Benefiz-Karnevalsshow zugunsten der Levana-Schule Bad Neuenahr-Ahrweiler
Bruce Kapusta und die Kölner Rheinveilchen sorgten für Stimmung
Einnahmen von 3.333 Euro kommen der Neugestaltung des Schulhofs zugute
Bad Neuenahr. Gutes tun und Spaß dabei haben: So lässt sich der Donnerstagabend in der Konzerthalle des Kurparks zusammenfassen. Rund 400 Schüler, Eltern, Mitglieder von Karnevalsvereinen und andere jecken Gäste waren zur Benefiz-Karnevalsshow zugunsten der Levana-Schule gekommen. Und sie erlebten ein hochkarätiges Programm. Denn nicht nur die Initiatoren des Benefizabends, die Brohltaler Karnevalsshowband „Botzedresse“, traten auf. Ihre unentgeltliche Unterstützung zugesagt hatten auch Stars der rheinischen Unterhaltung wie Bruce Kapusta oder das Tanzcorps der „Kölner Rheinveilchen“.
Die Levana-Schule wird 40!
Daneben war es so etwas wie eine Geburtstagsparty, feiert die Förderschule in Bachem in diesem Jahr doch ihr 40-jähriges Bestehen. Dass das Jubiläum einer Förderschule und Karneval zusammenpassen, erläuterte Schulleiter Gerd Jung in seinen Begrüßungsworten im „neuen Gürzenich“, wie er angesichts der ausgelassenen Stimmung im Saal bemerkte: „Unser Leitgedanke ,Ich nehme dich mit all Deinen Eigenschaften an, so wie du bist’ könnte durchaus auch ein Karnevalsmotto sein“, lachte Jung, der auf jecke Musiktitel wie „Minsche wie mir“, aber vor allen Dingen auf die Lebensfreude der Schüler hinwies. „Spontanität und Lebensfreude“ sollten demnach auch das Leitwort des Abends sein. Hinter der Initialzündung zur Show aber steckten echte Karnevalisten, nämlich die in der Hochburg Köln ein- und ausgehenden „Botzedresse“ aus Niederzissen, die für ihr soziales Engagement bekannt sind und die der Levana-Schule schon so manches Mal geholfen haben.
„Botzedresse“ halfen schon oft
„Sie haben uns bislang schon mit über 10.000 Euro unterstützt und auch die Idee für den heutigen Abend geliefert“, so Jung. Der Erlös solle dieses Mal der Neugestaltung des Schulhofs in der Levana-Schule zugute kommen. Durch die Show führten zwei Dirk’s, die in der Karnevalsszene in der näheren und weiteren Umgebung keine Unbekannten sind: der Swisttaler Dirk Lüssem, Präsident der „Ludendorfer Jonge“, sowie Dirk Schoenmackers von der kölschen Stimmungsband „Jeckediz“ aus der Kreisstadt, der zudem Lehrer an der Levana-Schule ist. Den schwungvollen Auftakt machte das Tanzcorps der „Kölner Rheinveilchen“, angeführt von Gottfried Löhr und Kommandant Thomas Kirschbaum. Die rund drei Dutzend „staatse Mädchen und Junge“ gehören zu den besten Tanzcorps im rheinischen Karneval. Die Verbindung zum Ahrtal stellt übrigens Tanzmariechen llka Strenge aus Eckendorf her.
Die Mädels flogen durch die Luft
Weil die Bühne in Bad Neuenahr für das Tanzcorps zu klein war, führten sie ihre akrobatischen Einlagen auf der Tanzfläche vor der Bühne auf. Zu Stücken wie „Mary Loo“ oder „Meine Liebe, meine Stadt, mein Verein“ von den Domstürmern flogen die Mädels, allen voran Tanzmariechen Strenge, nur so durch die Luft – und das mehrere Meter weit und hoch. „Das ist absoluter Hochleistungssport“, so der Kommentar von Lüssem. „Sie gehören für mich zu den drei führenden Tanzcorps von Köln.“ Nicht führen, dafür vorführen musste sich anschließend Bauchredner Gerard von seinen beiden vorlauten Puppen, nämlich seinem gelb gefiederten Vogel Dino und dem schwarzen Raben Freddy.
