Politik | 06.04.2026

Finanzielle Belastung Fahrradverleih AW-Bike

„Bei jeder Ausleihe legt der Kreis 8 € drauf „

Acht Euro pro Ausleihe, die der Kreis dazu schießt, erscheinen der FDP-Kreistagsfraktion angesichts der finanziellen Notlage des Kreises zu hoch: Christina Steinhausen, Dominik Graf Spee und Ulrich van Bebber.

Ahrweiler. Die FDP-Kreistagsfraktion übt deutliche Kritik am aktuellen Stand des Fahrradverleihsystems „AW-Bike“.

In der jüngsten Kreistagssitzung wurden die aktuellen Nutzungs- und Kostenzahlen vorgestellt.

Diese bestätigen nach Auffassung der Liberalen die grundlegenden Bedenken, die bereits bei der Einführung des Systems geäußert wurden.

Das System ist weit von einer Kostendeckung entfernt. Auch nach der Anlaufphase muss der Landkreis jährlich rund 100.000 Euro zuschießen. Bereits die ursprüngliche Beschlussvorlage ging von einem dauerhaften Betriebskostenzuschuss in dieser Größenordnung aus . Hinzu kommen einmalige Kosten für die Ersteinrichtung von rund 540.000 Euro. Gleichzeitig bleibt die Nutzung deutlich hinter den Erwartungen zurück. Im Jahr 2025 wurden lediglich knapp 13.000 Ausleihen verzeichnet. Ein erheblicher Anteil entfällt dabei auf zwei Standorte in Remagen – den Bahnhof und den Rhein-Ahr-Campus. De facto handelt es sich überwiegend um ein Pendelangebot für Studierende zwischen Bahnhof und Hochschule.

„Wir haben hier ein System, das den Kreis dauerhaft finanziell belastet, aber nur einen sehr begrenzten Nutzerkreis erreicht“, erklärt der FDP-Fraktionsvorsitzende Ulrich van Bebber. „Bei jeder einzelnen Fahrt legt der Kreis rund acht Euro drauf. Rechnet man die erheblichen Investitionskosten über die Laufzeit ein, steigt der Zuschuss sogar auf etwa 15 Euro pro Ausleihe.“ Bei einem Drittel der Standorte gibt es im Jahresdurchschnitt nur 1 bis 2 Ausleihen pro Woche. „Für diesen geringen Bedarf ist das System viel zu teuer,“ konstatiert der FDP-Fraktionsvorsitzende Ulrich van Bebber.

Vor dem Hintergrund der angespannten Haushaltslage des Kreises bewertet die FDP diese Entwicklung kritisch. Der Landkreis stehe gleichzeitig vor erheblichen finanziellen Herausforderungen in zentralen Bereichen wie Infrastruktur, Bildung und sozialer Daseinsvorsorge. „Es stellt sich die grundsätzliche Frage nach der Prioritätensetzung“, so die FDP. „Ein System mit dieser Kostenstruktur und dieser begrenzten Wirkung ist in der aktuellen Lage nicht zu rechtfertigen.“

Die FDP-Kreistagsfraktion bekräftigt daher ihre ursprüngliche Haltung. Sie hatte das Projekt bereits im Vorfeld aufgrund der absehbaren finanziellen Risiken abgelehnt. Angesichts der nun vorliegenden Zahlen fordert die Fraktion eine ehrliche und ergebnisoffene Neubewertung des gesamten Systems. Ziel müsse es sein, entweder eine deutlich höhere Auslastung zu erreichen oder strukturelle Konsequenzen zu ziehen.

