zu teuer,“ konstatiert der FDP-Fraktionsvorsitzende Ulrich van Bebber.
Vor dem Hintergrund der angespannten Haushaltslage des Kreises bewertet die FDP diese Entwicklung kritisch. Der Landkreis stehe gleichzeitig vor erheblichen finanziellen Herausforderungen in zentralen Bereichen wie Infrastruktur, Bildung und sozialer Daseinsvorsorge. „Es stellt sich die grundsätzliche Frage nach der Prioritätensetzung“, so die FDP. „Ein System mit dieser Kostenstruktur und dieser begrenzten Wirkung ist in der aktuellen Lage nicht zu rechtfertigen.“
Die FDP-Kreistagsfraktion bekräftigt daher ihre ursprüngliche Haltung. Sie hatte das Projekt bereits im Vorfeld aufgrund der absehbaren finanziellen Risiken abgelehnt. Angesichts der nun vorliegenden Zahlen fordert die Fraktion eine ehrliche und ergebnisoffene Neubewertung des gesamten Systems. Ziel müsse es sein, entweder eine deutlich höhere Auslastung zu erreichen oder strukturelle Konsequenzen zu ziehen.
Pressemitteilung der FDP-Kreistagsfraktion Ahrweiler