Der „Vogelflüsterer“
Die beiden setzten ihrem „Vogelflüsterer“ mächtig zu und hatten das Publikum schnell auf ihrer Seite. Aufgrund seiner überschaubaren Körpergröße betitelten sie ihn frech als „Bonsai“ und ließen sich über seine Frauen, die Schwiegermutter und „Tante Alma“ aus. Selbst Startenor Carreras bekam sein Fett ab: Beim Konzert auf Mallorca habe er Vivaldi „wie Waldi“ gesungen oder eher gebellt. Anschließend widmeten sie aber wieder voll der Häme gegen den Mann in ihrer Mitte: „Ach schenk’ mir doch ein Bild von Dir, das hängen wir an die Kellertür, damit es auch die Ratten sehen, damit sie nicht an die Kartoffeln gehen“, reimte Freddy. Und Dino schlug in die gleich Kerbe: „Ach schenk’ mir doch ein Bild von Dir, das hängen wir nicht an die Kellertür, das hängen wir nach oben, denn die Ratten sind umgezogen.“ Als die Lacher sich gelegt hatten, war endgültig „Party total“ angesagt. Bruce Kapusta, seit 20 Jahren als „Clown mit der Trompete“ unterwegs, nahm kurzerhand mitten im Publikum einen Tisch in Beschlag und brachte darauf stehend das Publikum so richtig in Fahrt. Mit kölschen Klassikern, gesungen und trompetet, wie „Unser Stammbaum“, „Kölle alaaf“ oder „Denn wenn et Trömmelche jeit“ rockte er den Saal und präsentierte auch sein neues Lied „Wie ein Clown“.
Urkomische Parodien
Im zweiten Teil des Abends waren es dann zunächst „Die Kalauer“, die mit ihren urkomischen Parodien für Stimmung sorgten. Gotti Kalenberg und Rainer Höfer sind seit vielen Jahren auf allen Bühnen in Deutschland unterwegs. Sie lieferten auch in Bad Neuenahr eine perfekte Show mit Imitationen und Hits.
Es folgten die „Botzedresse“ mit eigenen Songs und Medleys kölscher Lieder. Und als die Stimmung kaum noch zu toppen schien, sorgten „De Rabaue“ für einen fulminanten Schlusspunkt des Showabends. Dreieinhalb Stunden lang hatten viele fleißige Hände kaum Zeit zu verschnaufen. Die Karnevalisten aus der Kreisstadt, die auch ihre Mithilfe angeboten hatten, konnten getrost feiern. Denn neben Eltern und dem gesamten Levana-Schulpersonal waren es die Mitglieder der Prinzengarde Meckenheim, die „den Laden schmissen“ und für Service und Theken zuständig waren. Die „Ahrtal Tramps“ unterlegten die Pausen als „Saalkapelle“ mit Musik.
Und das Allerbeste:
Die „Botzedresse“ konnten der Schule einen Scheck in Höhe von 3.333 Euro überreichen und sagten gleichzeitig zu, nach der Fertigstellung des neu zu gestaltenden Schulhofs mit den Kindern dort ein Fest zu feiern. Wer auch nachträglich noch helfen möchte, kann den Karneval-CD-Sampler „Megajeck 17“ unter anderem mit Musik der beteiligten Bands bei der Kreissparkasse Ahrweiler und der Volksbank Rhein-Ahr-Eifel zum Preis von 15 Euro erwerben.
Bauchredner Gerard von seinen beiden vorlauten Puppen Dino (r.) und Freddy.
Bruce Kapusta, der singende und trompetende Clown, enterte kurzerhand einen Tisch mitten im Publikum und machte ihn zu seiner Bühne.
Akrobatisch schön: der Auftritt der „Kölner Rheinveilchen“. Fotos: CBÜ
Moderator Dirk Schoenmackers führte versiert durchs Programm.
