Entscheidende Netzlücke im Radweg der Mittelahr geschlossen
Besondere Schrägseilbrücke ist im Bau
Voraussichtliche Fertigstellung im Frühjahr 2015
Altenahr-Reimerzhoven. Bevor die entscheidenden Arbeiten am Lückenschluss des Geh- und Radweges zwischen den Ortsteilen Laach und Reimerzhoven mit dem Brückenschlag über die Ahr begannen, hatte der Landesbetrieb Mobilität Cochem-Koblenz (LBM) zur Information in die Räume des Verkehrsvereins Weinort Altenahr eingeladen. Hier begrüßte der leitende Baudirektor Dip.-Ing. Bernd Cornely den 1.Kreisbeigeordneten und Landtagsabgeordneten Horst Gies, den Bürgermeister der Verbandsgemeinde Altenahr Achim Haag, den Ortsbürgermeister von Altenahr Rüdiger Fuhrmann sowie die Hausherrin vom Weinort Altenahr Eva Flügge. Von der LBM waren es der Projektleiter Dirk Hieronimus und die stellvertretende Leiterin der Masterstraßenmeisterei Sinzig Nicole Marzi sowie der technische Leiter der ausführenden Ingenieurgesellschaft Dipl. -Ing. Rudolf Huth. Bernd Cornely bezeichnete den Brückenschlag als ein wichtiges und entscheidendes Projekt zur Realisierung der letzten Lücke im neuen Geh- und Radweg, zwischen Mayschoß und Altenahr, der auf einer Länge von 1,7 Kilometern gebaut wird.
Wichtige neue Netzverbindung
Bei Baukosten von rund 3,7 Millionen Euro entfallen alleine auf den Brückenschlag der Schrägseilbrücke rund 800.000 Euro. Für die Konstruktion einer Schrägseilbrücke haben sich die Planer bewusst entschieden, da hierbei auf eine zusätzliche Stütze im Flussbett der Ahr verzichtet werden kann, so der Leiter LBM, der auch ein wenig ins Schwärmen geriet, denn eine solche Brücke baut man nicht alle Tage. Für den Landkreis Ahrweiler hob der 1.Kreisbeigeordnete Horst Gies die Bedeutung der Brücke hervor, die nun eine wichtige Lücke von der Ahrmündung bei Sinzig, im Radwegenetz der Mittelahr schließe. Der Radwegebau sei gerade für die Tourismuswirtschaft im Kreis Ahrweiler eminent wichtig. Die Passage liege in einem der landschaftlich schönsten Streckenabschnitte des gesamten Ahrtal-Radweges, an dem es jetzt nur noch eine Lücke zwischen Schuld und Fuchshofen zu schließen gäbe, so Gies.
Der Brückenbau
Der Projektleiter erläuterte den Brückenbau, bevor sich dann alle ein Bild vom Ablauf des Brückenschlags auf der Baustelle machen konnten. Hierbei handelt es sich um eine Stahlbrücke, die eine Stützweite von 47 Metern ausweist. Das Besondere daran ist, das nach der Endmontage die Behelfstütze in der Ahr sowie die Furth zurückgebaut werden und nichts am Durchflussquerschnitt der Ahr hindert. Um die Spannweite zu erreichen und die Brücke dennoch schlank zu gestalten, wird der Überbau an einem Seilpaar angehängt.
Das Seilpaar wiederum wird über den A-förmigen Pylonen auf der westlichen Ahruferseite umgelenkt und über ein Seil an einem Blockfundament rückverankert. Der Pylon erinnert sinnbildlich mit dem Buchstaben „A“ an den Flusslauf der Ahr und in seiner roten Farbe sowie auch die Stahlbrücke in Rot an das umliegende Rotweinanbaugebiet, so die Planer. Um hohe und intensive Wartungskosten zu vermeiden, hat die Ruhrbergingenieurgemeinschaft aus Hagen vorgesehen die Stahlbrücke fest mit den Fundamenten zu verankern. Die Dehnwege werden hierbei auf einer Seite anstelle von Lagern über Federbleche abgefangen. Gefertigt und beschichtet wurde die Brücke in einem Stahlwerk in Duisburg und wurde in zwei Einzelteilen mit Schwerlastfahrzeugen zur Baustelle gebracht. Nachdem der Pylon aufgerichtet war, begannen die Arbeiten am Brückenschlag und einen Tag später waren beide Teile der 3,30 Meter breiten Geh- und Radwegbrücke von dem gigantischen 350 Tonnen Kran auf die Wiederlager verlegt. Bevor die Brücke allerdings zum Befahren frei gegeben wird, wird es noch eine Zeit dauern, da jetzt alle weiteren Arbeiten vom Verschweißen, bis zum Brückengeländer und spannen der Brücke anstehen. Auch am Geh- und Radweg selbst sind noch weitere Restarbeiten zu erledigen, so dass der neue durchgängige Radweg voraussichtlich im Frühjahr 2015 fertig sein wird, so der Leiter LBM Cornely.
Die Brückenteile kommen zusammen.
