Allgemeine Berichte | 26.08.2013

„Beul rockt“ - dieses Jahr im Regen

Dritte Auflage des Open-Air-Festivals - Kostenloser Eintritt

Die jüngste Auflage von Beul rockt war nur was für die hartgesottenen Fans. Aber mit Picknickdecke im Gepäck ging’s auch ohne Sonnenschein. RERE

Bad Neuenahr. Erst ein bisschen Sonnenschein, dann aber ordentlich Regen - Wetterkapriolen prägten dieses Jahr das kostenlose Open-Air-Festival „Beul rockt“. Und doch: Auf der Festwiese des Bürgervereins St. Willibrord Beul wurde kollektiv gefeiert. Zur Not auch mit Regenschirm- und Regencape. Sechs Nachwuchsbands und etablierte aus der Region griffen bei der dritten Auflage in die Saiten. Darunter auch die Newcomer von Poesiealbum, die Rock-Virtuosen von RTP oder die Synthie-Pop-Musiker von Ahrgument.

Der Beuler Bürgerverein um seinen Vorsitzenden Frank Jeub hatte es sich vor zwei Jahren zur Aufgabe gemacht, eine Konzertmöglichkeit für junge Bands zu schaffen. Um dieses Konzept in die Realität umzusetzen, waren zahlreiche Sponsoren vonnöten, die auch in diesem Jahr wieder ihre Unterstützung zusagten. Darüber hinaus konnte man sogar die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler als offiziellen Partner gewinnen. Bürgermeister Guido Orthen hatte sich persönlich für das Konzert eingesetzt, womit bereits im Vorfeld viele Wege geebnet wurden. Für Jeub und sein Team war die Vorbereitung gleichzeitig eine Erkenntnisreise: „Wir mussten uns schnell eingestehen, dass zwei Lautsprecher für unsere Festwiese nicht ausreichen würden“, erzählt er im Gespräch mit „Blick aktuell“. Eine große Bühne, ein professionelles Sound- und Lichtsystem sowie ein Extrastromanschluss gehören heute zum Equipment, um das Open-Air-Rockkonzert über den Dächern von Bad Neuenahr reibungslos über die Bühne gehen zu lassen. „Neun Monate Vorbereitungszeit 2011 konnten wir auf drei Monate reduzieren“, erklärt Jeub. „Uns erreichen immer sehr viele Bewerbungen“, freut sich der Zweite Vorsitzende Heinz Kohlhaas über die gute Resonanz im nunmehr dritten Jahr.

Die Formationen spielen umsonst, „Beul rockt“ hat sich etabliert.

Es waren die wirklich eingefleischten Fans, die am frühen Samstagabend zum Auftakt von „Beul rockt“ unermüdlich den plätschernden Regentropfen trotzten. „Das ist schon ein bisschen schade mit dem Wetter“, bemerkte Jana, und zog sich ihre Kapuze wieder tief ins Gesicht. Völlig unbeeindruckt eine andere Gruppe: In luftiger Sommerkleidung stand sie im Regen. Schirme in allen Farben bestimmten das Bild, die mitgebrachten Decken waren schnell durchnässt. Die Hoffnung auf Besserung schwelte lange mit, „aber das Wetter hat uns reingeregnet“, so Heinz Kohlhaas. Für die Fans der gepflegten Rockgitarre gab es dann aber im inzwischen strömenden Regen bei RTP harte Riffs auf die Ohren, nachdem schon Poesiealbum mit deutschen Songs und leiseren Tönen das Nass zu vertreiben versuchte. Einen fetzigen Auftritt legte die Band Ahrgument hin: Zu ihrer Mischung aus Pop und Rock füllte sich der Platz langsam, aber stetig. An den lichten Reihen sollte sich aber nichts mehr ändern. Ohne Abkühlung von oben konnte dann die Bonner Band New Day Dawn die Bühne verlassen. Zuvor hatte sie der Menge aber mit tiefgründigem Alternative-Rock eingeheizt. Eine Klasse für sich: die charismatische und stimmgewaltige Frontfrau Maria Franz. Als die Dämmerung langsam einsetzte, enterten „Lampenschirm“ die Bühne. Zu ihren gefühlvollen Hits mit Ohrwurmcharakter rutschte man zusammen. Seit 2008 sind sie in der hiesigen Musikszene unterwegs, singen gefühlvolle Lieder in deutscher Sprache und haben im vergangenen Jahr bereits ihre erste CD „Licht an!“ veröffentlicht. Und die Maulhaelden aus Essen trieben zum letzten Mal den Lautstärkepegel in die Höhe, zum Missfallen einiger Anwohner, denen der frische Wind wohl zu viel Musik in den eigenen vier Wänden bescherte.

Am Stand der städtischen Offenen Kinder- und Jugendarbeit drehte sich alles um Alkoholprävention. Unter dem Motto „Lieber bunt als blau“ schaffte man mit Promillebrille und Wahrnehmungsbildern Bewusstsein für den gerechten Umgang mit Alkohol.

Die jüngste Auflage von Beul rockt war nur was für die hartgesottenen Fans. Aber mit Picknickdecke im Gepäck ging’s auch ohne Sonnenschein. Foto: RERE

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