Fronleichnamsfest in Ahrweiler
Bürger von Ahrweiler zeigten ihren Glauben
Dechant Jörg Meyrer erläuterte die Bedeutung des Festes - Rege Beteiligung der Schützengesellschaften
Ahrweiler. Am frühen Morgen des Fronleichnamsfestes erklang der Weckruf „Freut Euch des Lebens“ über den Dächern der historischen Altstadt von Ahrweiler, um alle Teilnehmer der diesjährigen Fronleichnamsprozession aus den Federn zu locken. Der ergreifend inszenierte Tag des „Public Viewing“ für Jesus Christus begann mit einem zünftigen Frühstück bei den mitwirkenden katholischen Christen und den Mitgliedern der drei Schützengesellschaften der Rotweinmetropole in ihren jeweiligen Unterkünften. Gut gestärkt - und von ihren Brötchenmädchen liebevoll verpflegt - formierten sich die Bürger- und Junggesellenschützen sowie die Aloisius-Jugend zur Begleitung der diesjährigen Prozession, um dieser in der seit Jahrhunderten überlieferten Form Schutz und Geleit während ihres Zugs rund um Ahrweilers historische Stadtmauer zu geben.
Die Schützengesellschaften treten dazu in Bataillonsstärke an, nachdem sie sich mit Marschmusik der eigenen Tambourcorps und der Musikkapellen zusammengefunden hatten. Nach der Abholung der Fahne, des Hauptmanns und des Königs mit seinem Gefolge betraten die stolzen Schützen - mit auf Hochglanz polierten Uniformbesätzen und liebevoll geschmückten Gewehren - die katholische Pfarrkirche St. Laurentius, in der ein prachtvoller Festgottesdienst gefeiert wurde. Da viele Menschen in der heutigen Zeit nicht mehr genau wissen, wo sich dieser Feiertag herleitet, spannte Dechant Jörg Meyrer einen gekonnten Bogen zur Fußball-Weltmeisterschaft und übersetzte die Bedeutung dieses Tages für alle Menschen ins „Neudeutsche“: „Gemeinsames Fußballschauen mit Spaß und guter Laune ist für viele Fans ein Muss in diesen Tagen. Bei der Fronleichnamsprozession werden allerdings alle Zuschauer zu Spielern und gestalten gemeinsam das Public Viewing für Jesus Christus.“ Eine moderne Wortwahl zu Fronleichnam, die vor allem bei den jugendlichen Zuhörern der Predigt besondere Aufmerksamkeit und höheres Interesse am eher verstaubt wirkendem Begriff „Fronleichnam“ weckte. Auch können viele Menschen nicht verstehen, warum Katholiken nicht in der Kirche bleiben, sondern hinausziehen, farbenprächtig und laut betend auf den Straßen und in der ganzen Stadt zeigend, dass Jesus Christus durch die Straßen getragen und zu den Menschen gebracht wird. Genau dort, wo das Leben stattfindet, da ist Jesus Christus nicht nur an diesem Tage unter uns.
Begleitet von den Kommunionkindern, Musikern und betenden Mitmenschen zeigten die Ahrweilerer ihren fest verwurzelten Glauben öffentlich auf dem Markt und an den Altären entlang der Stadttore unter den Böllerschüssen der Schützen. Das besonders ergreifende Schlussgebet in der Kirche St. Laurentius sowie die Lieder des Kirchenchors rundeten das Fest ab.
Im Anschluss fand auf dem Marktplatz die Parade der Junggesellenschützen statt, die von vielen Hundert Zuschauern und befreundeten und verbrüderten Schützengesellschaften gesäumt wurde. Den offiziellen Teil des an diesem Tag stattfindenden Schützenfestes begingen die Schützen mit gemeinsamem Mittagessen im Bürgerzentrum. Nach dieser Veranstaltung kehrten die einzelnen Züge in ihre Domizile zurück, in denen sie den Feiertag ausklingen ließen.
Ein Gottesdienst unter freiem Himmel bildete den Abschluss der Prozession.