Pressemitteilung der FDP-Kreistagsfraktion Ahrweiler

Acht Euro pro Ausleihe, die der Kreis dazu schießt, erscheinen der FDP-Kreistagsfraktion angesichts der finanziellen Notlage des Kreises zu hoch: Christina Steinhausen, Dominik Graf Spee und Ulrich van Bebber. Foto: FDP

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Bildergalerien
Dauerauftrag
Dienstleistungen
Lampionfest in Weißenthurm - KW25
Stellenanzeige Mitarbeiter
Bestellung Nr.: 4300003040-W100-606  /AZ Commodity Mayen KW 25
Projektingenieur
Empfohlene Artikel
GRÜNE Kreistagsfraktion (li,mi,re) mit Schulleiter Dr. Klaus Müller (2.v.r.), Erich Seul und Jörg Hamacher (Kreisverwaltung)
13

Kreis Ahrweiler. Das Bildungsangebot der Berufsbildenden Schule des Kreises Ahrweiler ist in seiner Vielfalt einzigartig. Der Berufsbezug steckt in jedem der schulischen Ausbildungswege, vom Vorbereitungsjahr über die Fachoberschule bis zur Fachschule für ‚Soziales‘ oder ‚Pflege‘. Berufstätige können über eine hybride Variante in Präsenz- plus Online-Unterricht die Fachoberschulreife erlangen.

Weiterlesen

Abgebildet (v.l.): Peter Ropertz (Fraktionsvorsitzender im Stadtrat), Erster Beigeordneter Peter Diewald, der neue Bürgermeister Pascal Rowald, Bürgermeister A.D. Guido Orthen, Landrätin Cornelia Weigand, Barbara Krutzsch (Vorsitzende des Personalrats der Stadtverwaltung Bad Neuenahr-Ahrweiler), Ministerpräsident Gordon Schnieder, Carina Verster-Rotthier (Leiterin des Partnerschaftskomitees der Partnergemeinde Brasschaat in Belgien) und Achim Juchem (Bürgermeister der Gemeinde Grafschaft und Vorsitzender der Kreisgruppe der Bürgermeister im Städte- und Gemeindebund).
51

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Im Rahmen einer öffentlichen Stadtratssitzung wurde das Amt des Bürgermeisters der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler am 15. Juni offiziell an Pascal Rowald (CDU) übergeben, während zugleich der scheidende Bürgermeister Guido Orthen (CDU) verabschiedet wurde. Die Sitzung fand in der Landskroner Festhalle in Heimersheim statt.

Weiterlesen

Weitere Artikel
1085

Biotonne im Sommer pflegen

Biotonne bei Hitze: Maden vermeiden

Kreis Neuwied. In den Sommermonaten können sich im feuchtwarmen Klima der Biotonne schnell unerwünschte Organismen bilden. Die Abfallwirtschaft des Landkreises Neuwied fährt in den Sommermonaten eine wöchentliche Leerung der Biotonne, die das Problem deutlich reduziert. Sie gibt praktische Tipps, was Anwohner darüber hinaus tun können, um unerwünschter Organik vorzubeugen.

Von Laura Tries aus Neuwied

Weiterlesen

achtung baustelle
597

B 42 halbseitig gesperrt: Ampelanlage regelt Verkehr

Ab 18.06.: Hangsicherungsarbeiten zwischen Rheinbrohl und Niederhammerstein

Rheinbrohl/Niederhammerstein. Zwischen Rheinbrohl und Niederhammerstein sind an der B 42 nach einem Steinschlag dringend Hangsicherungsarbeiten notwendig. Diese Maßnahmen führen zu einer halbseitigen Sperrung der Bundesstraße vom 18. bis 20. Juni 2026. Der Verkehr wird in diesem Bereich mithilfe einer Ampelanlage geregelt, um den reibungslosen Ablauf trotz der Einschränkungen zu gewährleisten.

Weiterlesen

Wer kann Hinweise zur Identität des Tatverdächtigen geben?
803

Bonn. Das Kriminalkommissariat 14 der Bonner Polizei sucht öffentlich nach einem unbekannten Mann. Dieser steht im Verdacht, am 23. Dezember 2025 in der Bonner Innenstadt eine 21-jährige Frau angegriffen und verletzt zu haben. Der Vorfall ereignete sich, als die junge Frau an einer Rolltreppe im Bonner Hauptbahnhof an dem Mann vorbeiging. Plötzlich trat er ihr ohne Vorwarnung in den Rücken. Trotz intensiver Ermittlungen konnte die Identität des Tatverdächtigen bisher nicht geklärt werden.

Weiterlesen