Im Bürgerhaus in Dernau begeisterten sich über 200 Zuhörer für Dearnere Platt
Besucherrekord beim Mundartabend „Verzällche üs Dearne“
Akteure jeden Alters gestalteten ein zweistündiges Programm
Dernau. Volles Haus und gute Stimmung - das war der „Verzällches Owend: Wees de noch wie et fröhte woar?“ der Mundartfreunde im Verkehrsverein WeinKulturDorf Dernau. Durch das Programm führte Ingrid Näkel-Surges, die gemeinsam mit Manfred Wolff die Veranstaltung organisiert. Im Mittelpunkt des Abends standen Geschichten, Anekdoten und Lieder vom Weinbau und aus dem Alltag in früherer Zeit.
Den Einstieg machte wie immer Dieter Koll. Er hatte sich die Veränderung der Religion „Von de Frömmichket in oosem Doerp“ vorgenommen und sah schon die „Gefahr, dass bald der Muezzin in Dernau zum Gebet ruft“. Zudem überzeugte er mit einem Gedicht „Von de Horlejäns“.
Zum ersten Mal dabei war die zehnjährige Lisa Kreuzberg mit einem Sketch aus der Kinozeit in Dernau. Auch Walter Trarbach ließ die 60er Jahre Revue passieren, als das Dorf von zahlreichen sogenannten "Barabern“ so wurden die Monteure des Regierungsbunkers genannt, bevölkert war.
Aus der Feder des Dorfpoeten
Neu auf der Bühne begeisterte Klärchen Bertram mit ihrem Vortrag, „Platt he un do“ Altenahrer mit Dernauer Platt verglich. Mit „De Jungjesellezitt in Dearne“ entführte Karl Kreuzberg die Zuhörer in die 50er Jahre, als er selbst Präsident, genannt Schultes, der Junggesellen war.
Die Dernauer Weinkönigin Julia und die Prinzessinnen Linda und Christina überzeugten mit ihrem Beitrag aus der Feder des längst verstorbenen Dorfpoeten Lange Franz „Verzällche üs de Maggelzitt“, der UrUropa der Weinprinzessin Linda. Sie zeigten damit den Zuhörern, dass auch die Jugend noch „Platt schwätze kann“. Viel Witz verbreitete wie jedes Jahr Franz Kreuzberg mit seinen Kindheitserinnerungen. Diesmal ging es um Anekdötchen „Als Kond im Wonget un in de Drouweless“, und dass man erstaunlicherweise den Einsatz von Spritzmitteln wie E650 überlebt hat.
Der Saal in Stimmung
Irmgard Berzen begeisterte mit „Et schnarche im Krankehuus“, Marlies Stodden mit „Kondehöde“ und Kurt Josten sprach von „De Bockstatiun“, wo er als Kind praktischen Sexualkundeunterricht erlebte.
Den Saal in Stimmung und zum Mitsingen brachten Franz Trarbach, sein Bruder Walter mit ihren von Gitarrenklängen begleiteten Liedern wie „De Dearnere Wing, Ming Mouttesproch", „De Mösch“ und mit dem wehmütigen Lied „Fröhe hamme näh jesout, höck frösch os keene mi!“. Viel Beifall erhielt Franz Josef Stodden mit seinem Blues „Leed vom Räupche“, einer Weinbergsraupe, die zum Image eines Großwinzers gehört. Für die Tontechnik sorgte wie immer Marco Trarbach. Die Vorträge wurden von Georg Bach, Gerhard Meyer und Andre Weber aufgezeichnet, die Dorfgeschichten werden dann zum Martinsmarkt als DVD verkauft.
